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Wir stufen derzeit den fallenden VIX noch immer als positiv ein

16.02.2021 | Money Mail Nr. 018/2021

Die an den Börsen jeweils vorherrschende Volatilität ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der Einschätzung der Ausgangslage und der weiteren Aussichten an den Aktienmärkten. Allerdings ist die Interpretation der Zahlen nicht immer leicht. Denn es gibt in gewissen Situationen mit bestimmten Volatilitätsniveaus durchaus gute Gründe, um sowohl zugunsten von deswegen künftig steigenden oder fallenden Notierungen zu argumentieren.

Ziemlich unstrittig ist aber, dass ein explosiver Anstieg der Volatilität, als Kontraindikator ein gutes Kaufsignal ist. Diese Erkenntnis hat sich auch jüngst wieder bewahrheitet, als der VIX-Volatilitätsindex für den S&P 500 Index mit 82,69 auf ein neues Rekordhoch geschossen war. Denn seitdem sind bekanntlich die Kurse an den Weltbörsen förmlich explodiert.

Angesichts dessen ist es erwähnenswert, dass der VIX am Freitag zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Pandemie in der westlichen Welt vor einem Jahr auf einen Stand von unter 20 gefallen ist. Ein Niveau von 19,97 entsprach dem niedrigsten Stand seit dem 21. Februar 2020, als die Ängste im Zusammenhang mit dem Coronavirus die Anleger zu packen begannen.

Damit nähern wir uns langsam wieder Notierungen an, die manche Marktteilnehmer dazu bringen, vor dem Risiko eines möglicherweise bald wieder anstehenden Sprungs nach oben beim VIX zu warnen. Das ist speziell bei explosionsartigen steigenden VIX-Ständen ein Problem, weil das meist mit einem herben Kurseinbruch einhergeht. Doch es ist zum einen noch lange nicht gesagt, dass der VIX nicht noch weiter fallen kann. Schließlich gab es auch schon Phasen mit VIX-Notierungen von unter 10. Zum anderen ist es für eine richtige Interpretation auch wichtig, wie genau das jeweilige Zusammenspiel von VIX zum S&P 500 Index ist. Am Freitag beispielsweise war es so, dass der VIX um 6% fiel, während der S&P um 0,5% stieg. Für Tom Lee, Mitbegründer und Leiter der Forschung bei Fundstrat Global Advisors, handelt es sich dabei um eine positive Divergenz. Die Aktien bewegen sich nach oben, aber der VIX fällt. Dies deutet darauf hin, dass die "Angst" aus dem Markt zurückgeht, so Lee. Und wenn sich dieser Trend fortsetzten sollte, würde das vorerst für weiter steigende Aktiennotierungen sprechen. Wobei die Analysten von der Société Générale noch darauf hinwiesen, dass angesichts des Ausmaßes der jüngsten Revisionen nach oben bei den Unternehmensgewinnen die Kluft zwischen dem VIX und dem S&P 500 Index eigentlich zu groß ist.

Unser Fazit: Aktuell sind wir geneigt, die auf ein neues Zwischentief gefallene Volatilität als ein positives Signal aus dem Marktumfeld zu deuten. Die Risiken nach dem Abgang von Trump als US-Präsident und dem Ende der Brexit-Saga sind jedenfalls in 2 wichtigen Punkten geringer geworden. Wenn es jetzt noch gelingt, nennenswerte dauerhafte Fortschritte bei der Bekämpfung der Pandemie zu erzielen, dann könnte der VIX noch weiter fallen und die Aktienkurse im Gegenzug weiter steigen. Sehr negativ wäre es allerdings, falls sich herausstellen sollte, dass wir noch lange mit Lockdowns leben müssen. Doch Börsen auf Rekordkurs sprechen dafür, dass dies momentan nicht das Hauptszenario der meisten Anleger ist.

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