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Ramsch ist bei US-Aktien zurzeit viel mehr gefragt als Qualität

09.02.2021 | Money Mail Nr. 015/2021

Wir leben in verrückten Zeiten – das gilt nicht zuletzt auch für die Börsen. Warum wir zu dieser Einschätzung gelangen, haben die ersten Wochen im neuen Jahr bereits eindrücklich gezeigt. Verwiesen sei in diesem Zusammenhang nur auf die Kurskapriolen rund um Gamestop, Silber & Co.

Die jüngste Entwicklung des Aktienmarktes im Russell 2000 und anderswo war auch aus der Sicht der Société Générale etwas außergewöhnlich. Denn es war bekanntlich so, dass eine Gruppe an Privatanleger bei ihren Käufen auf zuvor angeschlagene Aktien abzielten, bei denen oft (aber nicht ausschließlich) ein erhebliches Short-Interesse bestand. Dieses Short-Interesse korrelierte logischerweise mit schlechten Fundamentaldaten, und folglich gehören viele der Unternehmen, auf die dieser "Short Squeeze" abzielte, auch zu den Unternehmen mit den schwächsten Bilanzen innerhalb des Russell 2000 Index.

So schneiden die Aktien mit den schwächsten Bilanzen (weakest balance sheet) mit großem Vorsprung am besten ab, während die Aktien der Unternehmen mit den stärksten Bilanzen (strongest balance sheet) das Performance-Ende zieren. Die Folgen davon ist, dass Aktien mit schlechter Bilanz nunmehr 11% des Russell 2000 Index ausmachen, gegenüber nur 6% Ende 2019.

Laut Société Générale macht das den Russell 2000 noch anfälliger für etwaige Kreditrisiken. Wobei die französische Großbank auch noch basierend auf Vergangenheitserfahrungen daran erinnert, dass die erste Regel beim Investieren unter Verwendung einer Bilanzmetrik darin besteht, nicht unbedingt die schlechtesten Aktien leer zu verkaufen, weil das plötzliche Umkehrrisiko beim Aktienkurs und allgemein die Volatilität einfach zu schwer zu handhaben sind.

Unser Fazit: Die Tatsache, dass Gesellschaften mit einer besonders schwachen Bilanz besonders gut an der Börse abschneiden, ist aus unserer Sicht ein weiterer Hinweis auf die speziell in den USA vorherrschenden Übertreibungen. Irgendwann könnte sich dieses Treiben auch rächen, wobei wir momentan aber davon ausgehen, dass der Tag der Abrechnung nicht schon ganz kurzfristig bevorsteht.

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