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Der Internationale
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Unter der Marktoberfläche bereiten sich Anleger auf Gegenwind vor

16.05.2023 | Der Internationale Nr. 10/2023

Die Komplexität der Finanzmärkte führt fast zwangsläufig dazu, dass treffsichere Analysen selten einfach sind. Aktuell scheint uns die Aufgabe aber besonders schwierig zu sein. Dafür sorgen widersprüchliche volkswirtschaftliche und charttechnische Signale.

So macht Mut, dass der Nasdaq 100 auf einem Jahreshoch notiert und der Stoxx Europe 600 Index sogar am Rekordhoch kratzt. Doch das ist auch irritierend, weil viele Volkswirte mit einer globalen Wachstumsverlangsamung rechnen. Außerdem drohen die deutlich gestiegenen Leitzinsen, die teilweise erst verzögert ihre negativen Wirkungen entfalten, Schäden in den Firmenbilanzen und in den Haushaltskassen der Konsumenten anzurichten.

Ein Blick unter die Oberfläche zeigt aber, dass sich viele Anleger trotz der seit Mitte Oktober deutlich gestiegenen Weltbörsen auf konjunkturellen Gegenwind einstellen. Dafür spricht eine zuletzt bereits nachgelassene Kursaufwärtsdynamik. Vor allem aber senden die Sektoren-Performances klare Signale. Denn zyklische Sektoren wie Grundstoffe oder Industriewerte entwickeln sich seit Anfang Februar schlechter als ihre defensiven Pendants, zu denen Versorger, Basiskonsumgüter und Gesundheitswesen zählen. Dies deutet laut BCA Research darauf hin, dass die Anleger nicht auf eine Erholung des globalen Konjunkturzyklus wetten.

Eine ähnliche Sprache spricht auch die relative regionale Performance. Nach einer zuvor starken Phase hat sich der Aktienindex des Euroraums jüngst im Vergleich zu seinem US-Pendant seitwärts bewegt. Der Aktienindex für die Schwellenländer hat sich seit Ende Jänner um mehr als 10%-Punkte schlechter entwickelt als die US-Benchmark. Vor allem die größere Gewichtung defensiver Sektoren und die geringere Gewichtung zyklischer Werte in den US-Leitindizes macht diese im relativen regionalen Vergleich weniger abhängig vom globalen Wachstum.

Weil die Risiken für die Weltwirtschaft jüngst in der Tat wieder gestiegen sind, macht es auch aus unserer Sicht Sinn, defensivere Titel eher über- und zyklische Werte eher unterzugewichten.

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