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Hausse am Ende? Was uns die aktuelle Verschuldung über die Zukunft der USBörse verrät

01.07.2026 | Austria Börsenbrief Nr. 26/2026

Zum Redaktionsschluss am Dienstag markierte der Dow Jones Industrial Average mit 52.319,20 Punkten einen weiteren Schlussrekord. Für das erste Halbjahr ergibt sich damit ein ansehnliches Plus von rund 9 %. Der technologielastige Nasdaq kommt für diesen Zeitraum sogar auf einen Anstieg von rund 20 %. Da sich somit die bereits starken Kurssteigerungen der Vorjahre weiter fortsetzen, taucht auch aktuell immer wieder die Frage auf, ob der Bullenmarkt vielleicht zu weit gelaufen ist und bald ein Ende der Hausse droht.

Um diese Frage einzuordnen, lohnt ein Blick auf eine Analyse der Societe Generale, die sich mit der Rolle der Verschuldung, dem sogenannten Leverage, befasst. Unter Leverage versteht man in der Finanzwelt die Nutzung von geliehenem Geld, um Investitionen zu tätigen oder Geschäfte zu betreiben. Die Kernaussage der Studie lautet, dass der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten aufgrund der aktuellen Schuldenstände noch nicht am Ende sein muss. Historisch gesehen beenden Bullenmärkte ihr Dasein selten aufgrund ihres hohen Alters, sondern meist durch zu straffe finanzielle Bedingungen, eine Überhitzung bei der Verschuldung oder durch plötzliche wirtschaftliche Schocks.

Die Experten der Societe Generale haben untersucht, was in der Vergangenheit zu einem sogenannten Bärenmarkt führte, also einem deutlichen Kursrückgang von mehr als 20 %. Dabei zeigt sich ein klarer Unterschied: Wenn Unternehmen und Privathaushalte sich vor einer Krise zu stark verschuldet hatten, folgten meist schwere Rezessionen mit hohen Kursverlusten. Wenn es jedoch Phasen gab, in denen diese Akteure ihre Schulden abgebaut haben, fielen die Kurskorrekturen moderater aus und der Aufwärtstrend konnte sich danach fortsetzen. Aktuell ist das Bild beruhigend. Die Verschuldung der privaten Haushalte in den USA befindet sich nahe einem Tiefstand, den man zuletzt vor 17 Jahren gesehen hat. Auch die Verschuldung der Unternehmen ist unter Kontrolle. Da die Unternehmen zudem hohe Gewinne erzielen, können sie ihre Zinsverpflichtungen problemlos aus dem laufenden Betrieb decken. Das Risiko, dass Firmen ihre Kredite nicht mehr bedienen können, ist also gering. Während die private Wirtschaft ihre Schulden also eher abbaut, ist es der Staat, der sich stärker verschuldet hat. Diese staatlichen Ausgaben stützen jedoch aktuell die Gewinnmargen der Unternehmen und den Arbeitsmarkt. Daher gehen die zitierten Analysten davon aus, dass wir uns eher in einer Phase befinden, in der der Markt zwischendurch kurz durchatmen könnte, etwa mit einem Rücksetzer von rund 10 %, anstatt vor einem wirklichen Zusammenbruch zu stehen.

Mut macht auch, dass die kumulative Advance/Decline-Linie des S&P 500 neue Höchststände erreicht hat. Diese Kennzahl misst, wie viele Aktien an der Börse steigen im Vergleich zu denen, die fallen. Ein neues Allzeithoch in dieser Linie bedeutet, dass der breite Markt sehr gesund ist. Es sind nicht nur einige wenige große Unternehmen, die die Indizes nach oben ziehen, sondern eine Vielzahl von Aktien an der Entwicklung beteiligt.

Wenn die Mehrheit der Aktien mitzieht, spricht das oft dafür, dass der Aufwärtstrend auf einem soliden Fundament steht. Das ist zwar alles keine Garantie für einen Fortbestand der Hausse, das derzeitige Marktumfeld gestaltet sich aber relativ robust, wie auch die erwähnten Punkte bestätigen. 

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