Mit Bau-, Industrie- und Telekom-Aktien verdienen Anleger 2026 bislang gut
Kapital fließt 2026 an Europas Börsen vor allem in jene Bereiche, in denen gebaut, automatisiert und vernetzt wird. Warum dieses Infrastruktur-Trio die Performance anführt – und welche drei Aktien im Fokus stehen.
An den Börsen der Eurozone setzt sich der Aufwärtstrend 2026 fort, nachdem bereits 2025 ein starkes Jahr war. Angeführt wird die Entwicklung von drei Sektoren, die gemeinsam den operativen Kern des wirtschaftlichen Umbaus Europas bilden: Bauwirtschaft, Industrie und Telekommunikation.
Die Performancedaten unterstreichen diese Führungsrolle. Während der breite EURO STOXX Performanceindex seit Jahresbeginn um 6,11 % zugelegt hat, zeigen die infrastrukturlastigen Sektoren im Schnitt noch mehr Dynamik. Der EURO STOXX Telecom Performanceindex führt mit einem Plus von 17,25 % das Trio an. Es folgen der EURO STOXX Construction Performanceindex mit 10,38 % sowie der EURO STOXX Industrial Performanceindex mit 7,51 %.
Drei Branchen mit Infrastruktur-Bezug in der Führungsrolle
Gemeinsam ist diesen Bereichen, dass sie von einer ökonomischen Notwendigkeit profitieren: Europa muss investieren – in Netze, Energie, Gebäude, Automatisierung und digitale Kapazitäten. Es ist eine Rallye der Sachzwänge, die sich entlang einer klaren Wertschöpfungskette vollzieht.
1. Bauwirtschaft: Das Fundament der Transformation
Die Bauwirtschaft bildet die physische Basis dieses Investitionszyklus. Nach Jahren der Zurückhaltung fließen Mittel in Energieinfrastruktur, Rechenzentren und Verkehrssysteme. Mit einem geschätzten KGV von 13,1 für 2026 ist der Sektor innerhalb des Trios am günstigsten bewertet.
Ein zentraler Profiteur ist Vinci (ISIN: FR0000125486 – Kurs: 140,10 Euro). Der Konzern verbindet stabile Cashflows aus Flughafen- und Autobahnkonzessionen mit technologisch anspruchsvollem Projektgeschäft über die Tochter Cobra IS, die zu den führenden Anbietern von Offshore-Konverterplattformen zählt. Preisgleitklauseln schützen die Margen. Damit vereint Vinci Infrastruktur-Stabilität mit strukturellem Wachstum.
2. Industrie: Das Gehirn der Modernisierung
Auf das Fundament folgt die technische Ausstattung. Automatisierung, Steuerungstechnik und Energieeffizienz sind angesichts schrumpfender Erwerbsbevölkerungen kein optionales Upgrade mehr, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Mit einem geschätzten KGV von 18,9 für 2026 reflektiert der Industriesektor seine zentrale Rolle im Modernisierungsprozess.
Siemens (ISIN: DE0007236101 – Kurs: 245,15 Euro) steht exemplarisch für diese Entwicklung. In der Sparte Smart Infrastructure verzeichnet der Konzern Rekordaufträge. Gebäude, Fabriken und Stromnetze werden zunehmend als digitale Zwillinge geplant und betrieben. Siemens liefert die Software- und Automatisierungslösungen, um Energieflüsse in Echtzeit zu optimieren. Der Ausblick für 2026 zeigt, dass sich diese Positionierung zunehmend in skalierbaren, margenstarken Erträgen niederschlägt.
3. Telekommunikation: Das Nervensystem der Monetarisierung
Ist die physische und industrielle Infrastruktur geschaffen, folgt die Vernetzung. Der Telekomsektor profitiert davon, dass die Phase extrem hoher Investitionen in 5G-Netze weitgehend abgeschlossen ist. Mit einem geschätzten KGV von 13,2 für 2026 wird die Branche neu bewertet – als Cashflow-starker Infrastruktur-Anker.
Die Deutsche Telekom (ISIN: DE0005557508 – Kurs: 32,72 Euro) gehört zu den Hauptprofiteuren. Nach dem Glasfaserausbau und dem erfolgreichen US-Geschäft steigt der freie Cashflow deutlich. Zusätzliche Impulse verspricht die Kooperation mit Nvidia beim Aufbau europäischer KI-Cloud-Infrastruktur. Die vorhandenen Netze werden zunehmend auch als Plattform für datenintensive Anwendungen genutzt. Steigende Mittelzuflüsse ermöglichen höhere Ausschüttungen und Aktienrückkäufe.
Fazit
Bau, Industrie und Telekommunikation führen 2026 nicht zufällig die Performance-Rangliste an. Sie stehen im Zentrum eines Investitionszyklus, der weniger konjunkturell als strukturell getrieben ist. Wer auf den realwirtschaftlichen Umbau Europas setzt, investiert entlang einer Wertschöpfungskette, die derzeit operative Stärke mit attraktiver Bewertung verbindet.
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