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Hanseatischer Börsendienst
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Sind Aktien ein guter Inflationsschutz?

26.04.2022 | Hanseatischer Börsendienst Nr. 09/2022

Sind Aktien ein guter Inflationsschutz? Leider nicht unbedingt – jedenfalls nicht alle Aktien. Gold, Silber und Rohstoffe (Commodities) wie beispielsweise Industriemetalle, Öl und Gas waren in der Vergangenheit stets diejenigen Anlageklassen in Zeiten hoher Preissteigerungen, die in der Regel sehr erfreuliche Kursgewinne brachten. Bei der Aktienanlage ist es hingegen komplizierter. Normalerweise verlieren Aktien in Phasen hoher Inflation moderat an Wert. Ein recht gutes Chance-Risiko-Verhältnis erhalten Anleger bei einer sinnvollen Kombination von Aktien mit Edelmetall-Investments wie wir dies in unserem Musterdepot bereits seit geraumer Zeit umgesetzt haben.

Viele Aktionäre schneiden in Phasen hoher Inflation schlecht ab, weil sie keinerlei Edelmetalle oder Rohstoff-Investments halten. Zudem setzen sie oftmals auf die falschen Aktien, weil sie meinen, dass Unternehmen, die viele Güter wie Fabriken und Maschinen besitzen, Werte darstellen, die vor Inflation schützen. Doch Warren Buffett warnte bereits im Jahr 1983 in einem Brief an die Aktionäre seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway: „So funktioniert es nicht. Kapitalintensive Unternehmen erwirtschafteten im Allgemeinen niedrige Renditen – Renditen, die oftmals kaum genug Kapital liefern, um den inflationären Bedarf des Geschäfts zu finanzieren…“ Buffett sieht Unternehmen, die mit einem relativ geringen Bedarf an materiellen Vermögen hohe Renditen erwirtschafteten deutlich besser für Phasen mit hoher Inflation gewappnet.

Natürlich ist dies nur als grobe Faustformel zu verstehen. Übersetzt auf die aktuelle Lage könnte dies darauf hindeuten, dass sich beispielsweise Versicherer wie eine Allianz, die kaum materielle Vermögen für den Geschäftsbetrieb benötigen, besser in Phasen hoher Inflation entwickeln dürften als kapitalintensive Stahl-, Maschinenbau oder Automobilkonzerne bzw. deren Zulieferer. Andere zu bevorzugende Sektoren wären beispielsweise Konsumgüterproduzten mit starken Marken.

Einen Sonderfall stellen aktuell Software-, Internet-Unternehmen oder IT-Dienstleister dar, die ebenfalls wenig kapitalintensive Geschäftsmodelle betreiben, jedoch vorerst noch unter dem steigenden Zinstrend leiden. Generell lässt sich festhalten, dass sich in Zeiten hoher Inflation Aktien von Unternehmen schwertun, die vor hohen Investitionen in Maschinen und Fabriken stehen sowie einen hohen Energiebedarf haben. Das Investieren ist in diesem speziellen Umfeld alles andere als einfach. Doch den Kopf in den Sand und das Geld unters Kopfkissen oder aufs Sparbuch zu legen, ist keine dauerhafte Lösung und wird in diesen inflationären Zeiten zu einem stetigen und substantiellen Kaufkraftverlust führen.

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