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Bewertung spricht für Münchner Rück

26.08.2022 | Money Mail Nr. 101/2022

Der Aktienkurs von Altempfehlung Münchener Rück AG (Munich Re, ISIN: DE0008430026 – 237,10 Euro) hat sich zuletzt stabilisiert. Befriedigend ist die bisherige Ausbeute hier aber trotzdem noch immer nicht. Schließlich betrug der Empfehlungskurs bei der Erstbesprechung in Money Mail-Ausgabe 29-21 noch höhere 265,90 Euro. Wobei aber zwei seitdem vereinbarte Dividendenzahlungen je Aktie von 11,00 Euro und von 9,80 Euro die derzeit erlittenen Verluste auf ein überschaubares Ausmaß eingrenzen.

Was den Geschäftsgang bei dem Dax-Vertreter angeht, so war dieser zuletzt gemessen an den Erwartungen solide. Der Nachsteuergewinn des Rückversicherers fiel im abgelaufenen Quartal wegen des schwachen Anlageergebnisses zwar von 1,106 Mrd. auf 768 Mio. Euro, Analysten hatten aber nur mit 719 Mio. Euro gerechnet.

Das Ergebnis je Aktie betrug 5,50 Euro im Vergleich zu einer Analystenprognose von 5,18 Euro. Die Bruttoprämien stiegen um 8,3% auf 15,85 Mrd. Euro (Konsensprognose 15,8 Mrd. Euro). Im laufenden Jahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem Nettogewinn von 3,3 Mrd. Euro, nach 2,9 Mrd. Euro im Vorjahr.

Die vorgelegten Quartalszahlen offenbarten nach Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg viel Schatten, aber noch mehr Licht. Zum Schatten zählen demnach hohe Verluste auf Aktien und Derivate, eine enttäuschend hohe Combined Ratio von ERGO International und relativ geringe Preissteigerungen in der Juli-Vertragsverlängerungsrunde.

Zum Licht zählen die dortigen Analysten dagegen hohe Wechselkursgewinne, eine überraschend niedrige Combined Ratio in der Schaden- & Unfallrückversicherung und eine unerwartet starke Steigerung der Solvenzquote.

Grundsätzlich betrachtet profitiert die Münchener Rück von zweistelligen Marktanteilen rund um den Globus. Man verfügt auch über eine starke Kapitalposition und erwirtschaftet einen attraktiven Cashflow, der es ermöglicht, großzügige Dividenden auszuschütten und regelmäßig Aktien zurückzukaufen.

Die Solvabilitätsquote von 252% liegt über dem von der Berenberg Bank als optimal bezeichneten Bereich von 175%-220%. Bei einem geschätzten KGV von gut acht für 2023 und einer für das laufende Jahr erwarteten Dividendenrendite von annähernd 5% stufen wir den Titel als weiterhin haltenswert ein. Als Spaßbremse erweist sich allerdings ein charttechnischer Seitwärtstrend, der sich leider als sehr hartnäckig erwiesen hat.

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