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Der Einfluss der Kryptowährungen auf den Goldpreis scheint sehr groß zu sein

11.01.2022 | Der Internationale Nr. 01/2022

Während viele andere Rohstoffe im Vorjahr haussierten, enttäuschten die Edelmetalle im Jahr 2021. Das gilt auch für den Goldpreis, der einfach nicht nachhaltig in die Gänge kommen will, obwohl er eigentlich aufgrund des dem Gold zugewiesenen Status als Inflationsschutz theoretisch vom vorherrschenden Preisdruck hätte profitieren sollen.

Über die Gründe für dieses Verhalten wird unter Marktteilnehmern ausführlich diskutiert. Interessante Überlegungen zu diesem Thema stellt auch Volkswirt Oskar Walk von Metzler Asset Management an. Denn wie er erklärt, war ein von ihm verwendetes Berechnungsmodell unter Mithilfe von Variablen wie Verschuldung, Inflationstrend und Außenwert des US-Dollars zwischen 1985 und 2020 statistisch gesehen ungewöhnlich gut dazu in der Lage, die Goldpreisentwicklung zu antizipieren.

Aufgrund der steigenden Verschuldung und der steigenden Inflation wäre eigentlich bei stabilen Modellparametern mit einem Anstieg des Goldpreises im vergangenen Jahr auf etwa 2.400 Dollar pro Unze zu rechnen gewesen, führt Walk dazu weiter aus. Die Musik habe im Vorjahr jedoch nicht bei Gold, sondern bei den Kryptowährungen gespielt, wie ein Bitcoinanstieg von rund 60% belegt.

Vor dem Hintergrund von deren jüngsten Aufstieg hat Walk versucht, den Einfluss der Kryptowährungen auf den Goldpreis in seinem Berechnungsmodell zu berücksichtigen. Bei dieser Vorgehensweise kommt er zu dem Schluss, dass bei einer ungebremsten Popularität von Bitcoin & Co. die Prognosen für den Goldpreis in 2022 mit jahresdurchschnittlich etwa 1.880 Dollar pro Unze und für 2023 mit etwa 2.000 Dollar pro Unze gedämpft ausfallen würden.

Sollten allerdings Kryptowährungen als Alternative zu Gold im Verlauf des neuen Jahres an Glanz verlieren, dann ist laut Walk bis Ende 2022 ein Goldpreisanstieg auf bis gut 2.900 Dollar pro Unze möglich. Ende 2023 seien dann sogar 3.450 Dollar drin, verglichen mit 1.992 Dollar bei anhaltender Kryptowährungshausse.

Die Ausführungen von Metzler Asset Management deuten darauf hin, dass Kryptos zumindest momentan eine echte Konkurrenz für Gold darstellen. Deshalb ist es für Goldpreisprognosen inzwischen wichtig, auch Vorhersagen zu den Preisaussichten von Bitcoin & Co. einzubeziehen. Für unsere Meinungsbildung ist außerdem bekanntlich die Charttechnik sehr wichtig. Und diese zeigt derzeit für den in einem mittelfristigen Seitwärtstrend steckenden Goldpreis noch keine neuen Handelssignale an, die hier eine grundsätzliche Neupositionierung nahelegen würden.

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