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Dax mit einem Wochenminus, aber auch mit der Hoffnung auf positive Impulse – Woche der Notenbanken steht an

15.06.2026 | Money Mail Nr. 047/2026

Der Dax hat eine Woche mit moderaten Verlusten hinter sich. Konkret verlor der deutsche Aktienleitindex im Wochenvergleich 0,5 %. Das Minus wäre klar deutlicher ausgefallen, wenn am Freitag nicht wieder einmal Hoffnungen auf ein Friedensabkommen beim Iran-Krieg für spürbare Aufschläge zum Wochenausklang gesorgt hätten. Und da an diesem Sonntag offenbar auch eine Vereinbarung bestätigt wurde, gibt es gute Chancen, dass es zunächst noch etwas weiter aufwärts geht.

Die jüngste Kursfindung passt zur charttechnischen Ausgangslage. Denn der Dax hat mit einem am Freitag markierten Schlussstand von 24.635,30 Punkten die 50- sowie die 200 Tage-Durchschnittslinie und damit wichtige Haltezonen verteidigt. Theoretisch ist damit der Boden bereitet für einen Angriffsversuch nach oben, aber ob es dazu kommt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob der zuletzt bereits gesunkene Ölpreis weiter nachgibt oder nicht. Weil mit dem Ölpreis Inflationsängste verbunden sind und die EZB in der Vorwoche wegen einer zu hohen Teuerung wie erwartet die Zinsen erhöht hat, ist die jetzt anstehende Woche der Notenbanken noch spannender, als es diese Terminkonstellation ohnehin nahelegt. Neben der Fed beraten die Bank of England sowie die Schweizer Nationalbank (jeweils 18.06.) und die Bank von Japan (16.06.) über ihre Geldpolitik. Zudem tagen auch die Zentralbanken in Schweden und Norwegen.

Die Blicke der Marktakteure sind dabei vor allem auf die USA gerichtet. Denn der neue US-Notenbankpräsident Kevin Warsh leitet erstmals die Fed-Sitzung und gibt am Mittwoch bekannt, wie sich das Gremium entschieden hat. An den Märkten wird erwartet, dass die Notenbank den Leitzins in der Bandbreite zwischen 3,50 und 3,75 % lässt, da die Inflation zu weit entfernt vom Inflationsziel ist, während der Arbeitsmarkt sich zuletzt sehr robust gezeigt hat. Man darf laut Hamburg Commercial Bank gespannt sein, wie Warsh argumentieren wird, insbesondere mit welcher Überzeugung er die Leitzinsen unverändert lässt oder ob er durchscheinen lassen wird, dass er eigentlich die Zinsen gerne senken würde.

Auch ist demnach darauf zu achten, ob die Entscheidung einstimmig ausfällt oder ob einige Mitglieder vielleicht dem Beispiel der EZB gerne folgen, die Zinsen also schon jetzt gerne anheben würden. Trump hat Warsh in jedem Fall aufgefordert, erstens die Zinsen nicht anzuheben und zweitens sie am liebsten zu senken. Ansonsten stehen im Datenkalender der neuen Woche die US-Industrieproduktion am Montag, die ZEW-Umfrage zu den deutschen Konjunkturperspektiven am Dienstag sowie die US-Einzelhandelsumsätze am Mittwoch. In allen drei Fällen wird man sehen wollen, wie sich der Iran-Krieg auswirkt. 

Die US-Produktion wurde bislang von einer erhöhten Nachfrage gestützt, da die Krise an der Straße von Hormus die Sorge vor Lieferengpässen erhöht. Die DZ Bank rechnet mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Industrieproduktion im Mai. Die ZEWKonjunkturerwartungen tendierten zuletzt etwas höher und hatten den Abwärtstrend der letzten Monate erstmal gestoppt. Im Juni dürfte sich diese moderate Aufwärtsbewegung fortgesetzt haben, so das Urteil des zitierten Kreditinstituts. Zu den Einzelhandelsumsätzen in den USA im Mai heißt es, diese dürften gegenüber dem Vormonat erneut kräftig gestiegen sein. Allerdings handelt es sich dabei vor allem um einen Preiseffekt. So dürften zum Beispiel die Umsätze an den Tankstellen aufgrund der hohen Kraftstoffpreise deutlich gestiegen sein. Real dürfte es angesichts des trüben Konsumklimas nur für ein Mini-Plus gereicht haben.

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