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Austria Börsenbrief
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Fasching, Horoskope und das Reich der Mitte - Franz C. Bauer

10.02.2021 | Austria Börsenbrief Nr. 06/2021

Stell Dir vor, es ist Fasching und niemand geht hin. Genau das erleben wir derzeit. Coronabedingt sind Bälle, Umzüge und sonstige um diese Jahreszeit üblichen Veranstaltungen abgesagt. Dennoch sei ein etwas weniger ernster Leitartikel gestattet, in dem es um Horoskope und schräge Prophezeiungen geht.

Beginnen wir mit China. Die Bevölkerung des Reichs der Mitte neigt zu dem, was wir gern als „Aberglauben“ bezeichnen: Astrologie und Feng Shui, also die Lehre von Einheit und Harmonie, bestimmen immer noch zahlreiche Entscheidungen. Wie übrigens auch bei uns, versuchen Astrologen gerade um die Jahreswende einen Blick in die Zukunft zu werfen. In Hongkong tun das übrigens nicht nur Astrologen, sondern auch durchaus seriöse Fondsmanager, nämlich Jamie Chan und Gabriel Ke. Beide arbeiten für CLSA, einen unter dem Namen Credit Lyonnais Securities Asia gegründeter Finanzdienstleister, der 2013 von CICIC Securities, der größten chinesischen Investmentbank, übernommen wurde. Seit den frühen 1990er-Jahren veröffentlicht CLSA den „CLSA Feng Shui-Index“, der einen Blick in das bevorstehende Jahr an der Börse Hongkong ermöglichen soll. Angeblich schaffte der Index gleich im ersten Jahr seines Bestehens, sieben Richtungswechsel des Hang Seng präzise vorherzusagen.

Diese Woche ist es wieder so weit – am 12. Februar beginnt das chinesische Neujahr im Sternzeichen des Büffels, rechtzeitig davor wurde der CLSA Feng Shui-Index publiziert. Demnach steht den Anlegern am drittgrößten Börsenplatz der Welt ein turbulentes Jahr bevor, mit Rücksetzern in den Monaten April und Oktober, einem Top im August und einem deutlichen Plus am Jahresende. Ganz unbedeutend sind Prophezeiungen dieser Art keineswegs, da chinesische Anleger durchaus auch auf „irrationale“ Signale achten und solche Vorhersagen also wie selbsterfüllende Prophezeiungen wirken können. Sogar die begünstigten Branchen wollen die beiden Analysten aus dem Horoskop herauslesen: Das chinesische Sternzeichen Büffel ist mit den Elementen Wasser und Metall verbunden. Daraus schließen die Analysten, dass die Sektoren Logistik, Transport und Versand sowie Finanzdienstleistungen profitieren.

Ob es dazu der Astrologie bedurft hätte, ist allerdings fraglich – sind es doch gerade jene Branchen, die vom Lockdown besonders profitiert haben. Der Rückenwind für chinesische Aktien kann jedenfalls nicht schaden: Eine positive Stimmung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt kann durchaus auch europäische Anleger beflügeln.

Ebenfalls in das Reich der „Börsen-Esoterik“ zählt der „Super Bowl Indicator“, über den US-Anleger nach einem der größten Sport-Ereignisse jedes Jahres schmunzeln: Dem Endspiel der Amerikanische FootballLeagues zwischen dem Sieger der National Football Conference (NFC) und dem Erstplatzierten der American Football Conference (AFC). Statistisch über einen längeren Zeitraum betrachtet, folgt auf einen Sieg der AFC ein bear-market, während ein Gewinn des Teams aus der NFC überwiegend mit steigenden Kursen in Verbindung gebracht wird. Gewonnen haben dieses Jahr die Tampa Bay Buccaneers mit ihrem legendären, 42-jährigen Quarterback Tom Brady, ein Team aus der NFC. Also stehen auch für die wichtigste Volkswirtschaft der Welt positive Börsenzeiten bevor. Zumindest, wenn man an Börsen-Esoterik glaubt.

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