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Dax mit einem kleinen Wochengewinn – US-Arbeitsmarktbericht wichtigster Termin im Konjunkturdaten-Wochenkalender

28.09.2026 | Money Mail Nr. 077/2026

Nach drei Verlustwochen in Folge verbuchte der Dax dieses Mal zwar ein Wochenplus, dieses fiel mit 0,4 % aber moderat aus und ganz allgemein geht es momentan am deutschen Aktienmarkt noch immer etwas holprig zu. Auch charttechnisch hat sich an der Ausgangslage wenig verändert, steckt der deutsche Aktienleitindex doch weiter in einem mittelfristigen Seitwärtstrend fest. Besser schlägt sich im direkten Vergleich übrigens die Wiener Börse, markierte der ATX in der abgelaufenen Woche doch zwischenzeitlich neue Bestmarken.

Allgemein ist das Geschehen an den Märkten weiterhin stark geprägt von den Zins- sowie Inflationsängsten und diese hängen über den Ölpreis eng mit dem Iran-Krieg zusammen. Die Tatsache, dass der Ölpreis in der Vorwoche etwas nachgab, ist ein wichtiger Grund für das eingefahrene leichte Dax-Plus. Zudem machen Konjunkturdaten den Eindruck, als ginge es mit der deutschen Wirtschaft moderat aufwärts.

Die Landesbank Baden-Württemberg schreibt dazu Folgendes: „Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland ist im September von 88,8 auf 89,1 gestiegen. Die Lageeinschätzung legte von 88,5 auf 89,1 zu, die Erwartungen von 89,0 auf 90,4. Der Anstieg passt in ein Konjunkturbild, welches sich zunehmend aufhellt. Der Auftragsbestand hat in den letzten Monaten deutlich zugelegt, und das macht sich jetzt auch stärker bei den befragten Unternehmen in der Breite bemerkbar. Zuletzt verbesserten sich auch die Inlandsaufträge spürbar. Die Prognosen werden reihum angehoben. Zeitgleich mit dem Index kam auch die neue Gemeinschaftsdiagnose der Institute, die insgesamt zuversichtlicher ausfällt. Die größten Abwärtsrisiken gehen derzeit von der Geopolitik und der steigenden Staatsverschuldung aus. Aber auch aus verschleppten Reformen kann für Deutschland ein Konjunkturrisiko entstehen. Die Standortqualität muss jetzt, in einer Phase des beginnenden Aufschwungs, verbessert werden, sonst wird es wieder nichts mit einer nachhaltigen Erholung.“

Für die weiteren Aussichten an den Börsen dürfte entscheidend sein, ob sich der Anstieg bei den Renditen zumindest verlangsamt oder noch besser ausläuft. Denn sonst droht die Konkurrenz für Aktien beim Buhlen um Anlegerkapital immer größer zu werden. Zudem wächst ansonsten die Gefahr, dass die Zinsen die Konjunktur ausbremsen. Die DZ Bank kommentiert diese Ausgangslage wie folgt: „Steigende Staatsanleiherenditen erhöhen damit die Diskontsätze sowie die Finanzierungskosten. Dadurch geraten zinssensitive, kapitalintensive und energieabhängige Branchen zwar unter Druck. Insgesamt überkompensieren jedoch bessere Gewinnperspektiven bislang den Bewertungsgegenwind. Entscheidend bleibt, ob Gewinne mit den Renditen Schritt halten; weitere Ölpreissteigerungen oder geopolitische Spannungen würden die Aktienmärkte belasten. Sinkende Renditen könnten dagegen stützen.“

Was Konjunkturdaten und damit potenziell neue Impulse für die Finanzmärkte angeht, richtet sich unser Fokus in der neuen Woche vor allem auf den kommenden Freitag. Denn da steht zum einen die Bekanntgabe der Verbraucherpreise im Euroraum an, wobei die DekaBank, getrieben von den Energiepreisen im September, mit einem Anstieg auf 3,6 % (2,5 % in der Kernrate) rechnet.

Zum anderen wird der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat September vorgelegt, und wenn es erneut nach der DekaBank geht, dürfte dieser einen schwächeren Beschäftigungsaufbau ausweisen als der des Vormonats. Die Arbeitslosenquote lag im August knapp unterhalb ihrer oberen Rundungsgrenze. Das zuvor erwähnte Kreditinstitut geht davon aus, dass sie diese im September überschreiten und damit auf 4,2 % steigen wird.

Historische Durchschnittsdaten lassen beim Dax auf ein gutes viertes Quartal hoffen
Das vierte Quartal steht vor der Tür und aus der Sicht deutscher Anleger macht dieses Kalender-Signal Mut. Schließlich ist das letzte Jahresquartal für die Aktienmärkte traditionell am besten. Das ist auch der Grund für die Existenz des Begriffes „Jahresendrally“. Gemäß Daten von HSBC kommen die deutschen Standardwerte im vierten Quartal im historischen Mittel auf ein Plus von 6,49 %. Dieses beeindruckende Resultat erzielt das Aktienbarometer zudem laut den weiteren Angaben der zuvor zitierten Bank mit einer erstaunlichen Konstanz. Denn wie es heißt, brachte der Jahresabschluss in schöner Regelmäßigkeit tatsächlich Kursgewinne. So war 2018 das letzte Jahr mit Kursverlusten im Schlussabschnitt. Insgesamt gab es während der letzten 35 Jahre nur vier Jahre mit einem negativen 4. Quartale (1991, 2000, 2008 und 2018 – ohne Transaktionskosten und Zinsen). In der Summe führt das zu einer überzeugenden Trefferquote von fast 89 %.

In diesem Jahr wird rein theoretisch ein starker Schlussspurt zudem durch den Dekaden- und dem Midterm-Jahr begünstigt. So könnte den Aktienmärkten eine klassische Wahlrally bzw. ein besonders starkes viertes Quartal - passend zum typischen  Verlaufsmuster des Schlussakkords in „4er-Jahren“ unter die Arme greifen.

Und es gibt noch einen weiteren Mutmacher und das ist der zugrundeliegende Aufwärtstrend. Trotz des Durchatmens im September liegt der Dax in diesem Jahr bisher prozentual nur einstellig im Plus. Wenn beim deutschen Aktien-Leitbarometer per Ende September Kursgewinne angeschrieben standen, dann fiel die Performance im vierten Quartal sogar noch besser aus. Seit 1988 war das 21-mal der Fall und hatte in den letzten drei Monaten des Jahres Kursgewinne von im Durchschnitt 8,45 % zur Folge.

Auch die Trefferquote verbessert sich innerhalb eines Haussetrends. So kam es nur einmal in der Historie zu einem schwachen vierten Quartal, wenn der Dax zuvor im Plus notierte. In der Summe ergibt sich daraus eine Trefferquote von 95 %.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Ausgangslage basierend auf den historischen Durchschnittsdaten für das vierte Quartal 2026 besonders vielversprechend ist. Allerdings gibt es wie immer keine Garantie dafür, dass sich die skizzierten Muster auch in einem bestimmten Einzeljahr oder ganz allgemein in der Zukunft wiederholen. Mut machen die Ergebnisse aber allemal.

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