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Dax-Rückschlag gefährdet das zuletzt vielversprechende Chartbild – Anlaufende Berichtssaison muss liefern

13.07.2026 | Money Mail Nr. 055/2026

Der Dax verbuchte in der abgelaufenen Woche ein deutliches Minus von 2,76 %. Dieser Rückschlag ist vor allem dem sich erneut verschärfenden Konflikt im Nahen Osten geschuldet. Denn letztlich leidet darunter die Hoffnung auf künftig geringere volkswirtschaftliche Herausforderungen.

Beim Chartbild hat die jüngste Entwicklung bereits sichtliche Kratzer hinterlassen. Die Tatsache, dass sich der deutsche Aktienleitindex bei dem am Freitag markierten Schlussstand von 25.067,09 Punkten über der 21-Tage-Durchschnittslinie notiert, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt, ist nur ein schwacher Trost. Denn obwohl der Dax am vergangenen Montag noch ein neues Rekordhoch bei 25.900 Punkten aufgestellt hat, bedeutet der aktuelle Stand, dass der Index sich wieder in der bis vor kurzem gültigen Seitwärtsspanne bewegt.

Die Aufgabe zu erfüllen, sich wieder darüber zu etablieren, könnte angesichts der verhärteten Fronten beim Iran-Krieg kurzfristig gesehen schwierig werden. Neben der Geopolitik kommt es für die weiteren Marktaussichten in den nächsten Tagen und Wochen vor allem auch darauf an, wie die am Dienstag speziell in den USA Fahrt aufnehmende Berichtssaison zum zweiten Quartal verläuft. 

Innerhalb von zwei Stunden berichten am 14.07. fünf US-Groß- und Investmentbanken. Mittwoch und Donnerstag folgen die Chip-Giganten ASML und TSMC. Der Konsens erwartet ein hohes Gewinnwachstum von 21,7 % für den S&P 500 und 15,7 % für den STOXX 600. Beim DAX sind die Aussichten mit +3,2 % verhaltener. Spannend werden laut Deka Research vor allem die Ausblicke sein, insbesondere die KI-Investitionspläne der Tech-Schwergewichte. Das zitierte Institut erwartet, dass die US-Unternehmen die Schätzungen deutlich übertreffen werden. Die erfreuliche Gewinnentwicklung dürfte die Kursentwicklung mittelfristig weiter unterstützen, so das Urteil. Allerdings wirft aus unserer Sicht der Iran-Krieg momentan wieder einen Schatten auf diese Erwartungshaltung. 

Ansonsten richten sich ebenfalls am Dienstag die Blicke der Marktteilnehmer auf die anstehende Bekanntgabe der US-Verbraucherpreise. Nach drei starken Anstiegen in Folge dürften diese im Juni gegenüber dem Vormonat gesunken sein. Verantwortlich für diese Entwicklungen sind vor allem die Energiepreise. Aus geldpolitischer Sicht sind jedoch die Entwicklungen außerhalb der Bereiche Nahrungsmittel und Energie von größerem Interesse. In dieser Abgrenzung dürfte sich die Inflationsrate gegenüber dem Vormonat wenig verändert haben, so Deka Research.

Aus unserer Sicht ist auch hierbei zu bedenken, dass ein anhaltender Iran-Krieg wieder neue Risiken mit Blick auf die weiteren Inflations- und damit Zinsaussichten mit sich bringt. So gesehen steht und fällt vieles mit Blick auf die Aussichten schlicht und einfach mit dem weiteren Fortgang bei diesem Konflikt.

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