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Vienna Insurance Group überzeugt mit Stabilität und Wachstum
26.05.2026 | Money Mail Nr. 041/2026Dieser Mitfavorit von uns verzeichnet eine bemerkenswerte Entwicklung, die sowohl von operativen Erfolgen als auch von einer konsequenten strategischen Ausrichtung geprägt ist. Nach einem außergewöhnlich starken Börsenjahr 2025, in dem sich der Aktienkurs mit einem Plus von 121,4 % mehr als verdoppelte, befindet sich dieser Titel nach einem im Januar 2026 bei 68,50 Euro markierten Schlussrekordhoch im bisherigen Jahresverlauf in einer gesunden Konsolidierungsphase. Bei einem moderaten Rückgang seit Jahresbeginn hält sich die Aktie weiterhin auf einem hohen Niveau.
Diese charttechnische Atempause spiegelt jedoch keineswegs eine Abschwächung des operativen Geschäfts wider. Vielmehr hat der Versicherungskonzern vor wenigen Tagen den Erwerb der Nürnberger Beteiligungs-AG vollständig vollzogen. Diese größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte unterstreicht die Ambitionen der Gruppe, ihre führende Marktposition in Zentral- und Osteuropa (CEE) weiter auszubauen und neue Wachstumspotenziale zu erschließen.
Rekordzahlen und ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre: Die wirtschaftliche Stärke der VIG zeigt sich deutlich in der Erfolgsbilanz, die im Rahmen der 35. ordentlichen Hauptversammlung in der Wiener Stadthalle präsentiert wurde. Das Geschäftsjahr 2025 markierte einen Meilenstein, da das Vorsteuerergebnis erstmals die Grenze von 1,0 Mrd. Euro überschreiten konnte. Getragen wurde dieser Erfolg von einem breiten Wachstum über alle Länder und Sparten hinweg, was der Gruppe zudem ein erstklassiges Rating von Standard & Poor's mit der Note A+ und einem positiven Ausblick einbrachte.
Für das laufende Jahr 2026 prognostiziert das Management ein Vorsteuerergebnis zwischen 1,25 Mrd. und 1,3 Mrd. Euro, wobei die Erträge aus der jüngsten Nürnberger-Übernahme in dieser Schätzung noch gar nicht enthalten sind. Mit der strategischen Agenda namens „evolve28“ hat sich das Unternehmen klare Ziele bis zum Jahr 2028 gesetzt. Die Erwartungen spiegeln sich auch in den Prognosen für den Gewinn je Aktie wider. Dieser soll von 6,46 Euro im Jahr 2025 schrittweise über 7,43 Euro im Jahr 2026 und 8,15 Euro im Jahr 2027 auf 8,94 Euro im Jahr 2028 ansteigen.
Verlässliche Dividendenpolitik als Kernargument für Investoren: Neben den reinen Wachstumszahlen steht bei der VIG die Kontinuität im Fokus. Seit dem Börsengang im Jahr 1994 schüttet das Unternehmen ohne jede Unterbrechung jährlich eine Dividende aus, die sich über die drei Jahrzehnte auf eine Gesamtsumme von mehr als 3,0 Mrd. Euro beläuft. Die Hauptversammlung bestätigte jüngst den Vorschlag, die Ausschüttung für das abgelaufene Jahr um 12 % auf 1,73 Euro je Aktie anzuheben. Der zeitliche Ablauf für Anleger ist eng getaktet: Nach dem Ex-Dividenden-Tag am Dienstag und dem darauffolgenden Nachweistag erfolgt die Auszahlung am Donnerstag, zeitgleich mit der Vorlage der neuen Zahlen für das erste Quartal 2026. Diese Dividendenpolitik folgt einer klaren Regel, die besagt, dass die Ausschüttung des jeweiligen Vorjahres als absolute Untergrenze gilt. Bei positiver Geschäftsentwicklung soll die Dividende sukzessive erhöht werden. Passend zu den steigenden Gewinnprognosen wird mit Ausschüttungen von voraussichtlich 1,98 Euro für das laufende Jahr, 2,29 Euro für 2027 und schließlich 2,73 Euro für das Jahr 2028 gerechnet. Dies verdeutlicht, dass das Unternehmen trotz der Investitionen in Zukäufe sehr aktionärsfreundlich agiert.
Fundamentale Bewertung und Einschätzung aus Anlegersicht: Aus Sicht der Fundamentalanalyse ergibt sich durch die Kombination aus stabilem Kursniveau und steigenden Gewinnen eine attraktive Bewertung. Das geschätzte KGV liegt für das Jahr 2026 bei 8,7 und ermäßigt sich basierend auf den Analystenprognosen bis 2028 auf sehr günstige 7,2. Gleichzeitig bleibt die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der als Dividende an die Aktionäre fließt, mit Werten zwischen 26 % und 31 % im Zeitraum von 2025 bis 2028 sehr moderat. Dies bedeutet, dass rund 70 % der erwirtschafteten Gewinne im Unternehmen verbleiben. Diese Einbehaltung von Kapital stärkt die finanzielle Basis und sichert die Dividende auch für wirtschaftlich anspruchsvollere Phasen ab, während gleichzeitig genügend Mittel für die Integration neuer Tochtergesellschaften vorhanden sind.
Anlageempfehlung: Für Leser, die unserer Empfehlung aus der Ausgabe 48/23 gefolgt sind, hat sich dieses Engagement zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Der damalige Einstiegspreis lag bei 26,50 Euro. Inklusive der anstehenden Ausschüttung belaufen sich die kumulierten Bruttodividenden seit dem Kauf auf insgesamt 5,98 Euro. Insgesamt ergibt sich daraus derzeit eine Performance von 166,3 %.
Wir sehen die Vienna Insurance Group unverändert genau so, wie wir sie bei der Erstbesprechung eingeschätzt haben: Primär handelt es sich um einen soliden und defensiven Dividendenbringer. Dass die Aktie im Idealfall so wie bisher auch noch Kursgewinne als Zusatzrendite oben drauf packt, rundet das positive Gesamtbild ab. Auf Basis der starken Marktstellung in Osteuropa, der günstigen Bewertung für die kommenden Jahre und der lückenlosen Dividendenhistorie lautet unser Anlagerat, dass wir an dieser Position bis auf weiteres festhalten.
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Themen des Money Mail Nr. 041/2026