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Was es rund um die jüngste Schwäche im Tech-Sektor zu beachten gilt
20.07.2026 | Money Mail Nr. 057/2026Über weite Strecken des Jahres vermittelten Aktien den Eindruck, egal ob geopolitische Spannungen, kriegerische Auseinandersetzungen, Zölle oder Wachstumsschwäche, es ginge nur nach oben, schreibt die Hessische Landesbank (Helaba) in einer aktuellen Publikation. Haupttreiber waren demnach Technologietitel, die vom Megathema „Künstliche Intelligenz“ profitierten. Zuletzt setzen hier verstärkt Gewinnmitnahmen ein. Der bisherige Überflieger – der koreanische Kospi – musste aufgrund seiner Halbleiterlastigkeit zuletzt deutlich Federn lassen. Der Technologiesektor insgesamt befindet sich auf Konsolidierungskurs. Es scheint also so, als würden die bisherigen Zugpferde schlappmachen.
Schließlich macht schon seit geraumer Zeit das Wort von der „KI-Blase“ die Runde. Wobei es sich aber natürlich erst einmal die Frage stellt, ob es sich überhaupt um eine Blase handelt? Zwar sind der rasante Kursanstieg in kurzer Zeit, die Fokussierung auf ein Zukunftsthema sowie der Anstieg von Börsengängen (IPO) typische Merkmale einer Blase. Allerdings ist bislang nicht festzustellen, dass Euphorie herrschte, ein hoher Anteil von Aktienkäufen kreditfinanziert oder Risiken komplett ausgeblendet würden, erklärt dazu die Helaba.
Das wichtigste Argument ist laut dem zitierten Institut jedoch, dass die Bewertung des Technologiesektors im Rahmen bleibt. Dieser war zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd so hoch bewertet wie während des New Economy Hypes. Vielmehr war der Kursanstieg durch ein außergewöhnlich hohes Gewinnwachstum untermauert. Darin liegt allerdings auch das Risiko für die Zukunft, denn die Gewinndynamik sollte nicht einfach fortgeschrieben werden.
In der gerade angelaufenen US-Quartalsberichterstattung haben aus dem Technologiesektor erst 5 von 67 Unternehmen berichtet, heißt es weiter. Alle haben die Gewinnschätzungen übertroffen, im Durchschnitt um rund 17 %.
Das Problem ist jedoch weniger der Rück- als vielmehr der Ausblick. Die durchschnittlichen Ergebnisschätzungen zeigen, dass die vergangenen Gewinnsteigerungen nicht nur für das kommende Jahr, sondern die kommenden drei Geschäftsjahre fortgeschrieben werden. Hier baut sich Enttäuschungspotenzial auf. Anleger sollten also nicht einem möglicherweise verpassten Trend hinterherlaufen, sondern auf die zukünftigen Profiteure dieser technologischen Revolution setzen. Das sind laut Helaba Unternehmen, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz Kosten senken, Profitabilität und Gewinne steigern können.
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