Andere Anlageformen

Anleihen - Investmentfonds und ETFs

a. Anleihen

Ein Anleger, der den Schwankungen an den internationalen Aktienmärkten entfliehen will und sich eine gewisse Konstanz hinsichtlich der erzielten Renditen wünscht, könnte sich mit der Assetklasse Anleihe beschäftigen. Denn beim Kauf einer Anleihe erhält man in der Regel eine feste Verzinsung für angelegtes Kapital (Kupon). Daneben gibt es auch zahlreiche Anleihen, die eine variable Verzinsung aufweisen. Bei Anleihen bilden die Zinseinnahmen die wichtigste Ertragskomponente. Wechselkurse können aber eben­falls eine sehr wichtige Rolle spielen, wenn man sich entschließt, beispiels­weise außerhalb der Eurozone sein Kapital anzulegen.

Staatsanleihen

Vor Jahren noch eine sichere Bank, seit der Schuldenkrise jedoch keineswegs mehr. Die Bonität (das Maß der Kreditwürdigkeit) eu­ropäischer Staatsanleihen hat sich aufgrund der Euro-Krise verschlechtert. Ein Engage­ment in westeuropäischen festverzinslichen Wertpapieren wie Staatsanleihen ist nicht mehr als so sicher und konservativ einzustu­fen wie noch vor 10 Jahren.

Unternehmensanleihen

Eine interessante Alternative zu Staatsanlei­hen. Vor allem große Konzerne haben zum Teil bessere Bilanzen aufzuweisen als einige Länder. Bestes Beispiel ist hier Apple. Für den US-Konzern stellt die Option, sich über Anleihen zu finanzieren, einen attraktiven Weg dar, um sich von Bankkrediten unabhängiger zu machen. Der Anleger wiederum bekommt dafür eine eindeutig kalkulierbare Rendite, was gegenüber Aktienkäufen der größte Vorteil ist.

 

b. Investmentfonds und ETFs

Fonds sorgen für die nötige Diversifikation - heißt es immer. Das stimmt, denn besonders an den Aktienmärkten gilt es, das Risiko zu streuen. Aus diesem Grund investieren Anleger gerne in Fonds. Diese treffen zum Beispiel eine Auswahl aus Aktien, verschiedenen Anlageklassen (Mischfonds) oder sogar aus Fonds selbst (Dachfonds).

Aktuelle Untersuchungen auf Basis von Daten aus 5 Jahren zeigen auf, dass sowohl aktiv gemanagte Fonds als auch die passive Variante, Exchange Tra­ded Funds (ETFs), bei Privatanlegern immer beliebter werden. Der Anteil der ETFs am gesamten Fondsvolumen kletterte demnach in beeindruckender Weise von 1,9 Prozent vor rund zehn Jahren auf 20,7 Prozent in 2011 und schließlich auf 30,5 Prozent Ende August 2015. Trotzdem machen gemanagte Fonds immer noch knapp 70 Prozent des Fondsvolumens aus. Unter den ak­tiv gemanagten Fonds bleiben die Aktienfonds unangefochten Spitzenreiter.

Mischfonds

Manchmal fällt es Anlegern schwer, sich zu entscheiden: Soll man sein Geld eher in Akti­en- oder Rentenfonds stecken? Die Misch­fonds erleichtern einem diese Entscheidung. Schließlich sorgen sie dafür, dass Anleger gleichzeitig in Aktien und Rentenpapiere investieren können. Mischfonds nehmen bequem die Portfolioausgestaltung vor, die sich Sparer entweder selbst nicht zutrauen oder aus Zeitgründen nicht vornehmen möchten. Ein weiterer Vorteil von Mischfonds ist das geringere Risiko im Vergleich zu reinen Aktienfonds. In Zeiten einer guten konjunk­turellen Entwicklung und steigender Börsen­kurse wird der Aktienanteil erhöht. Wenn die Zeiten turbulent sind und die Aktienkurse purzeln, können die Fondsmanager das Kapi­tal absichern, indem sie das ihnen überlasse­ne Geld in weniger riskante verzinsliche (fest oder variabel) Wertpapiere anlegen.

Der Nachteil besteht darin, dass man bei einer Börsenrallye nicht vollständig von den steigenden Kursen profitieren kann, wie es bei reinen Aktienfonds der Fall wäre. Darüber hinaus verleitet die Breite an Anlagemöglichkeiten Fondsmanager dazu, zwischen verschiedenen Investments hin und her zu springen, ohne für die notwen­dige Transparenz für Anleger zu sorgen. Insbesondere bei so genannten Multi-Asset- Fonds kann man schon einmal den Über­blick verlieren. Investitionen in Immobilien, Rohstoffe oder Währungen können eine zusätzliche Absicherung gegenüber Aktien-und Anleiheinvestments bringen, allerdings müssten Privatanleger schon ganz genau hinschauen. Dabei sollen Mischfonds eher den Charakter haben, für Bequemlichkeit zu sorgen und Sparern die Portfoliogestaltung weitgehend abzunehmen.

Aktienfonds – mit speziellem Fokus

Für Investoren wird die Suche nach rendi­testarken und sicheren Investments in der aktuellen Niedrigszinsphase keineswegs einfacher. Mithilfe von Mischfonds lässt sich eine gewisse Absicherung gegenüber reinen Aktieninvestments herstellen. Allerdings können dabei die Rendite und die Trans­parenz leiden. Es gibt jedoch auch unter den Aktien genügend Werte, die sich über Jahrzehnte bewährt haben und selbst in wirtschaftlich turbulenten Zeiten Investoren üppige Renditen bescherten. Das haben diese Unternehmen insbesondere mithilfe einer nachhaltigen Dividendenpolitik ge­schafft. Man sollte im Hinterkopf haben:

Wichtige Indizes wie der DAX und natürlich auch die darin enthaltenen Werte ver­danken einen Großteil der über die Jahre erzielten Rendite den Ausschüttungen der Unternehmen. Und trotzdem wird manch­mal die Wichtigkeit der Dividendenkompo­nente von Anlegern unterschätzt. Dividen­denfonds sorgen beispielsweise wiederum für die entsprechende Auswahl unter den verschiedenen Dividendenwerten. Gerade bei den aktuell niedrigen Zinsen kann ein Blick auf üppige Dividendenrenditen Freude machen. Allerdings sollte man nicht nur die Höhe der Dividendenrendite im Blick ha­ben. Eine sehr hohe Rendite ist ein Indiz da­für, dass das entsprechende Unternehmen Substanz ausschütten und somit zukünftige Dividenden gefährden könnte. Vielmehr sollten Investoren auf die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und Wachstumsmöglich­keiten für die Zukunft achten.

 Indexfonds Exchange Traded Funds (ETFs)

Viele Anleger setzen überwiegend oder vollständig auf aktiv gemanagte Fonds. Deren Manager, so die gängige Annahme, versuchen das Verlustrisiko ihres Fonds durch eine möglichst breite Streuung der im Portfolio enthaltenden Wertpapiere zu senken, gleichzeitig aber eine Rendite zu erzielen, die über dem Marktdurchschnitt liegt. Doch in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass es aktiv gemanagten Fonds oft nicht gelingt, eine bessere Performance hinzulegen als die jeweiligen Vergleichsindizes – erst recht nicht, wenn man die Kosten berücksichtigt. Warum also nicht gleich der Entwicklung eines Index, Rohstoffpreises oder eines ganz anderen Basiswerts folgen? Anleger, die nicht auf das Können eines Fondsmanagers oder sein eventuelles Glück vertrauen wollen, haben die Möglichkeit, über die sogenannten ETFs an der Wertentwicklung des jeweils zugrunde liegenden Index zu partizipieren. Bei einem aktiv gemanagten Fonds weiß man hingegen im Voraus nie, ob dessen Manager mit seiner Strategie besser oder schlechter als der Markt abschneiden wird.

Exchange Traded Funds (ETFs) sind börsengehandelte Investmentfonds, die eine passive Anlagestrategie verfolgen, das heißt, sie versuchen einen Index möglichst getreu nachzubilden. Dabei reicht die Pa­lette der abgebildeten Indizes von Länder-und Branchenindizes bis zu globalen Indi­zes. Der erste börsengehandelte ETF wurde im Jahr 1993 in den USA eingeführt. Erst seit 2000 kann man diese Produkte auch in Deutschland an den Börsen handeln.

Da ETFs nur einen Index abbilden, sind die Verwaltungsgebühren aufgrund der passiven Anlagepolitik sehr niedrig. Sie weisen dadurch einen Kostenvorteil gegenüber aktiv gemanagten Fonds auf. Bei Letzteren fallen die Gebühren in der Regel höher aus, da die Fondsmanager im Rahmen ihrer Portfoliozusammenstellung einen hohen Analyseaufwand betreiben. Jedoch be­schränken sich die Renditechancen von ETFs definitionsgemäß auf den zugrunde liegen­den Index, während in der Vergangenheit so mancher aktive Fondsmanager durchaus höhere Renditen als der Vergleichs-index erzielen konnte.

Indexfonds haben den Vorteil, dass viele der Managementgebühren wegfallen, die die Performance aktiv gemangter Fonds belasten. Zudem sind Anleger nicht auf das Können oder sogar das Glück der Fondsmanager angewiesen. Schließlich schaffen es die meisten nicht einmal die entsprechen­den Vergleichsindizes zu schlagen. Darüber hinaus werden Anleger nur alle drei Mo­nate über die Portfoliozusammensetzung informiert, was nicht gerade die Transpa­renz und das Vertrauen stärkt. Dagegen bieten ETFs eine günstige und transparente Möglichkeit einen gesamten Index wie eine Aktie zu handeln. Kein Wunder also, dass die jüngsten Daten der DAB Bank gezeigt haben, dass in Deutschland zuletzt ganz besonders ETFs beliebter geworden sind.

Wie die meisten Finanzmarktinnovatio­nen haben auch die börsengehandelten Indexfonds ihren Ursprung in den USA.

Nachdem die State Street-Tochter SPDR 1993 den allerersten Fonds dieser Art, einen ETF auf den S&P 500 auflegte, konnte das Anlagevehikel seinen Siegeszug antreten. Es gibt grundsätzlich zwei Arten von ETFs. Einerseits existieren synthetisch über so genannte Swap-Geschäfte entwickelte ETFs. Andererseits können ETFs physisch entwi­ckelt werden. In diesem Fall sind die Werte aus dem zugrundeliegenden Index tatsäch­lich im Indexfonds enthalten. Physisch ent­wickelte ETFs haben den Vorteil, dass sie für Anleger transparenter sind. Zudem haben Derivate aufgrund der weltweiten Finanz-und Wirtschaftskrise einen schlechten Ruf.

Allerdings stört es insbesondere die insti­tutionellen Anleger, dass große Werte wie zum Beispiel die Apple-Aktie, aufgrund ihrer starken Indexgewichtung, die Richtung eines gesamten Barometers vorgeben und verzerren können. Daher kommen immer mehr ETFs auf den Markt, die versuchen die Gewichte in einem Index gleich zu verteilen oder die Gewichte nach anderen Kriterien, wie der Schwankungsanfälligkeit, zu setzen. Um dies umzusetzen ist häufig jedoch auch der Einsatz von Derivaten notwendig. Darüber hinaus haben die jüngsten Börsenturbulenzen gezeigt, dass die ständigen Käufe und Verkäufe von Aktien durch physische Indexfonds extreme Kursschwankungen fördern können. Insbesondere der riesige US-Vermögensverwalter und Anbieter der iShares-ETFs BlackRock sorgt dabei für enorme Wellen, wenn er Papiere auf den Markt wirft oder welche in sein Portfolio aufnimmt.

Eine Möglichkeit in Fonds zu investieren: Die Sparplan-Strategie

Sowohl ETFs als auch aktiv gemanagte Fonds werden Anlegern hierzulande auch durch so genannte Sparpläne

zugänglich gemacht. Schließlich steht man oft vor der Entscheidung, sein Geld in Form eines hohen Einmalbetrages zu investieren, oder zu versuchen über Sparpläne regelmäßig lediglich kleine Beträge anzusparen und den Rest zu konsumieren.

Zwar können bei einem Einmalinvestment, mit dem richtigen Riecher, wesentlich schneller relativ hohe Gewinne erzielt wer­den, allerdings ist damit auch ein höheres Risiko verbunden. Es kann schließlich mit den Kursen auch ganz schnell nach unten gehen. Zudem ist es dabei entscheidend, den richtigen Zeitpunkt für eine Investition zu erwischen. Dieses Dilemma entfällt, wenn man regelmäßig kleine Beträge an­spart. Auf diese Weise können Anleger von den verschiedenen Vorteilen von Sparplä­nen profitieren.

Mithilfe von Sparplänen wird der Speku­lationscharakter, den Aktieninvestments in Deutschland genießen, zurückgedrängt und die Spardisziplin verstärkt. Es wird deutlich, dass Aktien sehr gut zum Vermögensauf­bau und zur Altersvorsorge geeignet sind. Mit einem Sparplan kann man sich insbe­sondere das Auf und Ab an den Börsen zu Nutze machen.

Im Durchschnitt erhalten Anleger - je nach Anschaffungspreis - viele preiswerte und wenig teure Fondsanteile. Am Ende haben Anleger ihre Fondsanteile zu einem güns­tigeren Durchschnittspreis erworben, als wenn jeden Monat eine bestimmte Anzahl von Fondsanteilen gekauft worden wäre (Cost-Average-Effekt). Auf diese Weise kön­nen Sparer bereits mit kleinen monatlichen Beträgen, häufig schon ab 25 Euro, im Laufe der Zeit mit Hilfe von Sparplänen eine beachtliche Summe ansparen. Damit sind Sparpläne auch etwas für den kleinen Geldbeutel.

Das spezielle Rohstoff-Investment - Xetra-Gold

Gold gilt seit jeher als eine der beliebtesten Krisenwährungen. Es ist jedoch für Privat­personen mit hohen Kosten verbunden, Goldbarren oder –Münzen selbst zu lagern. Neben dem Kostenaufwand kommt auch das Risiko des Diebstahls hinzu. Außerdem ist es nicht immer ganz leicht schnell einen Handelspartner zu finden, wenn man Liquidität benötigt und das Gold verkaufen möchte. In solchen Fällen schaffen so ge­nannte Papiergoldprodukte Abhilfe. Diese sorgen für die entsprechende Absicherung, die sich Anleger von Goldinvestments ver­sprechen, gleichzeitig kann man von ihren flexiblen und kostengünstigen Handelsmög­lichkeiten profitieren.

Infrage kommen zum Beispiel Inhaber­schuldverschreibungen, wie Zertifikate und ETCs (Exchange-traded Commodities). Im deutschsprachigen Anlegerraum ist ganz besonders das börsengehandelte Xetra- Gold bekannt. Xetra-Gold ist eine von der Deutsche Börse Commodities GmbH

emittierte, auf Goldbestände lautende nennwertlose Anleihe. Dabei verbrieft die Inhaberschuldverschreibung einen Anspruch auf die Lieferung von physischem Gold. Xetra-Gold ist jederzeit zu 100 Prozent durch Gold gedeckt. Der größte Teil (95 Prozent) des Goldes wird in physischer Form in den Tresoren der Clearstream – dem deutschen Zentralverwahrer für Wertpapiere – eingelagert. Der restliche Teil des Goldes wird als Lieferansprüche auf Gold gegen die Umicore AG & Co. KG, Hanau unterhalten. Anleger können jederzeit ihren in Xetra- Gold verbrieften Anspruch auf Lieferung von einem Gramm Gold je Schuldverschrei­bung geltend machen.