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Bei Safran entlastet das Iran-Abkommen das zivile Luftfahrtgeschäft
17.06.2026 | Austria Börsenbrief Nr. 24/2026Die Kursentwicklung bei Safran war in den vergangenen Wochen und Monaten volatil, was eng mit der geopolitischen Lage im Nahen Osten verknüpft war. Der Ausbruch des Iran-Kriegs hatte zeitweise für erhebliche Verunsicherung an den globalen Märkten gesorgt. In diesem Umfeld geriet der Titel aufgrund seiner tiefen Verflechtung mit der zivilen Luftfahrtindustrie deutlich unter Druck.
Die Eskalation schürte im Markt die direkte Angst vor drastisch steigenden Kerosinkosten und einem daraus resultierenden Einbruch der weltweiten Flugstunden. Das am vergangenen Wochenende vereinbarte vorläufige Friedensabkommen brachte hier eine spürbare erste Entlastung an den Handelsplätzen, auch wenn nach wenigen Tagen naturgemäß abzuwarten bleibt, wie nachhaltig diese Entwicklung ist.
Die hohe Sensibilität des Aktienkurses gegenüber den weltweiten Flugstunden erklärt sich unmittelbar aus der Marktposition des führenden französischen Technologiekonzerns in den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Denn das Geschäftsmodell basiert zu einem wesentlichen Teil auf dem zivilen Triebwerksbau, bei dem Triebwerke über das Gemeinschaftsunternehmen CFM International ausgeliefert werden, um über die folgenden Jahrzehnte hinweg fortlaufende Erlöse im Wartungs-, Service- und Ersatzteilgeschäft zu generieren.
Das vorläufige Ende der militärischen Eskalation sorgte an der Börse für Erleichterung im zivilen Luftverkehr, da die erhoffte Entlastung bei den Kerosinkosten das Risiko von Kapazitätsstreichungen bei den Fluggesellschaften dämpft. Dass die fundamentale Basis des Konzerns ohnehin vollkommen intakt ist, zeigten bereits die Zahlen zum Jahresauftakt. Der bereinigte Umsatz im ersten Quartal 2026 kletterte um 18,8 % auf 8,624 Mrd. Euro. Maßgeblich getragen wurde dieses Wachstum von der zivilen Triebwerkssparte, die ein Umsatzplus von 33,1 % verzeichnete und den stabilen Hochlauf des modernen LEAPTriebwerks auf 520 Einheiten im Quartal bestätigte.
Parallel dazu unterstreichen Angaben in einer aktuellen Firmenpräsentation, dass die operative Dynamik auch in den spezialisierten Nischen der Rüstungssparte, wie bei den Trägheitsnavigationssystemen und den AASM-Hammer Lenksätzen, über eine Vervielfachung der Produktionsraten erhebliche Unterstützung liefert. Und da die weltweiten Fluggesellschaften ihre reifen Bestandsflotten aufgrund von Auslieferungsengpässen bei den Flugzeugherstellern unverändert intensiv betreiben müssen, fallen die befürchteten konjunkturellen Bremsspuren im wichtigen Servicegeschäft laut Vorstand sehr limitiert aus.
Safran tendiert operativ aktuell sogar am oberen Ende der eigenen Prognosespanne für das Gesamtjahr 2026, für das man einen wiederkehrenden operativen Gewinn von 6,1 bis 6,2 Mrd. Euro anpeilt. Bis 2028 soll dieser Wert auf 7,0 bis 7,5 Mrd. Euro steigen, gestützt auf einen erwarteten kumulierten freien Barmittelzufluss von rund 21 Mrd. Euro im Fünfjahreszeitraum.
Diese robusten Zielmarken spiegeln sich in den vorliegenden Analystenschätzungen wider, die den Gewinn je Aktie von 10,19 Euro in 2026 bis 2029 auf 14,80 Euro steigen sehen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 13 %. Für 2029 errechnet sich ein geschätztes KGV von 21,9. Setzt man dies in Bezug zum erwarteten Gewinnwachstum, ergibt sich ein Verhältnis von 1,68. Dieser Wert zeigt, dass die Aktie kein Schnäppchen mehr ist und die Bewertung wenig Spielraum für operative Enttäuschungen lässt, das Niveau für einen technologischen Marktführer mit Preissetzungsmacht aber noch im vertretbaren Rahmen liegt.
Der Titel nimmt nach einer Schwäche an der Börse wieder Kurs auf das Rekordhoch. Seit der Erstvorstellung in Ausgabe 41/23 zu 151,96 Euro ergibt sich ein Plus von 113,2 %. Angesichts des intakten langfristigen Aufwärtstrends und der durch die Friedensvereinbarung stabilisierten Visibilität im zivilen Kerngeschäft lautet unsere Empfehlung, die Buchgewinne weiter laufen zu lassen.
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