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Dax nach einem moderaten Wochengewinn noch etwas dichter dran an neuen Rekorden – in der neuen Woche steht eine Reihe wichtiger Konjunkturindikatoren an
01.06.2026 | Money Mail Nr. 043/2026Nach der starken Rally in der Woche zuvor hat es der Dax in der letzten Mai-Woche etwas ruhiger angehen lassen, er verbuchte aber immerhin dennoch einen weiteren kleinen Anstieg.
Konkret legte der deutsche Aktienleitindex im Wochenvergleich um 0,87 % auf 25.104,70 Punkten zu, womit sich für den als Crash-Monat verrufenen Mai ein Plus von 3,3 % ergibt. Der Abstand zu den alten Rekorden, die sich auf Schlusskursbasis bei 25.420,66 Zählern und auf Verlaufskursbasis bei knapp 25.508 Punkten bewegen, ist jüngst noch etwas kleiner gewor- den. Damit ist die charttechnische Ausgangslage weiterhin klar abgesteckt: Ein Vorstoß auf neue Bestmarken wäre gleichbedeutend mit einem prozyklischen Kaufsignal, bei einem Scheitern an den alten Rekorden droht dagegen eine Topbildung.
Zum Marktgeschehen in den vergangenen Handelstagen ist anzumerken, dass sich in der Woche bis zum 29. Mai einmal mehr vieles um die mittlerweile vertraute Dynamik von „Druck aufbauen, Druck abbauen“ im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg drehte. Hoffnungen auf einen diplomatischen Durchbruch verflogen nach erneuten US-Luftschlägen, dennoch interpretierten Investoren die Konfrontation zunehmend als eingedämmt und nicht als unkontrolliert eskalierend.
Entscheidend war, dass keine größere neue Eskalation stattfand und sich die Handelsströme durch die Straße von Hormus weiter erholten, was die Angst vor einem anhaltenden globalen Energieschock trotz der feindseligen Rhetorik linderte, so die Bank Julius Bär.
Die Ölmärkte reagierten dennoch weiterhin hochsensibel auf Schlagzeilen. Insgesamt wandelte sich die Marktstimmung von nackter Angst zu einer vorsichtigen Ermüdung: Die Volatilität bleibt erhöht, aber die Positionierung der Marktteilnehmer wirkt weniger defensiv als in früheren Phasen des Konflikts.
Vor diesem Hintergrund traten makroökonomische Veröffentlichungen vorübergehend in den Hintergrund, obwohl die Märkte weiterhin wachsam gegenüber dem Risiko erneuter Inflationssorgen durch die Energiepreise bleiben. Das US-Verbrauchervertrauen schwächte sich ab, da die Haushalte ihr Konsumverhalten an die höheren Treibstoffkosten anpassten, wenngleich sich die Erwartungen leicht verbesserten – laut der zuvor zitierten Schweizer Privatbank ein Zeichen dafür, dass die Stimmung widerstandsfähiger bleibt als befürchtet.
Die kommende Woche bringt wieder eine Reihe wichtiger Indikatoren mit sich. Aus europäischer Perspektive wird sicherlich am Dienstag die Schnellschätzung der Inflationsrate im Euroraum von großem Interesse sein. Seit der Eskalation der Krise im Persischen Golf hat der gestiegene Rohölpreis zu deutlich höheren Kraftstoffpreisen in Europa geführt, so die DZ Bank.
Am Mittwoch wird sich zeigen, ob der Preisauftrieb im Mai weiter zugenommen hat. Aus den USA stehen die Einkaufsmanagerindizes des Institute for Supply Management (ISM) zur Veröffentlichung an. Am Montag erscheint die Messzahl für die Industrie, am Mittwoch die für die Dienstleister.
Auf europäischer Seite werden die Einzelhandelsumsätze für Deutschland am Montag und für den gesamten Euro-Raum am Donnerstag für den Berichtsmonat April bekannt gegeben. Aufgrund der deutlich gestiegenen Inflationsraten dürften sich die Verbraucher mit ihren Ausgaben zurückhalten. Wir rechnen daher jeweils mit einem leichten Rückgang.
Zum Wochenausklang wird am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Die robuste Konjunktur in den USA spricht für einen weiteren deutlichen Stellenaufbau im Mai. Besonders der Pflegesektor ist weiterhin eine Stütze für den Arbeitsmarkt. Aber auch der Industriebereich dürfte nach Angaben der DZ Bank seine Einstellungszahlen im Mai etwas erhöht haben, da die Stimmung gut ist. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in den letzten Wochen etwas zurückgegangen, sodass die Arbeitslosenquote leicht sinken dürfte.
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