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Dax nach Wochenminus vor Belastungsprobe – EZB vor Zinserhöhung
08.06.2026 | Money Mail Nr. 044/2026Am deutschen Aktienmarkt setzte es in der Vorwoche Verluste. Der Dax verlor 1.38 % auf 24.759,05 Punkte. Damit scheint ein kurzfristiger Vorstoß auf neue Kursrekorde auf Eis gelegt zu sein. Zumal die Kurse an der Wall Street am Freitagabend noch heftig unter Druck geraten sind und damit die Vorzeichen zum Auftakt der neuen Woche nach unten gerichtet sind.
In Übersee brachen insbesondere Technologieaktien angesichts steigender Anleiherenditen und Sorgen über die enormen Wachstumserwartungen, die den Handel mit Künstlicher Intelligenz befeuert haben, ein. Laut Axios ergab sich zum Wochenausklang vor allem bei Halbleiteraktien ein Blutbad und damit bei jenen Titeln, welche die physische Infrastruktur bereitstellen, die die zukunftsträchtige KI-Wirtschaft stützt.
Der Nasdaq stürzte um 4,2 % ab, was den schlechtesten Handelstag seit 14 Monaten darstellte, nachdem ein stärker als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht den Renditesprung auslöste. Dies macht es für KI-Unternehmen teurer, ihre massiven Ausgaben fortzusetzen. Der PHLX Semiconductor Sector Index fiel sogar um über 10 %. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Halbleiterindex seit Jahresbeginn nach wie vor deutlich im Plus notiert.
Die Sorge, dass eine Blase bei Technologieaktien bald platzen könnte, verbunden mit überraschend hohen Arbeitsmarktzahlen und dem daraus resultierenden Verdacht, dass die US-Notenbank Federal Reserve – selbst mit einem neuen, von Donald Trump eingesetzten Vorsitzenden – die Zinsen erhöhen könnte, löste schwere Gewinnmitnahmen aus.
Hinzu kommt, dass der anstehende Rekord-Börsengang des Weltraumunternehmens SpaceX auch erst einmal finanziert sein will. Wobei nicht zu vergessen ist, dass in den vergangenen Jahren die umfangreichen Aktienrückkäufe für ein sich verknappendes Aktienangebot gesorgt haben, was dabei half, die Kurse am Gesamtmarkt nach oben zu treiben.
Vor diesem Hintergrund zeichnet sich jetzt erst einmal eine neuerliche Belastungsprobe für die Börsen ab. Zumal der Iran-Krieg weiter andauert und die auch deswegen steigende Inflation üben zunehmend Druck aus auf die Notenbanken, die Leitzinsen zu erhöhen. Bei der Ratssitzung am kommenden Donnerstag dürfte die EZB jedenfalls nicht nur laut Deka Bank die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben. Wegen der hohen Unsicherheit dürfte sie zudem weiterhin betonen, dass sie über ihren zukünftigen Kurs nur von Sitzung zu Sitzung entscheiden will. Mit ihren neuen makroökonomischen Projektionen dürfte sie aber unterstreichen, dass der Anstieg der Inflation persistenter ist als zunächst angenommen und sich damit zumindest die Möglichkeit zu einer weiteren Straffung offenhalten, so das zitierte Kreditinstitut.
Spannend wird es außerdem zur Wochenmitte. Denn am Mittwoch dürfte sich zeigen, dass die US-Verbraucherpreise im Mai zum dritten Mal in Folge energiepreisbedingt kräftig gegenüber dem Vormonat gestiegen sind. Spannender, weil weniger gut prognostizierbar sind die Entwicklungen in den weiteren Kategorien. Im April stiegen die Mieten aufgrund eines Sondereffekts sehr kräftig gegenüber dem Vormonat. Dies dürfte sich je doch als Einmaleffekt erweisen. Davon abgesehen erwartet Deka Research im Bereich der Güter (außerhalb Energie und Nahrungsmittel) einen relativ hohen Preisanstieg gegenüber dem Vormonat. Ein Preistreiber sind hier die Gebrauchtwagenpreise.
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