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Austria Börsenbrief
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PEH stellt Dividendensteigerung in Aussicht

31.08.2022 | Austria Börsenbrief Nr. 34/2022

PEH Wertpapier (ISIN DE0006201403 – Euro 22,40) hat am Dienstag den Halbjahresbericht vorgelegt. Trotz des negativen Marktumfelds im ersten Halbjahr und vollständig weggefallener performanceabhängiger Einnahmen haben sich die Provisionserträge um +4,4 % (brutto) bzw. +2,1 % (netto) verbessert und konnten auf 17,0 Mio. Euro (Vorjahr: 16,6 Mio.) an Nettoprovisionseinnahmen gesteigert werden. Dies verdeutlicht den stabilen Wachstumskurs in den Basis-Geschäftsfeldern der PEH. Wegen des schwierigen Börsenumfelds und eines im ersten Halbjahr 2022 aufgrund von Wertpapier-Bewertungseffekten mit -914 TEUR negativen Finanzergebnisses (Vorjahr: + 407 TEUR) sackte das Vorsteuerergebnis um 23,6% auf 4,4 Mio. Euro ab (Vorjahr: 5,8 Mio.). So sank auch der auf die Aktionäre entfallende Halbjahresgewinn spürbar auf 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2,3 Mio.) und das Halbjahresergebnis je Aktie fiel auf 0,82 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,41).

Vorstandschef Martin Stürner sieht trotzdem gute Gründe für Optimismus. Er weist darauf hin, dass trotz der einmalig negativen Effekte das EBITDA nur einen leichten Rückgang von -0,3 % auf 6,2 Mio. Euro zeigte und damit besser als erwartet war und eine zufriedenstellende Entwicklung zeigte. In der Meldung zum Halbjahresergebnis wies er explizit darauf hin, dass die Hauptversammlung am 28.06.2022 die Ermächtigung zum weiteren Erwerb eigener Aktien erteilte. Zudem sei davon auszugehen, „dass bei unveränderter Geschäftsentwicklung für das zweite Halbjahr 2022 eine Dividendenerhöhung möglich ist, da im ersten Halbjahr 2022 durch Beendigung eines Verständigungsverfahren mit den deutschen und österreichischen Steuerbehörden zusätzlich ein hoher Liquiditätszufluss entstanden ist“. Auch sein Ausblick klingt eher optimistisch. Unter der Prämisse, dass sich die Märkte im zweiten Halbjahr normalisieren, geht der Alleinvorstand von einem saisonal bedingten moderaten dritten Quartal und anschließenden belebenden Marktimpulsen im vierten Quartal aus. Stürner weist in diesem Zusammenhang allerdings darauf hin, dass zuverlässige Prognosen für die weitere Geschäftsentwicklung in Anbetracht der nicht vorhersehbaren exogenen Einflussfaktoren nur eingeschränkt möglich sind.

Unseres Erachtens zeigt die rein operative Entwicklung unter Herausrechnung einmalig negativer Effekte eine solide Entwicklung. Das zeigt, dass PEH auch in schwierigen Börsenzeiten, in denen es an Zuflüssen aus performanceabhängigen Gebühren mangelt, durch die administrierten Fondsvolumina noch gutes Geld verdient. Der explizite Hinweis von Stürner auf eine Dividendenerhöhung mag angesichts des gesunkenen Halbjahresergebnisses überraschen, aber PEH schwimmt quasi in Geld. Per Halbjahresende stieg der Cashbestand trotz der bereits Ende Juni ausgeschütteten Dividende auf 17,3 Mio. Euro (31.12.2021: 15,3 Mio.), was einem Cashbestand von 10,59 Euro je umlaufender Aktie entspricht. Werden die 4,0 Mio. Euro an gehaltenen Investmentfonds, die 2,0 Mio. Euro an Genussrechten und 0,3 Mio. Euro an Zertifikaten hinzu gerechnet, ergibt sich aufgrund der Bankschuldenfreiheit sogar ein Nettocashbestand von 23,6 Mio. Euro, mithin 14,42 Euro je umlaufender Aktie. Zwar liegt der Großteil dieser Mittel in Tochtergesellschaften (und hier sind auch substanzseitig gedanklich Minderheitenanteile abzuziehen), aber PEH ist so reich mit Cash unterlegt, dass hohe Dividenden problemlos möglich sind. Bewertungstechnisch ergibt sich wegen des hohen Nettocashbestands selbst unter Zugrundelegung lediglich des Basisgeschäfts (welches in schwierigen Börsenjahren ohne fließende performanceabhängige Gebühren realisiert werden kann) eine starke Unterbewertung der Aktie. In normalen und erst recht in guten Börsenjahren, in denen zunehmend auch performanceabhängige Gebühren vereinnahmt werden können, wird dann nochmals besser verdient. Der explizite Hinweis von Stürner auf mögliche weitere Aktienrückkäufe und eine steigende Dividende (zuletzt wurden 1,50 Euro gezahlt, was bereits einer aktuellen Dividendenrendite von 6,7% entspricht), spricht dafür, dass Aktionäre auch in Zukunft reichlich am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Wir sehen die Aktie weiterhin als klaren Kauf.

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