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Dax im ersten Halbjahr unter dem Strich wenig verändert – Richtungsentscheid für das zweite Halbjahr steht noch aus
29.06.2026 | Money Mail Nr. 051/2026Am deutschen Aktienmarkt ging es in der abgelaufenen Handelswoche relativ schwankungsfreudig zu. Der Dax verabschiedete sich am Freitag im Xetra-System bei 24.671,22 Punkten ins Wochenende. Im Vergleich zum Schlusskurs der Vorwoche bei 24.985,82 Punkten entspricht dies einer Performance von minus 1,26 %.
Damit beläuft sich der Rückgang im gesamten Monat Juni auf 1,7 %, während für die erste Jahreshälfte 2026 per Saldo ein knappes Plus von 0,7 % zu Buche steht. Charttechnisch spiegelt diese Entwicklung das Bild eines intakten, aber trägen mittelfristigen Seitwärtstrends wider. Mit dem jüngsten Rutsch unter die kurzfristig bedeutsame 21-Tage-Linie bleibt das Börsenbarometer weiterhin eindeutig auf Richtungssuche. Ob der unterbrochene langfristige Aufwärtstrend wieder aufgenommen werden kann, bleibt abzuwarten.
Für den jüngsten Abwärtsdruck zeichnete vor allem ein Zusammenspiel aus internationalen Belastungsfaktoren verantwortlich. Nachdem geopolitische Risiken durch Signale einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zeitweise in den Hintergrund gerückt waren, bestimmten fundamentale und sektorbezogene Sorgen das Marktgeschehen.
Die globalen Aktienmärkte litten im Wochenverlauf unter spürbaren Gewinnmitnahmen, die insbesondere die zuvor stark gelaufenen Technologiewerte in den USA und in Asien erfassten. Flankiert wurde diese Sektorenschwäche von eigentlich recht robusten US-Konjunkturdaten und einer anhaltend zins-restriktiven Kommunikation der US-Notenbank, da die US-Inflation im Mai auf 4,2 % kletterte und damit die Sorge vor dauerhaft hohen Zinsen untermauerte. Der weiter gefallene Ölpreis ist zwar ein stützender Faktor, spielte zuletzt aber nicht die entscheidende Rolle bei der Kursfindung.
Die DZ Bank kommt zu der nachfolgenden Bestandsaufnahme, der wir prinzipiell zustimmen: „Nach der Entspannung des Konflikts in Nahost – entsprechende Erwartungen scheinen in den Indizes bereits zuvor eingepreist gewesen zu sein – fehlt es dem Dax momentan anscheinend an Kurssteigerungsfantasie.
Hinzu kommen saisonale Aspekte (Stichwort: Sommerloch) und eine überhitzte amerikanische Börse, von der unter technischen Aspekten kurzfristig ebenfalls keine Impulse zu erwarten sind. Der übergeordnete Aufwärtstrend des deutschen Börsenbarometers ist aber intakt. Das Zusammenspiel dieser Faktoren mündet in einem charttechnischen Bild, das im übergeordneten Zeitraum bis zum Jahresende zwar Gewinne von etwa 10 % verspricht, kurzfristig jedoch weiterhin durch eine erratische Bewegung geprägt werden dürfte.“
In der kommenden Woche dürften frische Konjunkturdaten über den weiteren kurzfristigen Verlauf der laufenden Konsolidierung entscheiden. Am Montag steht das Economic Sentiment der EU-Kommission für Juni auf der Agenda, bei dem das vorab gemeldete, verbesserte Verbrauchervertrauen im Euroraum für einen stabilisierenden Impuls sorgen könnte.
Am Dienstag folgt der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, der Aufschluss über die Nachhaltigkeit der jüngsten Exportstärke in der Industrie liefert. Besondere Beachtung verdient der Mittwoch, an dem die Inflationsdaten für den Euroraum veröffentlicht werden; erwartet wird ein Rückgang der Teuerungsrate auf 3,0 % sowie eine leichte Abschwächung der Kerninflation auf 2,5 %.
Am Donnerstag richtet sich der Blick dann auf den US-Arbeitsmarktbericht für Juni, von dem Marktteilnehmer nach den jüngsten Zinsängsten Hinweise auf das zukünftige Tempo der amerikanischen Geldpolitik erwarten. Die Vorlage dieser Informationen erfolgt feiertagsbedingt einen Tag früher als sonst üblich.
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