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Anleger haben wieder einmal Sorgen – doch der führende Marktinsider an der Börsen-Schaltzentrale ist bullisch

01.09.2026 | Der Internationale Nr. 18/2026

Die Performance-Bilanz der Weltbörsen stimmt bisher auch in diesem Jahr. Auf nicht wenige Investoren wirkt das Marktumfeld dennoch wackelig. Aktuell finden sich sogar mehrere Störfaktoren. Allen voran gilt das mit Blick auf die deutlich gestiegenen Anleiherenditen im Verbund mit einer zu hohen Inflation und unaufhaltsam steigenden Staatsschulden.

Hinzu kommt die Ungewissheit, ob sich die immensen Investitionen in Künstliche Intelligenz tatsächlich auszahlen. Zu allem Überfluss ist darüber hinaus beim Iran-Krieg derzeit kein Ende absehbar, während sich in der US-Politik ein Trend hin zu einer Art Wildwest-Kapitalismus verfestigt.

Angesichts dieser Konstellation macht es Mut, wenn sich eine Adresse wie Citadel Securities zuversichtlich gibt. Denn dieses Unternehmen gehört zu den weltweit größten Market Makern und ist damit viel näher am tatsächlichen Börsengeschehen als ein gewöhnliches Analysehaus. Durch die betriebene Tätigkeit sieht man direkt täglich, wohin Kapital fließt, wie Anleger positioniert sind und ob sich Liquidität und Risiken verändern.

Citadel hat somit quasi Einblicke in den Maschinenraum der Börse und vor diesem Hintergrund ist es beachtenswert, dass sich dieser führende Marktinsider in einer aktuellen Einschätzung bullisch für Aktien zeigt.

Die Argumentationskette lautet dabei wie folgt: Die fundamentale Datenlage rund um KI hat sich verbessert, während das makroökonomische Umfeld unterstützend bleibt – geprägt von lockeren Finanzierungsbedingungen und neuem Vertrauen in die Langlebigkeit des KI-Investitionszyklus.

Diese Kombination dürfte ein günstiges Umfeld für  US-Risikoanlagen bis zu den Zwischenwahlen bieten und wahrscheinlich eine erneute Aufwärtsbewegung im Bereich der KI-Infrastruktur nach einem schwierigen Sommer einleiten. 

Zudem rechnet Citadel nach den jüngsten Äußerungen von US-Notenbankchef Warsh mit einer Stabilisierung der langfristigen US-Renditen. Denn wie es erläuternd hierzu heißt, dürfte eine straffere geldpolitische Haltung entscheidend sein, um die Laufzeitprämie bei den langfristigen Renditen zu stabilisieren, was wiederum sowohl für das KI-Thema als auch für den breiteren Komplex der Risikoanlagen von fundamentaler Bedeutung ist.

Gleichzeitig spricht Citadel nur von einem Zeitfenster für Optimismus statt von einem zeitlich unbegrenzt positiven Ausblick, da die im November stattfindenden US-Zwischenwahlen zumindest vorübergehend neue politische Störfaktoren mit sich bringen dürften.

Wir halten diese Sicht für plausibel, da sie logisch klingt. Denn die entscheidende Frage für Anleger lautet nicht, ob es Risiken gibt. Die gibt es reichlich. Entscheidend ist, ob die wirtschaftliche Entwicklung stark genug ist, um diese Risiken zu überwiegen. Genau dafür sieht Citadel derzeit genügend Argumente. 

Solange die KI-Nachfrage weiter hoch bleibt, Investitionen in konkrete Umsätze und Gewinne übersetzt werden und sich die langfristigen Zinsen stabilisieren, spricht aus unserer Sicht einiges dafür, die derzeitigen Sorgen nicht mit einem generellen Rückzug aus Aktien zu beantworten. Echte Sorgen würden wir uns allerdings dann machen, wenn es nicht gelingen sollte, den Renditeanstieg zu stoppen.

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