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Dax beendet sechswöchige Verlustserie – Damit es weiter aufwärts geht, müssen die Unternehmen gute Geschäftsausblicke liefern

19.10.2026 | Money Mail Nr. 083/2026

Der Dax hat sich in der vergangenen Handelswoche erstaunlich robust präsentiert. Denn der deutsche Aktienleitindex ist im Wochenvergleich um gut 2 % auf 25.622,61 Punkte gestiegen. Es ist damit gelungen, eine sechswöchige Verlustserie zu beenden. Das ist unter anderem deshalb beachtlich, weil der Ölpreis inzwischen wieder bei rund 110 Dollar je Barrel und damit auf einem sehr hohen Niveau notiert.

Ganz abgesehen davon scheint die deutsche Bundesregierung auf immer wackligeren Beinen zu stehen und im Falle von vorgezogenen Neuwahlen droht eine Machtübernahme durch radikalere Parteien. In Berlin hat unterdessen bereits eine Partei die Schalthebel übernommen, die Immobilien verstaatlichen will. Wer an Marktwirtschaft glaubt, dem dürften deswegen Zweifel an der Grundgesinnung dieser Parteien kommen. Hinzu kommt politisch gesehen, dass Frankreich sich womöglich auf einen Bürgerkrieg zubewegt. Die gesellschaftlichen Spannungen in diesem hoch verschuldeten Land sind jedenfalls enorm. Darüber hinaus war ein Ausverkauf bei Techaktien mit KI-Bezug zu beachten. Aber letzteres ist für den Dax bekanntlich weniger eine Bürde als für technologielastige US-Aktienindizes. In solchen Phasen kann es sogar sein, dass Kapital aus KI abfließt und in Titel der „Old Economy“ umgeleitet wird. Fakt ist jedenfalls, dass in den USA der Halbleiterindex SOX inzwischen acht Handelssitzungen mit Verlusten vorzuweisen hat. Und das ist die längste Verlustserie seit 2008. Der Dow Jones Industrial Average fuhr dagegen einen Wochengewinn von 0,67 % ein, was belegt, wie breit die Performance-Spreizung ist.

Den Dax brachte alles das aber wie bereits erwähnt dieses Mal nicht aus der Ruhe. Erstaunlich war jedoch nicht nur das, sondern auch etwas ganz anderes. Gemeint ist damit die Berichterstattung über das Finanzmarktgeschehen. Am vergangenen Freitag war beispielsweise in manchen Finanzmedien bei der Berichterstattung über die europäischen Börsen zu lesen, dass mit Blick auf Zinsen und KI die Sorgen nachgelassen hätten.

Gleichzeitig war in den Marktberichten zu den USA zu lesen, dass der Ölpreis Inflationssorgen schüre und ausufernde Finanzierungskosten für KI-Konzerne eine starke Belastung seien. Diese Episode passt zu unseren in den vergangenen Jahrzehnten gelegentlich gemachten Beobachtungen, wonach bei solchen Berichten die Argumente oft so gedreht werden, dass sie zum gerade vorherrschenden Kurstrend passen. Ob sie unter dem Strich wirklich Sinn ergeben, spielt bei diesen unter hohem Zeitdruck erstellten Berichten oftmals weniger die entscheidende Rolle. Als Konsument dieser Nachrichten sollte man dieses Problem zumindest kennen. Charttechnisch gesehen ist es auf dem aktuellen Kursniveau so, dass der Dax laut HSBC einen kleinen Doppelboden ausgebildet hat. Das wiederum könnte der Startschuss für ein versöhnliches Jahresende sein, heißt es zudem weiter. Rein rechnerisch zieht eine erfolgreiche Bodenbildung ein Anschlusspotenzial von 700 Punkten nach sich, so das zitierte Kreditinstitut. Kernunterstützung auf der Unterseite bleibt indes die 200-Tage-Linie bei 24.876,40 Punkten. Damit sich diese ermutigende charttechnische Bestandsaufnahme tatsächlich entfalten kann, kommt es wie immer auch mit auf die nächsten Konjunkturzahlen an. In der neuen Woche gilt es dabei auf die Vorlage der ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland zu achten. Deka-Research rechnet hier mit einem gesunkenen Indikatorstand. 

Zum Wochenausklang billigen die eben zitierten Volkswirte der dann anstehenden Vorlage der Frühindikatoren für den Euroraum ohne Frage Strahlkraft zu. Dies gelte auch für die Einkaufsmanagerindizes. Der europäische Gesamteinkaufsmanagerindex hat im September den höchsten Stand seit 41 Monaten erreicht. Etwas Glanz könnten die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes im Oktober verlieren. Denn der ungelöste Nahostkonflikt lässt wenig Entspannung bei den Energiepreisen zu, wodurch die Inflation erhöht bleibt und auch die Unternehmen spüren die gestiegenen Finanzierungskosten, so das Urteil. Ansonsten ist der Verlauf der Berichtssaison von sehr großer Bedeutung. Schließlich sind es bisher gute Firmenergebnisse, welche die Kurse trotz vieler Belastungsfaktoren nach oben gezogen haben. Kritisch dürfte es für diesen Kursantriebsfaktor dann werden, falls sich andeuten sollte, dass die Unternehmensgewinne demnächst ihr Hoch gesehen haben könnten. Für reichlich Spannung ist also wieder einmal gesorgt.

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