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Die Aktienmärkte wollen nach oben: Alleine der Iran-Krieg bremst

14.04.2026 | Der Internationale Nr. 08/2026

Nachdem die ersten Friedensgespräche zur Beendigung des Iran-Kriegs am vergangenen Wochenende gescheitert sind, war die Angst bei vielen Marktteilnehmern groß, dass es zum Auftakt der neuen Woche einen heftigen Kursrücksetzer geben könnte. Doch am Ende ging die Wall Street sogar mit Gewinnen aus dem Handel am Montag.

Das passt zu einer anderen spannenden und eventuell richtungsweisenden Entwicklung, die sich bereits in der Vorwoche eingestellt hat. Gemeint ist damit, dass der Dow Jones Transportation Index (DJT) und der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) gemeinsam auf neue Rekorde vorgerückt sind. Dass diese beiden Indizes inmitten eines so schweren geopolitischen Konflikts wie dem Iran-Krieg neue Höchststände erreichen, ist aus Sicht der Marktanalyse ein extrem bullisches Signal. Denn in der klassischen und modernen Markttheorie gelten diese beiden Indizes als die „Blutgefäße” und das „Gehirn” der Wirtschaft. Wenn sie steigen, deutet das darauf hin, dass die Realwirtschaft robuster ist, als die Schlagzeilen vermuten lassen.

Drei Punkte sprechen dafür, warum das als ein ermutigendes Zeichen gilt:

  1. Die Bestätigung durch die Dow-Theorie: Einer der ältesten Grundsätze der technischen Analyse besagt: Ein Aufwärtstrend im Gesamtmarkt (Dow Jones Industrials) ist nur dann nachhaltig, wenn er vom Transportsektor (DJT) bestätigt wird. 
    Logik: Industriegüter können zwar produziert werden, aber wenn sie nicht transportiert und verkauft werden, stagniert die Wirtschaft.
    Signalwert: Dass die Transportaktien (Reedereien, Eisenbahnen, Logistiker) trotz der massiven Störungen im Persischen Golf und der Sperrung der Straße von Hormus neue Hochs markieren, zeigt, dass der globale Handel alternative Wege gefunden hat und die Nachfrage so hoch ist, dass sie die gestiegenen Logistikkosten kompensieren kann.
  2. Der SOX als Frühindikator für Wachstum: Der Halbleiterindex (SOX) gilt als das moderne Äquivalent zum Transportindex des 20. Jahrhunderts. Chips stecken heute in allem – von der KI-Infrastruktur bis hin zu Rüstungsgütern und Konsumwaren.
    Zukunftsglaube: Halbleiter-Bestellungen haben oft einen Vorlauf von 6 bis 9 Monaten. Wenn der SOX neue Hochs erklimmt, investieren Unternehmen massiv in künftige Kapazitäten.
    Resilienz gegenüber Inflation: Halbleiterunternehmen verfügen oft über eine hohe Preismacht. Neue Hochs signalisieren, dass der Markt davon ausgeht, dass die Technologiewerte die kriegsbedingte Inflation und die hohen Zinsen wegstecken können.
  3. Divergenz zur Nachrichtenlage („Wall of Worry”): Es gibt ein altes Börsensprichwort: „Bull markets love to climb a wall of worry.” (Bullenmärkte lieben es, eine Mauer der Angst zu erklimmen).
    Eingepreiste Risiken: Wenn die „harten” Indizes (Transport und Technik) steigen, während die „weichen” News (Krieg, Energiekrise) katastrophal sind, bedeutet das oft, dass das Schlimmste bereits in den Kursen enthalten ist.
    Umschichtung von Kapital: Es zeigt, dass Anleger trotz der Krise nicht in Cash flüchten, sondern in produktive Sektoren investieren. Das ist ein Zeichen für tiefes Vertrauen in die Zeit nach dem Konflikt.

Fazit: Wenn die Firmen, die Waren bewegen (DJT), und die Firmen, die die Intelligenz dafür liefern (SOX), neue Rekorde feiern, ist das Fundament der Wirtschaft trotz des kriegerischen Umfelds intakt. Es ist ein Signal für eine hohe Widerstandsfähigkeit des globalen Wirtschaftssystems. Das wiederum spricht dafür, dass ebenfalls neue Rekorde am Gesamtmarkt vermutlich nur dann nicht eintreten, falls der Iran-Krieg noch einmal richtig eskaliert. Und natürlich darf die gerade anlaufende Berichtssaison zum ersten Quartal 2026 nicht enttäuschen.

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