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Polytec ist auch nach Gewinneinbruch noch sehr preiswert

08.08.2018 | Austria Börsenbrief Nr. 31/2018

Polytec (ISIN AT0000A00XX9, Euro 11,22) hat für das zweite Quartal überraschend schwache Zahlen vorgelegt und musste die Ziele für das Gesamtjahr senken. Der operative Gewinn (EBIT) brach um 45% auf 8,5 Mio. Euro ein, während der Um­satz um rund fünf Prozent absackte. Unter dem Strich sank der Quartalsgewinn von 0,49 Euro deutlich auf 0,27 Euro je Aktie. Im Berichtsquartal kam einiges an Negativfaktoren zusammen. So waren im zweiten Quartal laut Vorstandsangaben die Abru­fe von Produkten für Diesel-PKW in Folge der Fahrverbote für ältere Dieselmodelle, die insbesondere zur Verunsicherung der Konsumenten führten, spürbar zurückgegangen. Zudem hat sich der Umsatz im Segment Non-Automotive deutlich redu­ziert. Zusätzlich wurden im Laufe des zweiten Quartals die He­rausforderungen bezüglich der Umstellung auf das neue WLTP-Prüfverfahren offensichtlich. Aufgrund dieser ab Sep­tember 2018 geltenden neuen Abgasnorm für Neuwagen, sind lauf Vorstand Abrufkürzungen und Umsatzeinbußen auch in den kommenden Monaten nicht auszuschließen. Und zudem gab es noch eine Belastung von der Kostenseite: Die Rohstoff­preise, vor allem für Polyamid aber auch für Polypropylen und Harze, erhöhten sich in den letzten Monaten deutlich.

Der Vor­stand geht davon aus, dass die erhöhten Rohstoffpreise den Gewinn auch noch im zweiten Halbjahr drücken werden. Vor diesem Hintergrund dieser geballten Belastungen hat Polytec die Jahresprognose reduziert und rechnet für 2018 jetzt nur noch mit einem Umsatz von rund 650 Mio. Euro und einem EBIT von rund 45 Mio. Euro. Dieser Ausblick gilt laut Vorstand nur, falls weitere Belastungen im Umfeld der Themen WLTP, Diesel-Antriebstechnologie sowie etwaiger Erschwernisse im internationalen Handel ausbleiben. Die schwachen Zahlen, die Gewinnwarnung und die eingetrübte Visibilität der weiteren Er­tragsentwicklung sind eine große Enttäuschung. Doch im be­reits seit Monaten schwachen Aktienkurs ist diese schwache Entwicklung aus unserer Sicht mehr als ausreichend berück­sichtigt. Die Bewertungsrelationen sind auch auf Basis der ak­tuellen Prognose sehr attraktiv.

So dürfte Polytec bei ähnlicher Zinsbelastung und Steuerquote wie im Vorjahr im Geschäfts­jahr 2018 auf einen Gewinn je Aktie um rund 1,40 Euro zusteu­ern. Damit würde die Aktie mit einem KGV von klar unter zehn gehandelt werden. Nach Einschätzung der Analysten der Baa­der Bank wird Polytec ab 2019 wieder auf den Wachstums­pfad zurückkehren, da das Unternehmen für Großprojekte mit Produktionsstarts in den Jahren 2019 und 2020 nominiert sind.  Die Experten sehen die Aktie derzeit bei 14 Euro als fair bewer­tet an, beziffern jedoch den mittelfristigen Fair Value auf 18 bis 20 Euro. Die Analysten der Erste Group zeigten sich weniger zuversichtlich und haben das Kursziel nach der Gewinnwar­nung kräftig von 15,90 Euro auf 11,50 Euro reduziert.  Wir gehen davon aus, dass sich Polytec nicht nachhaltig vom Wachstumskurs abbringen lassen wird. Kurse um 20 Euro dürften auf Sicht von ein bis zwei Jahren durchaus wieder in Reichweite rücken.

Trotz der sehr enttäuschenden Ent­wicklung im zweiten Quartal, sehen wir deutlich mehr Chancen als Risiken in dieser Aktie und belassen Poly­tec somit im Musterdepot.

 

 

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