Steigende Einkaufsmanagerindizes sprechen für zyklische Aktien – das sind die Top 6-Aktien für diesen Trend

Aktuelle Konjunkturdaten wie die steigenden Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes begünstigen laut Julius Bär traditionell die Performance zyklischer Aktien. Der Börsenwerte-Verlags-Blog berichtet über die Hintergründe und nennt die Namen des dazu passenden Aktienfavoriten-Sextetts der Schweizer Privatbank.

Anders als bei den festverzinslichen Wertpapieren hatten die Aktien der Industrieländer einen guten Start in das neue Jahr. Trotz steigender Anleiherenditen und der Erwartung weniger Zinssenkungen durch die führenden Zentralbanken der Welt legten die Aktienmärkte weiter zu, angetrieben von verbesserten wirtschaftlichen Wachstumsaussichten und einer beruhigenden Gewinnsaison. Günstige saisonale Effekte trugen ebenfalls dazu bei. Ähnlich wie im Jahr 2023 waren die großen Qualitätswachstumswerte führend, während die Small-Cap-Werte das Nachsehen hatten.

Für die Zukunft bleiben wir weiterhin konstruktiv gegenüber Large-Cap-Wachstumsaktien, wobei wir längerfristig zu den USA tendieren, von denen wir erwarten, dass sie der Anführer des säkularen Bullenmarktes bleiben werden, schreibt Julius Bär in einem aktuellen Ausblick auf das zweite Halbjahr.

Da sich die Aussichten für die Weltwirtschaft weiter verbessern, empfiehlt die Schweizer Privatbank jedoch, frisches Kapital in Aktien zu investieren, die vom zyklischen Aufschwung profitieren dürften, den die Studienautoren ab dem zweiten Halbjahr 2024 erwarten. Innerhalb des zyklischen Bereichs bevorzugt Julius Bär den Industriesektor, der unter der Rezession im verarbeitenden Gewerbe gelitten und einen der längsten Lagerabbauzyklen der jüngeren Geschichte durchlaufen hat.

In Zeiten steigender Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes erzielen zyklische Werte eine bessere Performance

Quellen: Bloomberg Finance L.P., Julius Baer; PMI = purchasing managers’ indices.

Es gibt laut Julius Bär viele großartige Unternehmen, die von säkularen Wachstumsthemen profitieren (z.B. Elektrifizierung und Automatisierung), deren Aktienkurse jedoch aufgrund der zyklischen Ausrichtung ihrer Geschäftsmodelle nachgegeben haben; dies bietet eine gute Kaufgelegenheit für Anleger, so das Schweizer Institut. Japanische Aktien passen ebenfalls zu diesem Thema, da der dortige Aktienmarkt stark auf zyklische Unternehmen ausgerichtet ist und diese Unternehmen von einer Welle von Unternehmensreformen profitieren, was in den kommenden Jahren zu einer höheren Rentabilität und höheren Bewertungen führen könnte.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt unter Angabe der jeweiligen Kursziele die von Julius Bär bevorzugten sechs zyklischen Aktien, die mit Kaufempfehlungen von Seiten der Privatbank versehen sind.

Quellen- FactSet, Julius Baer. Kursdaten mit Stand vom 30.05.2024

Bei zyklischen Aktien kommt es auf das richtige Timing an

Nachfolgend noch einige Erläuterungen dazu, was man zu zyklischen Aktien als Anleger allgemein wissen muss.

Definition: Zyklische Aktien sind Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsergebnisse und Aktienkurse stark von den wirtschaftlichen Konjunkturzyklen abhängen. In wirtschaftlich starken Phasen steigen die Gewinne und Aktienkurse dieser Unternehmen, während sie in wirtschaftlich schwachen Phasen sinken.

Merkmale Zyklischer Aktien:

  1. Konjunkturabhängigkeit: Zyklische Aktien reagieren empfindlich auf wirtschaftliche Veränderungen. In Wachstumsphasen profitieren sie stark, während sie in Rezessionsphasen überdurchschnittlich stark verlieren können.
  2. Branchenzugehörigkeit: Typische zyklische Branchen sind:
    • Rohstoffindustrie: Die Nachfrage nach Rohstoffen steigt, wenn die Produktion zunimmt.
    • Technologie: Investitionen in Technologie und IT-Projekte steigen in Wachstumsphasen.
    • Automobilindustrie: Autoverkäufe steigen in wirtschaftlich guten Zeiten.
    • Baubranche: Bauprojekte nehmen in Aufschwungphasen zu.
    • Tourismus und Freizeit: Mehr Menschen leisten sich Reisen und Freizeitaktivitäten in wirtschaftlich starken Zeiten.
    • Rohstoffindustrie: Die Nachfrage nach Rohstoffen steigt, wenn die Produktion zunimmt.
    • Technologie: Investitionen in Technologie und IT-Projekte steigen in Wachstumsphasen.
  3. Ertragsvolatilität: Gewinne und Umsätze dieser Unternehmen schwanken stark mit der Konjunktur, was zu hoher Volatilität der Aktienkurse führt.

Vorteile Zyklischer Aktien:

  1. Hohe Renditechancen: In Aufschwungphasen bieten zyklische Aktien oft überdurchschnittliche Kursgewinne.
  2. Wachstumschancen: Unternehmen in zyklischen Branchen können bei wirtschaftlichem Wachstum stark expandieren und hohe Gewinne erzielen.

Nachteile Zyklischer Aktien:

  1. Hohe Volatilität: Die Aktienkurse können stark schwanken, was zu hohen Risiken führt.
  2. Krisenanfälligkeit: In wirtschaftlichen Abschwungphasen leiden diese Unternehmen oft stark, was zu erheblichen Kursverlusten führen kann.

Strategien für Investoren:

  1. Timing: Erfolgreiches Investment in zyklische Aktien erfordert gutes Timing. Investoren sollten in zyklische Aktien einsteigen, wenn die Wirtschaft am Beginn eines Aufschwungs steht und aussteigen, wenn ein Abschwung erwartet wird.
  2. Diversifikation: Um das Risiko zu mindern, sollten zyklische Aktien nur einen Teil des Portfolios ausmachen. Eine breite Diversifikation über verschiedene Branchen und Anlagestile ist empfehlenswert.
  3. Fundamentalanalyse: Die Auswahl zyklischer Aktien sollte auf einer gründlichen Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der spezifischen Unternehmenskennzahlen basieren.

Zusammenfassung:

Zyklische Aktien bieten hohes Potenzial, sind aber auch mit hohen Risiken verbunden. Sie eignen sich besonders für risikobereite Investoren, die sich intensiv mit den wirtschaftlichen Zyklen auseinandersetzen und bereit sind, aktiv zu handeln. Eine gute Diversifikation und fundierte Analyse sind entscheidend, um die Chancen von zyklischen Aktien optimal zu nutzen und die Risiken zu minimieren.