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DHL Group - Zwischen Amazon-Schock und Unterbewertung:

07.05.2026 | Money Mail Nr. 036/2026

Der Aktienkurs dieses Dax-Mitglieds hat sich in den vergangenen Monaten recht wacker geschlagen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass der Iran-Krieg für einen globalen Logistiker wie DHL (Routenplanung, Treibstoffkosten, Welthandel) ein erhebliches Risiko darstellt.

Am 04. Mai ist jedoch ein Störfaktor aufgetreten, der den Kurs spürbar zurückgeworfen hat und der auch künftig eine wichtige Rolle spielen dürfte. Gemeint ist damit die Ankündigung von Amazon, sein Logistiknetzwerk nun für alle Drittunternehmen (nicht mehr nur für Amazon-Verkäufer) zu öffnen. Das heißt, der E-Commerce-Riese wird damit vom Kunden zum direkten Konkurrenten von DHL, UPS und FedEx. Folglich geht es um einen Konkurrenten, der sehr ernst zu nehmen ist. Wie sich die Sache weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Denkbar sind viele Szenarien, wobei man als Anleger nicht vergessen sollte, dass es das Unternehmen bisher stets geschafft hat, gute Lösungen für neue Herausforderungen zu finden. 

Das Geschäftsmodell - Die Transformation zur DHL AG: Was die aktuelle Entwicklung angeht, zeigten die am 30. April vorgelegten Erstquartalszahlen folgendes: Das Unternehmen hat trotz "geopolitischer Verwerfungen" bei leichtem Umsatzrückgang mehr verdient und die Margen verbessert. Der vielbeachtete freie Cashflow vor Portfolioveränderungen stieg deutlich und entgegen den Markterwartungen. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte die Deutsche-Post-Mutter.

Bei der Hauptversammlung am 5. Mai 2026 wurde die Namensänderung zur DHL AG beschlossen. Dies besiegelt den Wandel vom deutschen Briefdienst zum globalen Logistik-Pure-Play. Das Geschäft steht auf fünf Säulen: Express (zeitkritisch), Global Forwarding (Luft-/Seefracht), Supply Chain (Lagerlogistik), eCommerce und Post & Paket Deutschland. Während Amazon auf Standard- Volumen setzt, punktet DHL durch Speziallogistik (z. B. Life Sciences & Healthcare), Zoll-Expertise und ein über Jahrzehnte gewachsenes interkontinentales Netzwerk, das nicht einfach kopiert werden kann. 

Langfristige Ziele (Strategie 2030): Der Fokus liegt auf Wachstumsmärkten. Geplant sind massive Investitionen in E-Commerce-Strukturen außerhalb von Amazon sowie in die Pharmalogistik. DHL will zudem Vorreiter bei der Dekarbonisierung sein. Dies ist ein strategisches Ziel, da Großkunden ihre Logistikpartner zunehmend nach deren CO2-Bilanz auswählen. In Sachen Effizienz ist eine Steigerung der operativen Margen durch fortschreitende Automatisierung in den Sortierzentren die Vorgabe. 

Moderate Bewertung: Analysten sehen den Gewinn je Aktie in diesem Jahr von 3,09 Euro auf 3,30 Euro steigen. Dem Konsens zufolge soll dieser Wert bis 2029 auf 4,31 Euro zulegen. Auf letztgenannter Basis errechnet sich ein geschätztes KGV von 10,8. Dieser Multiplikator ist als günstig einzustufen. Er signalisiert, dass der Markt bereits eine erhebliche Unsicherheitsprämie für potenzielle Marktanteilsverluste an Amazon sowie für allgemeine Handelsrisiken eingepreist hat. Sollte es der DHL Group gelingen, ihr Ergebniswachstum wie prognostiziert zu erreichen, würde das beim Kurs Aufwärtspotenzial versprechen.

Anlageurteil: Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die DHL Group vor einer Phase des intensiven Konkurrenzkampfes steht, aber über ein global gewachsenes Netzwerk verfügt, das einen erheblichen „Burggraben” darstellt. Hinzu kommt eine geschätzte Dividendenrendite von immerhin mehr als 4 %. 

Vor diesem Hintergrund würden wir an dieser Position vorerst weiter festhalten. Zu einer Kursrakete dürfte sich dieser Titel zwar nicht mausern, aber wenn man mit einer starken Umsetzung der Strategie 2030 eine gute Antwort auf den neuen Wettbewerb findet, dann könnte es Schritt für Schritt nach oben gehen in Richtung Rekordhoch von fast 61 Euro. Seit der Erstbesprechung im Mai 2021 hat dieser Titel zwar keine Bäume ausgerissen, vielmehr handelt die Notiz unter dem damaligen Niveau von 48,95 Euro. Aber unter Einbeziehung der seitdem vereinnahmten Bruttodividenden von kumuliert 10,6 Euro je Aktie ergeben sich moderate Buchgewinne.

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