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voestalpine überrascht positiv

10.06.2026 | Austria Börsenbrief Nr. 23/2026

Einer der wichtigsten Kurstreiber im ATX war zuletzt voestalpine. Der Linzer Stahl- und Technologiekonzern legte die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 vor und übertraf dabei die Erwartungen des Marktes. Trotz eines anhaltend schwierigen Umfelds – schwache Industriekonjunktur in Europa, verhaltene Nachfrage aus der Automobilindustrie, geopolitische Unsicherheiten und spürbare Belastungen durch US-Stahlzölle – gelang es dem Unternehmen, die Profitabilität zu steigern. Das breit diversifizierte Geschäftsmodell erwies sich einmal mehr als Vorteil: Technologisch anspruchsvollere Bereiche konnten Schwächen im klassischen Stahlgeschäft zumindest teilweise kompensieren. Das EBITDA belief sich auf rund 1,49 Mrd. Euro und lag damit über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Bemerkenswert stark präsentiert sich die Bilanz des Linzer Konzerns. Trotz umfangreicher Investitionen im Rahmen des Dekarbonisierungsprogramms greentec steel gelang es, die Nettofinanzverschuldung um 23,4 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro zu senken. Das Eigenkapital lag zum 31. März 2026 bei 7,8 Mrd. Euro, die Gearing Ratio verbesserte sich auf 16,2 Prozent – der niedrigste Wert seit dem Geschäftsjahr 2005/06. Eine solche Bilanzstärke verschafft dem Management erheblichen strategischen Spielraum für die kommenden Jahre.

Noch wichtiger für die Börse war derweil der Ausblick: Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet das Management ein EBITDA zwischen 1,6 und 1,85 Mrd. Euro – eine Bandbreite, die vielfach über den Analystenerwartungen liegt und eine weitere Ergebnisverbesserung signalisiert. Rückenwind kommt zudem von handelspolitischer Seite. Durch den europäischen CO²-Grenzausgleichsmechanismus und die ab Juli deutlich reduzierten Importquoten für Stahlprodukte verbessert sich die Wettbewerbsposition europäischer Produzenten spürbar. Die Stahleinfuhren in die EU sind bereits merklich zurückgegangen, was den Margendruck in den kommenden Quartalen verringern könnte. Risiken durch geopolitische Konflikte, Handelsstreitigkeiten und Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten bleiben freilich bestehen. Nach mehreren schwierigen Jahren mehren sich dennoch die Anzeichen, dass die Talsohle in wichtigen Endmärkten durchschritten sein könnte.

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