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Fed-Liquiditätsindikatoren mit bullischen Signalen für Aktien & Co.

15.04.2026 | Austria Börsenbrief Nr. 15/2026

Während geopolitische Krisen und Inflationssorgen die Schlagzeilen beherrschen, hat die Wall Street im April wieder in den Vorwärtsgang gefunden. Obwohl der Iran-Krieg noch ungelöst ist, ist ein US-Aktienleitindex wie der S&P 500 nur noch weniger als 1 % entfernt von neuen Bestmarken. Passend dazu sendet im Hintergrund ein technischer Indikator ein bullisches Signal, das sich als richtungsweisend entpuppen könnte. Gemeint ist damit, dass nach Angaben der Bank Julius Bär die Liquidität der US-Notenbank Fed dabei ist, in einen neuen langfristigen Aufwärtstrend einzumünden.

Die damit einhergehende Kernbotschaft der charttechnischen Analysten bei dem Schweizer Kreditinstitut ist so simpel wie wirkungsvoll: „This tide lifts all boats“ – diese Flut hebt alle Boote. Man kann sich die Liquidität dabei wie das Schmiermittel im Getriebe der Finanzmärkte vorstellen. Wenn genug davon vorhanden ist, laufen die Kurse auch dann rund, wenn es von der Nachrichtenseite her eigentlich knirscht.

Der Indikator für dieses Schmiermittel ist wie erwähnt gerade erst auf „bullisch“ gesprungen. Das deutet darauf hin, dass nach einer Phase der Unsicherheit nun wieder mehr Kapital in die Märkte drängt. Die könnte die nötige Kraft liefern, um den S&P 500 und den Nasdaq 100 trotz aller Störfeuer auf neue Allzeithochs zu treiben. Dass trotz der offiziell eher restriktiven Geldpolitik der Notenbank wieder mehr Liquidität vorhanden ist, liegt an einem paradoxen Effekt: Zwar baut die Fed ihre Bilanz im Hintergrund offiziell ab, doch gleichzeitig fließen riesige Summen von staatlichen Sicherheitskonten und aus „Parkhäusern“ für Großinvestoren zurück in den Kreislauf.

Da dieser Rückfluss das offizielle Absaugen von Geldern derzeit überlagert, steht den Märkten unter dem Strich wieder mehr „Schmiermittel“ zur Verfügung. Genau diesen Wendepunkt scheinen die nun bullischen Indikatoren einzufangen. Interessanterweise basieren diese spezifischen Beobachtungen auf Daten, die erst seit dem Jahr 2017 als wirklich aussagekräftig gelten. Das liegt vor allem daran, dass sich die Art und Weise, wie die Notenbank den Geldfluss steuert, in dieser Zeit grundlegend verändert hat. Es wurden neue Instrumente geschaffen, die wie Zwischenlager für Geld wirken. Erst seit 2017 haben diese Bewegungen eine solche Größe erreicht, dass sie für die allgemeine Marktentwicklung oft entscheidender sind als klassische Wirtschaftsdaten.

Die Tatsache, dass die Zeitreihe noch jung ist, birgt ein gewisses Risiko, dass die bisher zu beobachtenden Performance- Korrelationen nur auf Scheinzusammenhänge zurückzuführen sind. Doch wenn wir unterstellen, dass es ein echtes Zusammenspiel gibt, was auch plausibel wäre, dann ist zu konstatieren, dass viele Assets wie unter anderem auch Aktien eine positive Korrelation mit den Fed-Liquiditätsindikatoren aufweisen.

Wie sensibel die Märkte auf dieses Schmiermittel reagieren, zeigt ein Blick auf besonders schwankungsanfällige Werte wie Bitcoin. Die Kryptowährung gilt oft als „Frühwarnsystem“ für die Liquidität: In Phasen, in denen das System gut geschmiert war, verzeichnete Bitcoin historisch eine beeindruckende jährliche Rendite von 103 %. War die Liquidität hingegen knapp, waren es lediglich 4,5 %. Diese deutliche Differenz unterstreicht, warum der aktuelle Trendwechsel des Indikators von so großer Bedeutung sein könnte.

Für Anleger liefert dieser Ansatz jedenfalls eine plausible Erklärung für die aktuelle Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte. Wenn die Liquidität expandiert, suchen sich die Milliarden ihren Weg in die Märkte – fast ungeachtet der Schlagzeilen. Auch wenn geopolitische Spannungen kurzfristig für Volatilität sorgen können, liefert der neue Aufwärtstrend der Liquidität das technische Fundament für eine Fortsetzung der Rallye— solange der Iran-Krieg nicht noch einmal völlig eskaliert.

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