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Warum der MSCI-Weltindex trotz Iran-Krieg auf Rekordjagd ist
29.04.2026 | Austria Börsenbrief Nr. 17/2026Die Reaktion der globalen Aktienmärkte auf den Iran-Krieg wirkt weiterhin erstaunlich robust. Zwar kam es nach Kriegsbeginn zu Rücksetzern, doch diese erwiesen sich als temporär. Inzwischen haben etliche führende Aktienindizes wieder in den Vorwärtsgang gefunden, wobei der MSCI Weltindex sogar neue Höchststände markiert hat. Angesichts der Risiken für Energieversorgung, Inflation und Konjunktur stellt sich die Frage, warum die Märkte bislang so widerstandsfähig bleiben.
Ein wesentlicher Erklärungsansatz liegt in der fundamentalen Entwicklung auf Unternehmensebene. Nach Einschätzung der Societe Generale hat sich das globale Gewinnbild zuletzt deutlich aufgehellt – und das in einer Dynamik, die selbst im historischen Vergleich auffällt. Die Konsensschätzungen für die Gewinne im MSCI AC World sind in den vergangenen vier Monaten um rund 600 Mrd. Dollar gestiegen – ein Plus von etwa 12 %. Eine derart kräftige Aufwärtsrevision wurde bislang nur in Phasen beobachtet, die unmittelbar auf eine Rezession folgten.
Getrieben wird diese Entwicklung maßgeblich vom Technologiesektor. Insbesondere der anhaltende Investitionsboom rund um Künstliche Intelligenz sorgt für eine außergewöhnlich hohe Kapitalintensität. Große Technologiekonzerne investieren massiv in den Ausbau von Rechenzentren und Halbleiterkapazitäten. Entsprechend konzentriert sich auch das Gewinnwachstum: Rund 43 % des Anstiegs der Gewinnerwartungen für 2026 entfallen auf den Halbleitersektor. Nimmt man IT-Hardware und Energie hinzu, lassen sich nahezu 98 % der gesamten Gewinnrevision erklären.
Diese sektorale Konzentration spiegelt sich auch in der Indexentwicklung wider. Von den bislang erzielten Kursgewinnen im MSCI AC World in Höhe von rund 700 Basispunkten entfallen etwa 50 % allein auf Halbleiter und Technologiehardware. Halbleiter haben inzwischen ein Gewicht von rund 15 % erreicht und stellen damit den größten Sektor im Index. Die Marktbreite bleibt damit begrenzt, doch die Dynamik in den dominierenden Segmenten ist stark genug, um den Gesamtmarkt zu tragen. Vor diesem Hintergrund relativieren sich die geopolitischen Risiken zumindest kurzfristig. Solange die Gewinnschätzungen weiter steigen und die Kapitalströme in die wachstumsstarken Bereiche anhalten, können externe Belastungsfaktoren besser absorbiert werden. Hinzu kommt, dass steigende Energiepreise zumindest teilweise über höhere Gewinnerwartungen im Energiesektor kompensierend wirken.
Gleichwohl ist diese Entwicklung nicht frei von Risiken. Die hohe Konzentration auf wenige Sektoren erhöht die Anfälligkeit für Korrekturen, sollte es zu Enttäuschungen kommen. Auch bleibt offen, wie nachhaltig der Investitionszyklus im KI-Bereich tatsächlich ist und in welchem Umfang sich die hohen Ausgaben langfristig in stabile Margen übersetzen lassen.
Unterm Strich erklärt die außergewöhnlich starke Gewinnentwicklung die derzeitige Robustheit der globalen Aktienmärkte. Die geopolitischen Risiken rund um den Iran treten nicht in den Hintergrund, werden aber aktuell von der Wucht der fundamentalen Aufwärtsrevisionen überlagert. Wie es mit diesen Ergebnisprognosen weitergeht, wird auch künftig der entscheidende Kursfaktor sein – ob und wann der Iran-Krieg diesbezüglich ganzheitlich belastet, bleibt abzuwarten.
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