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Themen des Der Internationale Nr. 27/2020

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Marktausblicke zum Jahresende sind nicht unser Ding

29.12.2020 | Der Internationale Nr. 27/2020

Auf einen detaillierten Ausblick auf das neue Jahr verzichten wir an dieser Stelle. Das hat damit zu tun, dass wir derartige Überlegungen generell nicht an einem bestimmten Datum festmachen, sondern wir beschäftigen uns ständig mit den vermeintlichen weiteren Aussichten an den Finanzmärkten. Das macht Sinn, weil die Welt einfach zu schnelllebig ist, um mit einer verlässlichen Trefferquote zeitlich weit nach vorne zu blicken. Das Auftauchen des Coronavirus hat dies leider jüngst erst wieder bestätigt.

Bestärkt hat uns in dieser Haltung übrigens auch eine Untersuchung der Hamburger Sutor Bank. Deren Aufstellung für die vergangenen 20 Jahre zeigt, dass es gerade einmal in 2 Jahren eine Diskrepanz zwischen der durchschnittlichen Dax-Prognose von Analysten und tatsächlicher Dax-Entwicklung unter 2%-Punkten gab – nämlich 2004 und 2015. Das bedeutet, dass in allen anderen Jahren die Diskrepanz zum Teil sehr viel größer war – in der Spitze 2002, als die Analysten im Durchschnitt von einer Dax-Steigerung um 11% ausgingen, der Dax jedoch knapp 44% verlor.

Nach diesem grundsätzlichen Hinweis ist es momentan so, dass wir uns im Einklang mit den meisten Volkswirten im Jahr 2021 einen synchronisierten globalen Konjunkturaufschwung vorstellen können. Kommt es dazu auf US-Dollar-Basis, dann sind wir geneigt, der Berenberg Bank zuzustimmen, die für diesen Fall im ersten Halbjahr 2021 Unterstützung für den Welthandel, die Schwellenländer, Rohstoffe, zyklische Werte und Value-Aktien sieht. Zudem könnte demnach ein anhaltendes synchrones globales Wachstum in US-Dollar gerechnet - dass es seit der globalen Finanzkrise nicht mehr gab - als Vorbedingung für künftige Inflationsrisiken angesehen werden.

Damit sind wir auch schon bei den Punkten, die das skizzierte Szenario stören könnten. Denn es handelt sich dabei um Risikofaktoren, die Überraschungen verglichen mit den aktuellen Konsensmeinungen darstellen würden und die derzeitigen Erwartungen über den Haufen werfen könnten. Gemeint sind damit Probleme mit der Einführung von Impfstoffen, anhaltende geopolitische und handelspolitische Spannungen, eine Straffung der Fiskal- und/oder Geldpolitik, eine „Zombie“-Wirtschaft, mit verlustreichen Firmen, die künstlich am Leben gehalten werden sowie ein überraschender Anstieg der Anleiherenditen oder ein Absturz des Dollars. Aus der Sicht des US-Brokers Charles Schwab könnte alles das zu einer höheren Volatilität am Aktienmarkt führen.

Zum aktuellen Stand setzen wir wegen der praktisch global betriebenen expansiven Geld- und Fiskalpolitik aber auf einen zunächst weiter anhaltenden Kursaufschwung. Verlässlicher als Vorhersagen wie diese dürfte aber die Erwartungshaltung sein, dass sich auch 2021 ein zumindest temporärer Kursrückschlag einstellt. In den vergangenen 20 Jahren kam es jedenfalls fast jährlich zu Einbrüchen von mindestens 10% bei globalen Aktien und zu 7% bei Multi-Asset-Portfolios, wie aus der Grafik aus einer Studie von JP Morgan zu ersehen ist. Diese waren meist Reaktion auf Wachstumsverlangsamungen/Rezessionen, Inflationsängste oder politische/geopolitische Ereignisse. Im kommenden Jahr stellt außerdem das vielfach hohe Bewertungsniveau eine potenzielle Bürde dar. Falls es wieder zu einem deutlicheren Rückschlag kommt, wird für uns die große Aufgabe sein, so einen Einbruch richtig einzuordnen und die richtigen Anlageschritte zu tätigen. Aber darum machen wir uns dann Gedanken, sofern dieser Fall tatsächlich eintritt.

 

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