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Dax in Rekordlaune – Woche mit etlichen deutschen Konjunkturdaten soll Besserung anzeigen
06.07.2026 | Money Mail Nr. 053/2026Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich in der Vorwoche in allerbester Verfassung – ein Attest, das auch europäischen Aktien allgemein ausgestellt werden kann. Nachdem der Dax bereits am vergangenen Donnerstag eine neue Bestmarke aufgestellt hat, wurde die Rekordjagd zum Wochenausklang noch weiter ausgebaut. Der deutsche Aktienindex verbuchte am Freitag ein Tagesplus von 0,78 % auf 25.779,31 Punkte. Insgesamt ergab sich damit ein Wochengewinn von 4,5 %. Das entspricht dem stärksten Wochenplus seit April 2025 und binnen dreier Handelstage legte der Dax jüngst schon mehr Prozente zu als in der gesamten ersten Jahreshälfte.
Charttechnisch gesehen ist das alles ein Befreiungsschlag und laut Theorie winken nun weitere Anschlussgewinne. HSBC schreibt dazu folgendes: „Die Bedeutung des aktuellen Vorstoßes in „uncharted territory“ kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wenn Anleger die Kursentwicklung seit Anfang Juni als sogenanntes 1-2-3-Tief interpretieren, dann ergibt sich daraus ein Anschlusspotenzial von 1.130 Punkten. Perspektivisch führt diese Formation somit zu einem Kursziel von rund 26.300 Punkten. Unter Tradinggesichtspunkten kann der Stop-Loss auf die Ausbruchsmarken bei 25.500 Punkten nachgezogen werden. Eher strategische Absicherungen bestehen in Form der 50 Tage-Linie bzw. der 200-Perioden-Glättung (akt. bei 24.657/24.265 Punkten).“
Der gelungene Juli-Auftakt wurde nach Angaben der DZ Bank nicht von den Technologiewerten getragen, die den Markt in den vergangenen Monaten dominierten, sondern von Unternehmen mit Schwerpunkt auf dem deutschen Heimatmarkt, deren Kurse zuvor zurückgeblieben waren.
Der erste Impuls kam demnach aus den USA. Dort sind im Juni deutlich weniger neue Stellen entstanden als erwartet. Für die Börsen ist das jedoch keine schlechte Nachricht, denn die Abkühlung am Arbeitsmarkt nimmt der US-Notenbank den Druck, die Leitzinsen anzuheben. Niedrigere Zinserwartungen stützen die Bewertung von Aktien weltweit. Der rückläufige Ölpreis dämpft die Inflationssorgen zusätzlich.
Der zweite Impuls kam laut dem zitierten Kreditinstitut aus Berlin. Die Koalition hat sich auf ein Reformpaket mit 34 Maßnahmen verständigt. Dieses soll die Wirtschaft stärken, Einkommen entlasten und Bürokratie abbauen. An den Aktienmärkten wurde weniger der Umfang der einzelnen Punkte honoriert als das Signal, dass Reformen überhaupt zustande kommen. Das kann die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern aufhellen.
Mit Blick auf eine ungewöhnlich breite Performance-Spreizung im ersten Halbjahr spricht die DZ Bank zudem von Zuversicht für die zweite Jahreshälfte. Der Weg zum hausinternen Jahresendziel von 27.500 Punkten führe beim Dax über eine Verbreiterung des Marktes: Die bislang zurückgebliebenen, binnenwirtschaftlich geprägten Werte dürften aufholen, während die bereits stark gestiegenen Themen rund um Halbleiter und Energietechnik ihr Niveau behaupten dürften. Der Anstieg erhält somit ein zweites Standbein und ist nicht mehr allein von wenigen Titeln abhängig.
Das erhöhe die Qualität der Aufwärtsbewegung. Ein Großteil dieser Aufholbewegung dürfte allerdings bis zum Jahresende vollzogen sein. Für das erste Halbjahr 2027 erwartet man deshalb eine eher seitwärtsgerichtete Entwicklung. Das Umfeld bleibt konstruktiv, die Dynamik des laufenden Jahres lässt sich aber nicht einfach fortschreiben, so das Urteil.
Wir fahren auf Sicht und blicken noch nicht auf das kommende Jahr, sondern konzentrieren uns auf das dritte Quartal 2026. Und nicht zuletzt die positiven charttechnischen Kaufsignale lassen uns zunächst konstruktiv nach vorne blicken. Damit sich diese Hoffnung auch bereits kurzfristig erfüllt, kommt es darauf an, was in der neuen Woche die Auftragseingänge für die deutsche Industrie (06.07.) bringen sowie die deutsche Industrieproduktion (07.07.) und die deutschen Exportdaten (09.07.).
Gleich zum Wochenauftakt darf man gespannt sein, ob die These der Deka Bank zum Sentix-Konjunkturindex im Juli aufgeht, wonach die Perspektive für ein Abkommen beim Iran-Krieg und eine uneingeschränkte Passage durch die Straße von Hormus zusammen mit den Konjunkturindikatoren, die zuletzt immer häufiger positiv überraschen, den Indexstand tatsächlich beflügelt haben. Am 08.08. erscheint außerdem das Protokoll der letzten Notenbanksitzung.
Es bleibt laut Hamburg Commercial Bank abzuwarten, wie lange diese „FOMC Minutes“ noch unter dem neuen Notenbankchef Warsh veröffentlicht werden, liefert es letztlich doch eine gewisse Ausblickfunktion, die von Warsh abgelehnt wird.
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