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Dax mit deutlicher Erholungsbewegung – was bringen die US-Inflationsdaten im Kriegsumfeld
07.04.2026 | Money Mail Nr. 027/2026Nach deutlichen Verlusten in den Wochen zuvor legte der Dax in der Woche vor Ostern deutlich zu. Ein Plus von knapp 4 % hievte den deutschen Aktienleitindex auf einen Stand von 23.168,08 Punkten.
Geprägt wurde das Kursgeschehen dabei erneut vor allem vom Iran-Krieg. Der klare Anstieg deutet darauf hin, dass der Markt neue Hoffnungen auf ein baldiges Ende geschöpft hat. Doch bei genauer Betrachtung ist es streng genommen so, dass sich bisher nicht absehen lässt, wann der von Israel und dem Iran vom Zaun gebrochene Krieg enden wird.
Das Dax-Chartbild hat sich durch die jüngste Aufwärtsbewegung etwas verbessert, repariert ist der zuvor angerichtete Schaden aber noch nicht. Wir sind hin und hergerissen und wissen nicht so recht, für welche Richtung sich der Dax als nächstes entscheiden wird. Wie auch, schließlich hängt vieles von der Geopolitik ab, und die ist unter US-Präsident Trump chaotisch und unberechenbar.
Im Falle einer Entspannung ist natürlich mit einem weiteren Freudensprung der Kurse nach oben zu rechnen, aber wenn sich der Krieg vorerst weiter fortsetzen sollte, dann tun wir uns schwer damit, bei dieser Konstellation zuversichtlich auf die weiteren Aussichten der Weltkonjunktur zu blicken. Und da wir auch noch weitere Risiken wittern wie etwa im Kreditbereich und bei den Folgen, welche der Megatrend KI auf die Geschäftsmodelle etablierter Unternehmen haben könnte, raten wir vorerst weiterhin zu einer vorsichtigeren Gangart. Die bestehenden Risiken kommen auf dem aktuellen Kursniveau aus unserer Sicht jedenfalls noch nicht ausreichend zum Ausdruck – aber vielleicht lösen sich die Probleme ja auch von selbst - restlos überzeugt sind wir von dieser Option momentan jedoch nicht.
In der neuen Woche richtet sich unser Augenmerk in Deutschland vor allem am Dienstag auf die Sentix-Konjunkturumfrage, wobei laut Deka Bank die Finanzmarktanalysten ihre Sicht auf den Krieg und die Konjunktur nochmals nach unten angepasst haben dürften. Am Donnerstag steht zudem die Vorlage der Produktion im produzierenden Gewerbe Deutschlands an. Diese zeigte bereits zuletzt Anzeichen von Schwäche und könnte nun zum dritten Mal in Folge gesunken sein, was die Ausbildung eines neuen Abwärtstrends bedeuten würde.
Besonders interessant wird es am Freitag, denn da gibt es neues von der Inflationsfront, die am Markt besonders genau verfolgt wird. Nach Einschätzung der Deka Bank dürften die US-Verbraucherpreise im März energiepreisbedingt sehr deutlich gegenüber dem Vormonat gestiegen sein. Man geht aber unter dem Strich davon aus, dass angesichts einer zuletzt deutlich höheren Sparquote der damit verbundene Kaufkraftverlust zumindest im Gesamtaggregat verkraftbar sein wird.
Ansonsten darf man gespannt sein, was der Besuch von NATO-Generalsekretär Mark Rutte bei Donald Trump bringen wird. Spannend ist das deshalb, weil der US-Präsident bekanntlich jüngst damit gedroht hat, die Nato zu verlassen, weil die Partnerstaaten nicht so tanzen wie er will. Das Thema macht zwar viele Schlagzeilen wir sehen diese Sache aber gelassen. Denn zum einen sind die Ausstiegshürden hoch, zum anderen und vor allem würde sich der Autor dieser Zeilen über einen NATO-Austritt sogar freuen, denn humanistisch Gebildete ziehen im Schnitt einfach nicht mehr an einem Strang mit den US-Republikanern unter Trump. Amüsant wird das Ganze aber so oder so bestimmt, denn es wird interessant sein zu sehen, wie der aalglatte NATO-Generalsekretär dieses Mal mit dem US-Präsidenten umgeht – wieder anbiedernd oder als Gesprächspartner auf Augenhöhe.
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