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Das schwierige Umfeld setzt konjunktursensitiven Titeln wie den Siemens-Aktien derzeit zu

19.05.2022 | Money Mail Nr. 059/2022

Für Roland Busch, den Vorstandschef von Siemens (ISIN: DE0007236101 - 113,62 Euro), läuft das Geschäft in einem extrem schwierigen Umfeld weiterhin stark. Zumindest lautete so seine Bestandsaufnahme im Rahmen der in der Vorwoche vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal im Geschäftsjahr 2021/22 (30.09.). Bei dieser Gelegenheit verkündete der Industriekonzern im Übrigen auch bedingt durch den von Putin beschlossenen Angriff auf die Ukraine auch den eigenen geschäftlichen Rückzug aus dem russischen Markt.

Trotz dieser Entscheidung bestätigten die Verantwortlichen bei der Ergebnispräsentation die bisherige Jahresprognose, wonach der Gewinn je Aktie von zuletzt 8,32 Euro auf 8,70 bis 9,10 Euro zulegen soll. Möglich werden soll dies laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Dow Jones, weil Erlöse aus den bereits vereinbarten Verkäufen von Yunex Traffic, der Briefund Paketlogistik sowie der Beteiligung an Valeo Siemens in Summe auch nach der Russland-Belastung auf dem Niveau der Verkaufserlöse von 1,5 Mrd. Euro aus dem Vorjahr erwartet werden. Bislang galt diese Annahme nur ohne die Sonderbelastung.

An der Börse fielen die Nachrichten auf ein gemischtes Echo. So sprach JPMorgan-Analyst Andreas Willi von einer enttäuschenden Margenentwicklung im Bereich Digital Industries. Ähnliches identifizierte auch sein Kollege Lars Brorson von Barclays Research, der die Profitabilität von Siemens als wenig überzeugend bezeichnete. Im Bereich Digital Industries bremse die Umstellung auf cloudbasierte Software-Abos die Geschäfte stärker als gedacht. Die Bank of America lobte dagegen, dass Siemens das einzige Unternehmen des Sektors gewesen sei, das im vergangenen Quartal das organische Wachstum gesteigert und gleichzeitig die Erwartungen beim freien Cashflow übertroffen habe. Das wiederum spreche dafür, dass sich das Portfolio im Vergleich zu früheren Zyklen grundlegend verändert habe.

Das Problem aus Anlegersicht ist, dass die Branchenvertreter derzeit an der Börse wegen der kursierenden Konjunkturängste links liegen gelassen werden. Das zieht ein deutlich verschlechtertes Chartbild nach sich. Die Bewertungen sind gemessen an den derzeitigen Analystenschätzungen bei Siemens dafür sowohl optisch als auch im Branchenvergleich derzeit als relativ moderat einzustufen.

So gesehen ist guter Rat teuer, was das vermeintlich sinnvollste weitere Vorgehen bei dieser Altempfehlung ist, die wir in Money Mail-Ausgabe 08-21 zu 132,80 Euro zum Kauf empfohlenen hatten. In der Hoffnung auf eine zumindest temporäre Erholungsbewegung haben wir uns aber dafür entschieden, hier vorerst weiter investiert zu bleiben.

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