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Austria Börsenbrief
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Politiker wollen vermehrt in die Firmenkassen greifen

01.06.2022 | Austria Börsenbrief Nr. 22/2022

Angesichts leerer Staatskassen steigen die Begehrlichkeiten der Politiker, bei gutverdienenden Aktiengesellschaften in die Firmenkasse zu greifen. Nachdem zunächst Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) die Idee ins Spiel brachte, Gewinne von Firmen mit Staatsbeteiligung, die überproportional von der Krise profitieren, gesetzlich abzuschöpfen (wir berichteten), folgte zuletzt Ungarn mit der Ankündigung, ausländische Firmen bestimmter Branchen mit Sondersteuern belegen zu wollen. Betroffen sind laut Wirtschaftsentwicklungsminister Marton Nagy Banken, Versicherungen, Energieunternehmen, Handelsketten, TelekomUnternehmen, Fluggesellschaften, Pharma-Unternehmen und die Werbewirtschaft. Die Sondersteuern würden heuer und im nächsten Jahr abzuführen sein. Die Regierung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban erwarte sich dadurch Einnahmen in Höhe von 2,1 Mrd. Euro. Dies würde beispielsweise die Banken Erste Group (ISIN AT0000652011 – Euro 28,97) und Raiffeisen Bank International (RBI, ISIN AT0000606306 – Euro 12,55) treffen als auch die Versicherer Vienna Insurance Group (VIG, ISIN AT0000908504 – Euro 22,40) sowie Uniqa (ISIN AT0000821103 – Euro 7,62).

Wir meinen: Diese Begehrlichkeiten der Politiker sind ein weiterer Faktor, der die Gewinnperspektiven der Unternehmen schwerer kalkulierbar macht und ein weiteres Risiko für Aktionäre darstellt. Dies bedeutet keineswegs, dass dem Aktienmarkt der Rücken gekehrt werden sollte, allerdings sollten die erhöhten Risiken zu einer besonderen Konzentration auf die Risikokontrolle bei der Aktienanlage führen. Ein Mittel der Risikokontrolle: Nur Aktien kaufen, die auch charttechnisch überzeugend aussehen. Dieses Wiener Finanzaktien-Quartett erfüllt diese Bedingung nicht und sieht aus technischer Sicht aktuell trotz teilweise sehr attraktiver Fundamentaldaten wenig überzeugend aus.

Uniqa macht charttechnisch aktuell noch den besten Eindruck, läuft derzeit jedoch noch schwächer als der ATX. RBI, Erste Group, VIG und Uniqa sind aktuell aus unserer Sicht kein Kauf.

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