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Austria Börsenbrief
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Die fallenden Anleiherenditen liefern den Aktien frischen Sauerstoff

03.08.2022 | Austria Börsenbrief Nr. 30/2022

Die Kurse an vielen Weltbörsen haben sich jüngst bekanntlich deutlich erholt. Möglich gemacht hat das eine Stimmungslage bei den Investoren, die bis vor kurzem so schlecht war, dass sie eine zumindest temporäre Aufwärtsbewegung fast schon erzwungen hat. Als eine große Kursstütze haben sich zuletzt aber auch die deutlich gefallenen Anleiherenditen erwiesen. Diese waren in den Monaten zuvor noch stark gestiegen, was wegen dem damit verbundenen Druck auf die Bewertungsrelationen zu einer Neubewertung von Risikoassets wie Aktien führte.

Zur Erinnerung: Der 4. August 2020 markierte den niedrigsten Stand der 10-jährigen US-Staatsanleiherendite (0,5%) in der Geschichte. Danach stieg die Rendite um 300 Basispunkte und erreichte am 14. Juni ein Zwischenhoch von 3,5%. Der jüngst bei den Marktteilnehmern aufgrund der stark gestiegenen Rezessionsgefahr aufgetretene Schock hat die Renditen aber wieder bis auf fast 2,6% zurückgeworfen.

Die große Preisfrage, auch mit Blick darauf, wie es an den Aktienmärkten weitergeht, lautet nun, ob sich dieser Abwärtstrend weiter fortsetzt oder ob die Renditen wieder anziehen. Für letzteres sprechen die vielen Knappheiten, mit denen in den kommenden Jahren zu rechnen ist. Gemeint sind damit etwa ein demografisch bedingt anhaltender Arbeitskräftemangel und ein zu geringes Rohstoffangebot etc.

Ob diese Rechnung aufgeht, ist aber wie immer völlig offen. Schließlich werden auch volkswirtschaftliche Prognosen ähnlich wie Vorhersagen zum Aktienmarkt oft von der Realität über den Haufen geworfen.

Lässt man sich deswegen alternativ von der Charttechnik leiten, dann ist mit Blick auf die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen die Ausbildung einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation zu konstatieren. Denn die Zehnjahresrenditen haben ihre Nackenlinie bei 2,75% durchbrochen und ein Rückgang unter diese Marke öffnet laut der Bank Julius Bär theoretisch sogar den Weg für einen weiteren Abwärtstrend auf unter 2%.

Die Renditen am deutschen Aktienmarkt weisen übrigens ein ähnliches Muster auf. Für Spannung ist also an den Anleihemärkten gesorgt. Und wegen der Bedeutung der Renditen für die den Aktien im Schnitt zugestandenen Bewertungsrelationen handelt es sich auch aus Sicht der Weltbörsen um sehr wichtige Entwicklungen. Folglich gilt es diese genau zu beobachten.

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