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Themen des Der Internationale Nr. 01/2021

Designelement

Parabolische Kursanstiege sind sexy und gefährlich zugleich

12.01.2021 | Der Internationale Nr. 01/2021

Die Weltbörsen knüpften in der ersten Handelswoche 2021 da an, wo sie in den beiden letzten Monaten des Vorjahres aufgehört hatten – das heißt, sie galoppierten förmlich weiter nach oben. Das Tempo der Kursanstiege war dabei so heftig, dass einige Einzelaktien in wenigen Handelstagen so stark zulegten wie historisch betrachtet im Schnitt mit Aktien in einem Jahr zu verdienen war. Und das wohlgemerkt zumeist ohne neue Firmennachrichten sowie in einem Umfeld, in dem steigende Coronavirus-Neuansteckungen oft zu wieder verschärften Lockdowns führen.

Wie zu fast allen Marktszenarien gibt es natürlich auch für das jüngst sehr dynamische Börsenumfeld einige weise Sprüche. Zum derzeitigen Geschehen kommt einem dabei folgender Satz von Benjamin Graham in den Sinn: „In a roaring bull market, knowledge is superfluous and experience is a handicap.” Oder auf Deutsch: „In einem brüllenden Bullenmarkt ist Wissen überflüssig und Erfahrung ein Handicap.“

Wie meist haben solche Sprüche einen wahren Kern. Insbesondere wenn sie wie in diesem Fall vom größten Anlageberater des zwanzigsten Jahrhunderts und dem Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse stammen. Uneingeschränkt stimmen wir dieser Erkenntnis von Graham aber nicht zu. Denn selbstverständlich hilft Wissen und Erfahrung auch in einem „brüllenden Bullenmarkt“.

Die Erfahrung lehrt hier zum einen, dass man in solchen Phasen unbedingt am Ball sein muss. Sind da doch in kürzester Zeit die größten Gewinne drin. Zum anderen weiß man als langjähriger Anleger auch, dass es irgendwann einmal auch wieder nach unten geht, wobei die Richtungswechsel dann das Risiko eines ebenfalls rasanten Rückschlages bergen. Die eigentliche Aufgabe besteht somit darin, möglichst gut an so einer Haussephase mitzuverdienen und dann bei einer etwaigen Baisse so wenig wie möglich zu verlieren.

Auf dem Papier hört sich das zwar leicht an, in der Praxis ist eine erfolgreiche Umsetzung aber schwer. Wir versuchen uns dabei primär mit der Charttechnik zu behelfen. Wie schon oft geschrieben, heißt das, wir lassen Gewinne laufen, solange die langfristigen Aufwärtstrends intakt sind und versuchen Positionen abzubauen, sobald diese nachhaltig gebrochen werden.

Wie wichtig es für einen möglichst guten Anlageerfolg ist, die jeweiligen Wellen an den Finanzmärkten richtig zu erwischen, zeigt die erste Grafik. Denn aus ihr ist basierend auf sehr langfristigen Daten zu entnehmen, dass das Börsengeschehen von jeweils länger anhaltenden übergeordneten Bullen- und Bärenmärkten geprägt ist. Wie Julius Bär dazu vorrechnet, bringen Aktien wie zumeist allgemein postuliert streng genommen nicht stetig 8% Rendite pro Jahr. Vielmehr sei in Bullenmärkten etwa mit dem Dow Jones Industrial Average eine Rendite von 13,2% p.a. zu erzielen gewesen, während es in Bärenmärkten Verluste von 2,9% p.a. setzte. Die Charttechniker bei der Schweizer Privatbank raten deshalb dazu, sich beim Investieren der säkularen Kräfte bewusst zu sein und gezielt in diese säkularen Bullenmärkte zu investieren.

So gesehen ist es ermutigend, dass etliche führende Aktienindizes gerade mit frischen Rekordnotierungen aufwarten konnten. Denn das spricht für eine völlig intakte Hausse. Wobei das aber nicht ausschließt, dass es nach dem zuletzt sehr kräftigen Schluck aus der Pulle nicht auch jederzeit zu einer temporären Gegenbewegung nach unten kommen kann.

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