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Newmont beendet mit neuen Kursrekorden die jüngste Korrektur:
28.08.2026 | Money Mail Nr. 068/2026Sogar auf neue Bestmarken vorgerückt ist unsere Altempfehlung Newmont. Charttechnisch gesehen ist das ein wichtiges Signal. Denn damit ist die im Anschluss an zuvor sehr stark gestiegene Notierungen eingelegte Verschnaufpause beendet und der übergeordnete Aufwärtstrend wieder aufgenommen. Eine Konstellation, die laut Chartlehre die Chance auf weitere Anschlussgewinne eröffnet.
Hoher Goldpreis überlagert Produktionsrückgang: Auch aus fundamentaler Sicht gibt es interessante Anlageargumente. Im zweiten Quartal zeigte sich besonders deutlich, wie stark Newmont von einem hohen Goldpreis profitiert. Das Unternehmen realisierte im Schnitt 4.414 Dollar je Unze, 33 % mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig sank die Goldproduktion um 13 % auf 1,293 Mio. Unzen. Verantwortlich dafür waren unter anderem wetterbedingte Belastungen sowie seismische Ereignisse bei der australischen Cadia-Mine. Trotzdem erhöhte sich das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um rund 25 % auf 3,8 Mrd. Dollar. Noch wichtiger erscheint der Blick auf den freien Mittelzufluss: Mit 2,2 Mrd. Dollar erreichte er einen Quartalsrekord.
Damit zeigt Newmont den für Goldproduzenten entscheidenden operativen Hebel. Steigt der Goldpreis deutlich stärker als die Kosten, kann der zusätzliche Erlös zu einem erheblichen Teil in den freien Mittelzufluss durchschlagen. Genau das ist für die weitere Investmentstory von Bedeutung, denn die Annahme eines langfristig hohen Goldpreises bildet auch für die Einschätzung von Goldaktien eine wichtige Grundlage. Unter dieser Voraussetzung erscheint es weniger problematisch, dass die Produktion im zweiten Quartal vorübergehend niedriger ausfiel. Newmont hält für das Gesamtjahr weiterhin an 5,3 Mio. Unzen Gold fest. Hinzu kommt, dass der Produktionsmix in der zweiten Jahreshälfte saisonbedingt stärker ausfallen soll. Das Unternehmen erwartet rund 52 % der Jahresproduktion in diesem Zeitraum. Gleichzeitig sollte Ahafo North in Ghana nach dem 2025 erfolgten Start seine Produktion 2026 weiter hochfahren. Damit gibt es neben dem Goldpreis auch auf der Produktionsseite Ansatzpunkte für eine Verbesserung.
Cashflow stärkt Bilanz und Gewinn je Aktie: Besonders interessant wird die Entwicklung beim Blick auf die Kapitalallokation. Newmont hat seit dem vergangenen Quartalsbericht weitere 1,7 Mrd. Dollar für Aktienrückkäufe eingesetzt. Seit Februar 2024 ist die Zahl der ausstehenden Aktien dadurch bereits um mehr als 100 Mio. beziehungsweise rund 9 % gesunken. Ein Teil des künftig erwarteten Gewinnwachstums kommt somit nicht nur aus dem operativen Geschäft, sondern auch aus der geringeren Aktienzahl.
Die Bilanz bietet dafür inzwischen einen komfortablen Spielraum. Ende Juni verfügte Newmont über 9 Mrd. Dollar an Barmitteln und eine Nettoliquidität von 3,4 Mrd. Dollar. Gleichzeitig fließt ein erheblicher Teil des erwirtschafteten Geldes an die Aktionäre zurück. Für 2026 plant der Konzern zudem 1,95 Mrd. Dollar für den Erhalt und die Modernisierung der bestehenden Minen sowie 1,4 Mrd. Dollar für Entwicklungsprojekte.
Das macht die Aktie auch mit Blick auf die Gewinnschätzungen interessant. Der Analystenkonsens sieht das Ergebnis je Aktie nach 6,39 Dollar 2025 bei 9,49 Dollar 2026, 10,67 Dollar 2027 und 11,83 Dollar 2028. Selbst wenn solche Prognosen naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet sind, ergibt sich daraus ein erhebliches Gewinnwachstum.
Auf Basis der genannten Kurse entspricht das für 2026 einem KGV von knapp 14 und für 2028 von gut 11. Für einen großen Goldproduzenten mit einer starken Bilanz und erheblichem Cashflow erscheint das unter der Annahme eines dauerhaft hohen Goldpreises nicht überzogen.
Portfolioqualität spricht für die Aktie: Newmont profitiert zudem von der Größe und der Diversifikation seines Portfolios. Als weltweit größter börsennotierter Goldproduzent verfügt der Konzern über zahlreiche große und langlebige Minen und gewinnt neben Gold auch Silber, Kupfer, Blei und weitere Metalle. Die Übernahme von Newcrest hat die Position insbesondere bei hochwertigen australischen und kanadischen Vorkommen erweitert.
Zugleich hat Newmont inzwischen zahlreiche kleinere oder weniger wichtige Beteiligungen wieder verkauft und damit den Konzern stärker auf profitable Kernanlagen ausgerichtet. Das 2024 gestartete Veräußerungsprogramm für sechs nicht zum Kerngeschäft gehörende Minen ist inzwischen abgeschlossen.
Auch bei Nevada Gold Mines gibt es Fortschritte. Newmont und Barrick haben im August ihre jahrelangen Auseinandersetzungen beigelegt und sich darauf verständigt, weitere bislang ausgeklammerte Projekte in das Gemeinschaftsunternehmen einzubringen. Dazu gehören Barricks Fourmile sowie Newmonts Fiberline und Mike. Für Newmont ist das strategisch interessant, weil damit die Voraussetzungen verbessert werden, den Wert des großen Nevada-Komplexes gemeinsam zu heben.
Ganz ohne kritische Punkte ist die Entwicklung allerdings nicht: Die Kosten bleiben ein wichtiger Beobachtungspunkt, zumal Newmont für 2026 unverändert Gesamtproduktionskosten nach der branchenüblichen AISC-Methode von 1.680 Dollar
je Unze erwartet. Zudem steht in der zweiten Jahreshälfte ein größerer Teil der Investitionen an. Das Unternehmen plant 58 % der Ausgaben für den Erhalt der bestehenden Minen und 63 % der Entwicklungsinvestitionen erst für H2. Der Rekord-Free-Cashflow des zweiten Quartals sollte deshalb nicht einfach auf jedes weitere Quartal hochgerechnet werden.
Anlageurteil: Trotz dieser Einschränkungen bleibt die Kombination aus hohem Goldpreis, erheblichem freien Mittelzufluss, einer inzwischen starken Bilanz, Aktienrückkäufen und einem qualitativ hochwertigen Portfolio überzeugend. Gerade wenn der Goldpreis langfristig auf einem hohen Niveau bleibt, verfügt Newmont über einen beträchtlichen Hebel auf den Gewinn je Aktie. Die Bewertung erscheint angesichts der erwarteten Gewinnentwicklung und der finanziellen Stärke angemessen. Zusammengefasst lautet unser Rat, investiert zu bleiben. Seit der Erstvorstellung in Ausgabe 44/20 zu 59,77 Dollar bzw. 54,00 Euro ergeben sich derzeit ohne die Berücksichtigung von Dividenden Buchgewinne von rund 120 % bzw. 109 %.
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Themen des Money Mail Nr. 068/2026