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Es gibt keine neuen Epochen - Exzesse sind nie von Dauer

23.06.2022 | Money Mail Nr. 074/2022

In dieser Money Mail-Ausgabe geht es weiter mit Teil drei in unserer Berichterstattung über die "10 Market Rules to Remember", die von Bob Farrell, dem früheren jahrzehntelang Research-Leiter von Merrill Lynch stammen. Regel Nummer drei lautet wie in der Überschrift bereits geschrieben wie folgt: „Es gibt keine neuen Epochen - Exzesse sind nie von Dauer.“

Wenn sich Übertreibungen aufbauen, hören wir immer wieder den Satz "Diesmal ist es anders". Trendumkehrungen in die entgegengesetzte Richtung treten in der Regel auf, wenn die Anleger glauben, dass die Übertreibungen einen dauerhaften Regimewechsel darstellen. Wenn die Anleger von einer neuen Ära sprechen, ist die große Bewegung wahrscheinlich bereits geschehen und die Stimmung ist zu extrem, als dass sich die Bewegung fortsetzen könnte.

Diese Aussage bezieht sich darauf, dass bei sich am Markt aufbauenden Übertreibungen erfahrungsgemäß immer wieder der Satz "Diesmal ist es anders" zu hören ist. Trendumkehrungen in die entgegengesetzte Richtung treten laut Farrell aber in der Regel genau dann auf, wenn die Anleger glauben, dass die Übertreibungen einen dauerhaften Regimewechsel darstellen. Sobald die Anleger von einer neuen Ära sprechen, ist die große Bewegung wahrscheinlich bereits geschehen und die Stimmung ist zu extrem, als dass sich die Bewegung fortsetzen könnte, so sein Urteil.

Was die Fed gibt, das nimmt sie auch wieder weg

Als aktuelles Beispiel zu dieser These verweist die Bank of America auf das geldpolitische Geschehen. So habe der COVID 19-Schock zu einer noch nie dagewesenen expansiven Politik geführt, die einen Wirtschaftsboom ausgelöst und die Lebensgeister entfesselt habe.

Für die Musikliebhaber da draußen: Der Soundtrack zur Geldpolitik im Jahr 2020 sei "Saved by Zero" gewesen von einer Gruppe, die sich ironischerweise The FIXX nenne. Diese Politik sei keine "neue Ära" und befinde sich nun im Rückwärtsgang. Das globale Research der Bank of America erwartet jedenfalls, dass die Bilanzen der Zentralbanken weiter schrumpfen werden, da die Fed im Jahr 2022 das "Tighten up" von Archie Bell and the Drells durchführe.

Das Risiko von zyklisch überhöhten Ergebnissen

Anders als das so manche andere Marktteilnehmer tun, sieht man bei der Bank of America auch keine neue Ära bei den Gewinnen je Aktie der US-Unternehmen. Stimmt diese Schlussfolgerung, dann ist es ein Problem, dass es bei den Schätzungen zu den Ergebnissen derzeit eine der größten Differenzen in der Geschichte gegenüber den (um Konjunkturschwankungen bereinigten) normalisierten Gewinnen je Aktie gibt.

In den drei vorangegangenen Fällen, in denen die Gewinne in ähnlicher Weise gedehnt gewesen seien (1996, 2000 und 2007), habe sich das Wachstum auf einen Wert unterhalb des Trends (1996) verlangsamt oder sei negativ (2000 und 2007) geworden. Die Aktienstrategen bei der Bank of America erwarten im aktuellen Fall Abwärtsrisiken für die Konsensgewinnschätzungen.

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