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ZEAL Network - Investmentstory gewinnt an Breite

16.07.2026 | Money Mail Nr. 056/2026

An der grundsätzlichen Investmentthese hat sich bei dieser Aktie seit unserer Empfehlung wenig geändert. ZEAL behauptet seine starke Stellung im deutschen Online-Lotteriegeschäft und profitiert weiterhin von einem cashflowstarken Geschäftsmodell. 

Was das Ergebnis je Aktie angeht, so dürfte dieses laut mwb research mit geschätzten 1,97 Euro verglichen mit dem Vorjahreswert von 1,98 Euro je Anteilsschein praktisch stagnieren. Für 2028 geht das zitierte Institut aber davon aus, dass der Gewinn je Aktie auf 2,65 Euro steigt. Das damit verbundene geschätzte KGV von 16,7 halten wir für gut vertretbar. 

Auch die Dividendenperspektive bleibt attraktiv. Nach einer Ausschüttung von 1,40 Euro je Aktie für 2025 rechnet mwb für 2026 mit 1,58 Euro und für 2027 mit 1,83 Euro. Das entspräche auf Basis des aktuellen Kurses Dividendenrenditen von rund 3,6 % beziehungsweise 4,1 %.

Strategischer Schritt nach Großbritannien: Die wichtigste Nachricht der vergangenen Wochen war die Übernahme des britischen Prize-Draw-Anbieters SevenCanyon. ZEAL investiert zunächst rund 34 Mio. britische Pfund, hinzu kann eine erfolgsabhängige Nachzahlung von bis zu knapp 5 Mio. Pfund kommen. Dafür erhält das Unternehmen Zugang zu einem auf rund 1,3 Mrd. Pfund geschätzten Markt.

Der Schritt erscheint gut nachvollziehbar. Anstatt einen neuen Markt mit erheblichem Aufwand selbst zu erschließen, übernimmt ZEAL einen bereits profitablen Anbieter mit etablierten Marken und bestehender Kundenbasis. SevenCanyon erwirtschaftete zuletzt einen operativen Gewinn von mehr als 10 Mio. Pfund. Gleichzeitig verbreitert ZEAL seine Ertragsbasis und reduziert die Abhängigkeit vom deutschen Lotteriegeschäft. Gelingt es, die eigenen Stärken bei der digitalen Kundengewinnung, der Datenanalyse und dem Plattformbetrieb auch im Vereinigten Königreich auszuspielen, dürfte dies zusätzliches Wachstum ermöglichen.

Warum die Aktie zuletzt schwächer lief: Bemerkenswert ist, dass die Aktie bereits vor Bekanntgabe der Übernahme deutlich von ihren Höchstständen zurückgekommen war. Eine eindeutige Erklärung dafür gibt es nicht. Das operative Geschäft entwickelte sich weiterhin solide, größere negative Unternehmensnachrichten blieben aus.

Denkbar ist daher, dass neben einem zeitweise weniger dyna- mischen Jackpot-Umfeld auch das Branchenumfeld eine Rolle spielte. So werden insbesondere in den USA sogenannte Prediction Markets zunehmend als potenzielle Konkurrenz zu klassischen Wettangeboten diskutiert. Noch ist völlig offen, welche Auswirkungen diese Entwicklung langfristig tatsächlich haben wird und inwieweit Lotterieanbieter überhaupt betroffen sind. Die Börse neigt allerdings dazu, mögliche strukturelle Veränderungen frühzeitig in den Bewertungen zu berücksichtigen. Ob dies bereits bei ZEAL eine Rolle gespielt hat, lässt sich zwar nicht belegen, als einer von mehreren Einflussfaktoren erscheint es jedoch durchaus denkbar.

Die Übernahme von SevenCanyon selbst wurde von Analysten überwiegend positiv aufgenommen. Gelobt wurden insbesondere der Einstieg in einen attraktiven Wachstumsmarkt sowie der Erwerb eines bereits profitablen Unternehmens. Dass die Prognose für den operativen Gewinn zunächst unverändert blieb, überrascht dabei kaum. Integrations- und Transaktionskosten dürften den zusätzlichen Ergebnisbeitrag im ersten Jahr weitgehend aufzehren.

Anlageurteil: Unsere Anlagethese sehen wir hier, wie bereits eingangs erwähnt, weiterhin als intakt an. Das Kerngeschäft liefert solide Ergebnisse und attraktive Ausschüttungen. Mit SevenCanyon kommt eine zusätzliche Wachstumsperspektive hinzu, die das Unternehmen unabhängiger vom deutschen Lotteriegeschäft machen könnte.

Der Kursrückgang der vergangenen Monate steht nach unserer Einschätzung bislang in keinem klar erkennbaren Verhältnis zur operativen Entwicklung. Sollte ZEAL die Expansion nach Großbritannien erfolgreich umsetzen und die erwarteten Ergebnisbeiträge liefern, dürfte die Investmentstory eher an Substanz gewonnen als an Attraktivität verloren haben. Folglich bleiben wir bei diesem Wert vorerst weiter am Ball. 

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