Skip to main content
Börsenerfolg ist planbar.
Wir bieten für jede Anlegermentalität die richtige Strategie.
Headerimage

Unsere Informationsdienste.

CRH Plc - Zwischen Zinsängsten und staatlichen Milliardenprogrammen

12.06.2026 | Money Mail Nr. 046/2026

Wer in den Jahren zuvor als Investment auf den Baustoffriesen mit irischen Wurzeln gesetzt hat, konnte sich nicht über eine mangelnde Performance beschweren. Langfristig betrachtet sieht das Chartbild des international agierenden Konzerns nach wie vor sehr solide aus. Im laufenden Jahr 2026 müssen die erfolgsverwöhnten Langfrist- Anleger aber eine Kröte schlucken, denn es geht im Trend bisher abwärts mit der Notiz. Das Unternehmen, das weltweit als führender Anbieter von Baustoffen wie Zement, Asphalt und Zuschlagstoffen agiert und umfassende Lösungen für den Infrastruktur- und Hochbau bereitstellt, hat mit Gegenwind zu kämpfen, der die Geduld der Investoren, und damit auch unsere, etwas auf die Probe stellt.

Witterung und Zinsumfeld belasten das kurzfristige Sentiment: Der verhaltene Start in das neue Geschäftsjahr wurde im Mai durch die Vorlage der Zahlen für das erste Quartal 2026 untermauert. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 2 % auf 6,5 Mrd. Dollar zurück. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen sank um 4 % auf 445 Mio. Dollar, was leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen des Marktes lag. Die Konzernleitung begründete diese Entwicklung primär mit ungünstigen Wetterbedingungen durch anhaltende Niederschläge in wichtigen Regionen der USA und Europas, welche die Umsetzung von Bauprojekten zeitlich nach hinten verschoben. Hinter den witterungsbedingten Verzögerungen verbirgt sich jedoch auch eine tiefere, psychologische Ursache für den jüngsten Kursdruck. Analysten der DZ Bank weisen darauf hin, dass die Aktie zuletzt unter einem negativen Sentiment im Bereich des wichtigen US-Wohnungsmarkts litt.

Das anhaltend steigende Zinsumfeld ist wieder stärker in den Fokus der Anleger gerückt und schürt die Sorge vor einer Abkühlung der privaten und gewerblichen Neubauaktivitäten. In Europa zeigt sich diese Schwäche im Hoch- und Wohnungsbau aufgrund der Kombination aus hohen Finanzierungskosten und gestiegenen Baukosten bereits seit längerer Zeit als spürbare Bremse. 

Infrastruktur und gezielte Zukäufe als strategisches Gegengewicht: Trotz des aktuellen Gegenwinds verfügt CRH über fundamentale Stabilitätsanker, die das operative Geschäft mittelfristig stützen. Der Konzern ist hervorragend im Bereich der Verkehrsinfrastruktur positioniert, insbesondere in den USA, wo inzwischen der Großteil des operativen Gewinns erwirtschaftet wird. Hier profitiert das Unternehmen von langfristigen, staatlich geförderten Milliardenprogrammen zur Erneuerung von Straßen, Brücken sowie Energie- und Wassernetzen. Auch der Bau von neuen Halbleiterfabriken und Rechenzentren sorgt für eine kontinuierliche Nachfrage, die weitgehend unabhängig von der Entwicklung des privaten Wohnungsbaus verläuft. Das Management hat daher die Gesamtjahresprognose für den Nettoertrag zwischen 3,55 Mrd. Dollar und 3,80 Mrd. Dollar bestätigt.

Zudem treibt CRH seine Expansion in margenstarke Nischen konsequent voran. Neben der Übernahme von Mehrheitsanteilen am australischen Baustoffunternehmen Adbri stärkt der jüngste Zukauf des US-Unternehmens AxiusWater das Portfolio im attraktiven Feld der Wasseraufbereitung. Diese gezielten Akquisitionen erweitern die Wertschöpfungskette und reduzieren die Abhängigkeit von zyklischen Kernmärkten. Flankiert wird diese Strategie durch ein fortlaufendes Aktienrückkaufprogramm, das im Jahr 2026 ein Volumen von bis zu 3,0 Mrd. Dollar erreichen soll und den Kurs fundamental absichert.

Gewinnprognosen bieten deutliches Aufwärtspotenzial: Aus Bewertungssicht bietet die Aktie auf dem aktuellen Niveau eine interessante Perspektive. Zumindest wenn die Prognosen aufgehen, denn die Ergebnisschätzungen für den Gewinn je Aktie zeigen für die kommenden Jahre eine dynamische Aufwärtstendenz. Für 2026 rechnet der Konsens mit einem Gewinn je Aktie von 5,95 Dollar, was einem für einen solchen Konzern bereits vertretbaren KGV von 17,0 entspricht. In den Folgejahren soll das Ergebnis bis 2029 relativ stetig auf 8,65 Dollar steigen. Und auf Basis der letztgenannten Zielvorgabe errechnet sich ein günstiges KGV von 11,7.

Die Projektion verdeutlicht somit, dass der Markt mittelfristig von einer robusten Erholungsstory ausgeht, sobald die temporären Belastungsfaktoren abklingen. Das unterstellte Gewinnwachstum eröffnet der Aktie erhebliche Chancen, sobald die aufgestauten und wetterbedingt verschobenen Projekte in den kommenden Quartalen erfolgreich in den Büchern verbucht werden. Gelingt dem Konzern dieser Nachholzeffekt, dürfte dies neue Impulse für die Notierung freisetzen.

Anlageurteil: CRH durchläuft derzeit eine Phase, in der makroökonomische Zinsängste und kurzfristige operative Dellen das ansonsten intakte Gesamtbild überschatten. Die strategische Positionierung in den USA und die Expansion in zukunftsträchtige Bereiche wie die Wasseraufbereitung sprechen für die langfristige Substanz des Titels. Dennoch steht die Aktie allmählich unter Zugzwang, da nicht nur der Markt, sondern auch wir im anstehenden Sommerquartal konkrete Fortschritte sehen wollen. Wir halten an diesem Mitfavoriten vorerst weiter fest, der Wert muss nun jedoch demnächst auch operativ liefern.

Interesse geweckt?

Sind Sie bereits Abonnent? Dann loggen Sie sich bitte ein.
Wenn Sie noch kein Kunde sind, wählen Sie bitte aus unseren Abo-Angeboten aus:

Bestellung

Sollten Sie über einen gültigen Gutscheincode verfügen, können Sie diesen im nächsten Schritt entwerten.
Der Rabattbetrag wird im Warenkorb automatisch vom Gesamtbetrag abgezogen.

Money Mail

32.50

Money Mail

340,-