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Austria Börsenbrief
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Polytec fordert fairere Zusammenarbeit mit Autoindustrie

27.04.2022 | Austria Börsenbrief Nr. 17/2022

Polytec (ISIN AT0000A00XX9 – Euro 6,05) hat im Geschäftsjahr 2021 den Umsatz gegenüber dem schwachen Vorjahr um 6,5% auf 556 Mio. Euro ausgeweitet. Der Gewinn legte unter dem Strich leicht auf 7,06 (6,44) Mio. Euro zu. Der Gewinn je Aktie erreichte damit 0,32 (0,29) Euro. Bei einer Normalisierung des Geschäftes ist der Automobilzulieferer für deutlich höhere Erträge gut. Dies wird auch daran deutlich, dass sich die operative Gewinnmarge im Geschäftsjahr 2021 mit 2,2 Prozent weiterhin auf einem sehr unbefriedigendem Niveau bewegt. Die Dividende soll auf 0,10 (0,30) Euro gekürzt werden (Dividendenrendite 1,65%). Eine konkrete Prognose für das Geschäftsjahr 2022 blieb der Vorstand schuldig und verwies auf Herausforderungen durch den Mangel an Rohstoffen und Materialien. Die genannten Faktoren könnten sich laut Polytec heuer auf Umsatz und Ertragsentwicklung auswirken. Vorstandschef Markus Huemer ist mit der aktuellen Ertragslage alles andere als zufrieden und kritisiert, dass Polytec die massiven Belastungen durch verteuerte Rohstoffe sowie Energie und die Kosten für die jederzeitige Bereithaltung von Erzeugungs- oder Logistikkapazität nur zum Teil an die Automobilkonzerne weitergeben könne, während die Fahrzeughersteller ihre Abrufe und auch ihre Preispolitik gegenüber dem Endverbraucher frei und erfolgreich gestalten können. Huemer fordert im Geschäftsbericht eine faire, tragfähige und nachhaltige Verteilung von Kosten und Erträgen: „Auf Dauer wird man vor diesem Hintergrund das Zusammenarbeitsmodell zwischen der Automobilindustrie und ihren Zulieferern hinterfragen und auf neue, partnerschaftlichere Beine stellen müssen.“ Um diese Abhängigkeit zu verringern, arbeitet Polytec intensiv daran, Aktivitäten auch auf Branchen abseits der Automobilindustrie auszudehnen. Innerhalb des Automotive-Umsatzes setzt der Konzern zunehmend auf komplexe Bauteile für elektrisch betriebene Fahrzeuge und arbeitet an der Erweiterung des Produktangebotes für diese Fahrzeugkategorie. In der Elektromobilität sieht Huemer großes Wachstumspotenzial. So befasst sich Polytec aktuell intensiv mit der Entwicklung von Hochvoltbatterie-Gehäusen. Diese komplexen Bauteile sollen die Produkte, die derzeit für Verbrennungsmotoren hergestellt werden, langfristig ablösen. Polytec hat die Basis für deutlich höhere Gewinne nicht zuletzt durch eine umgesetzte Digitalisierungsoffensive bereits gelegt. Bei einer Normalisierung des derzeit sehr schwierigen Branchenumfeldes trauen wir Polytec eine Rückkehr zu alter Ertragsstärke und damit wieder Gewinnen von über 1,50 Euro je Aktie zu.

Antizyklisch wird dieser gut aufgestellte Automobilzulieferer nach einer Kurshalbierung seit Mitte 2021 zunehmend interessant. Risikobereite Anleger könnten antizyklisch, spekulativ und mit moderater Depotgewichtung eine Position aufbauen.

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