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Ringmetall – Kurstrendwende lässt weiter auf sich warten
16.04.2026 | Money Mail Nr. 030/2026Dieser Mitfavorit von uns verharrt im mittelfristigen Seitwärtsmodus. Auch im bisherigen Jahresverlauf fehlten die nötigen Impulse für einen nachhaltigen Aufwärtstrend. Ein zu Jahresbeginn unternommener Ausbruchsversuch versandete wirkungslos, da die Marktteilnehmer ihre Hoffnung auf eine schnelle konjunkturelle Belebung begruben. Spätestens die Eskalation im Iran-Krieg erstickte diese Ambitionen im Keim.
Inklusive der seit unserer Erstvorstellung in Ausgabe 104/21 (zu 4,37 Euro) ausgeschütteten Bruttodividenden von kumuliert 0,39 Euro ergibt sich momentan nach wie vor ein Buchverlust. Aber immerhin besteht weiterhin die Hoffnung, dass der Titel auf dem derzeit gültigen Niveau einen Boden gefunden hat, da sich diese Zone früher schon als tragfähig erwiesen hat. Unser bei 2,60 Euro auf Xetra-Schlusskursbasis festgezurrter Stopp-Loss wurde bislang nicht gerissen, wobei wir an dieser Reißleine festhalten.
Operative Herausforderungen im zyklischen Umfeld: Das Kerngeschäft von Ringmetall, die Produktion von Fassspannringen und Innenhüllen für die Chemie- und Lebensmittelindustrie, ist weiterhin in einem schwierigen Umfeld aktiv. Da das Unternehmen als Zulieferer fungiert, schlagen Volumina-Rückgänge bei den großen Abnehmern unmittelbar auf die Auftragslage durch.
Während der Umsatz in den Boomjahren nach der Pandemie durch Lagerauffüllungseffekte getrieben wurde, erleben wir derzeit eine zähe Phase der Normalisierung. Diese fehlende Dynamik spiegelt sich eins zu eins im Aktienkurs wider, dem es momentan schlicht an kurzfristiger Kursfantasie fehlt, um die im ersten Quartal markierten Widerstände erneut zu testen.
Massive Unterbewertung in der Zukunftsprojektion: Das Hauptargument für den Titel liegt in der Bewertung, die bei einer Normalisierung der Märkte erhebliches Aufwärtspotenzial freisetzen könnte. Festmachen lässt sich das etwa an den Langfrist-Schätzungen von SMC Research. Das Institut taxiert den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2026 bei 0,18 Euro und bis 2032 sieht man diesen Wert auf 0,68 Euro steigen. Bis zu diesem Termin ist es zwar noch weit und es kann auch viel passieren, was diese Vorhersage über den Haufen wirft. Aber es wird dennoch klar, was für Chancen sich ergeben dürften, falls sich das Geschäftsumfeld normalisiert.
Das Unternehmen wird jedenfalls aus unserer Sicht zu einem Preis gehandelt, der die dominante Weltmarktführerschaft kaum angemessen berücksichtigt. Geopolitische Risiken als externe Belastungsfaktoren: Eine zusätzliche Bürde für die Marktstimmung stellt der Iran- Krieg dar. Solche Konflikte führen in der Regel zu einer erhöhten Risikoaversion gegenüber zyklischen Werten und dämpfen die globalen Konjunkturaussichten.
Auffällig ist jedoch, dass der breite Markt offenbar darauf setzt, dass dieser Konflikt zeitlich begrenzt bleibt und keine weitere dauerhafte Eskalation folgt. Solange diese Unsicherheit jedoch schwelt, ist kaum mit einer nachhaltigen Kursbelebung zu rechnen. Einschätzung der künftigen Ertragslage: Die Cashflow- Generierung des Konzerns lässt auf eine solide Basis schließen. Die für das abgelaufene Jahr vorgeschlagene Dividende von 0,10 Euro je Aktie entspricht derzeit einer Rendite von 3,6 % und ist durch das Ergebnis gut gedeckt.
Auch wenn kurzfristig keine dynamischen Wachstumssprünge absehbar sind, rechtfertigen die solide Bilanzstruktur und die führende Weltmarktposition bei Fassspannringen (Marktanteil >50 %) das Festhalten an der Position.
Ringmetall treibt zudem die Unabhängigkeit vom europäischen Markt durch strategische Zukäufe voran, wie zuletzt die Übernahme des türkischen Herstellers Makplast (März 2026) und der Erwerb der Thermoforming-Sparte von New England Plastics in den USA (April 2026) belegen.
Anlageurteil: Wir raten dazu, investiert zu bleiben. Die aktuelle Kursschwäche spiegelt primär die fehlende Sektordynamik wider, nicht ein strukturelles Problem des Unternehmens. Wer jetzt verkauft, realisiert einen Verlust auf einem Niveau, das lediglich den Substanzwert abbildet.
Solange die Stopp-Marke von 2,60 Euro auf Xetra-Schlusskursbasis hält, bleiben wir wegen der starken Marktstellung und der niedrigen Bewertung dabei. Kurzfristig sind positive Kursimpulse Mangelware, langfristig gesehen setzen wir aber weiterhin auf die enorme operative Hebelwirkung, die Ringmetall entfalten dürfte, sobald sich das industrielle Umfeld stabilisiert.
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