Gold glänzt wieder: 3 Goldaktien mit starken Charts und niedrigen Bewertungen
Der Goldpreis hat neuerdings wieder in die Erfolgsspur gefunden. Das hat auch Goldproduzenten an der Börse kräftig beflügelt. Passend zu diesem Umfeld stellen wir drei Goldaktien mit überzeugenden Charts und moderaten KGVs vor.
Der Goldpreis ist seit der Jahrtausendwende stark gestiegen. Auch in den Vorjahren ging es zumeist stetig und stark nach oben. Ab Ende Januar kam es dann aber abrupt zu einer heftigen Korrektur. Der Preis für eine Feinunze Gold fiel anschließend bis Mitte Juli von 5.414.85 Dollar auf 3.973,70 Dollar. Zeitlich einher ging diese Bewegung mit dem Beginn des Iran-Kriegs, was so gesehen Sinn macht, als dadurch Inflations- und Zinsunsicherheiten ausgelöst wurden, was negativ auf Gold ausstrahlte.
Doch jüngst hat sich das Blatt wieder zugunsten des gelben Edelmetalls gewendet. Denn am vergangenen Freitag kostete die Feinunze plötzlich wieder mehr als 4.600 Dollar. Damit ist zu konstatieren, dass die Aufwärtsbewegung beim Gold bereits seit vier Wochen in Folge anhält. Frischer Rückenwind kam zuletzt durch die Ankündigung des US-Finanzministeriums, das Volumen seiner Rückkaufprogramme zur Liquiditätsunterstützung bei länger laufenden Staatsanleihen zu verdoppeln.
Am Goldmarkt wurde dies laut Commerzbank als Anzeichen von Stress aufgenommen. Der kräftige Anstieg der US-Anleiherenditen in den Tagen zuvor war nämlich nicht auf eine Änderung der Fed-Zinserwartungen zurückzuführen, sondern auf langfristige Inflationsrisiken und zunehmende Sorgen um den Schuldenstand.
Dazu passt die Nachricht, dass die öffentliche Verschuldung in den USA in dieser Woche erstmals die Schallmauer von 40 Bio. Dollar (40.000.000.000.000 USD) durchbrochen hat. Es ist gerade einmal viereinhalb Jahre her, dass der Schuldenstand die Marke von 30 Bio. Dollar überschritt. Die Zinskosten dürften sich in diesem Haushaltsjahr auf 1,1 Bio. USD belaufen, was einer Verdreifachung innerhalb von fünf Jahren entspricht.
Aus Sicht der Hessischen Landesbank kommt hinzu, dass auch die Unentschlossenheit der Fed dazu beiträgt, dass Gold wieder verstärkt als sicherer Anlagehafen wahrgenommen wird. Denn dadurch neigt der US-Dollar aufgrund der veränderten globalen Zinserwartungen neuerdings wieder zur Schwäche. Solange die US-Notenbank diesen Kurs fortsetzt, dürfte Gold im Gegenzug profitieren. Bis Jahresende sollte sich das Edelmetall in Richtung 4.800 Dollar je Feinunze festigen können, prognostiziert vor diesem Hintergrund das zuvor genannte Institut.
Goldaktien stark im Aufwind
Das vom Goldpreis in der Woche bis zum 7. August verbuchte Plus von mehr als 7 % war übrigens eine seiner besten Wochen seit 1990. Beflügelt davon legte der NYSE Arca Gold Miners Index in derselben Woche sogar um über 20 % zu. In den 22 Jahren seit dem Start dieses Index gab es nur eine einzige bessere Woche: den 12. Dezember 2008, als das Finanzsystem zusammenbrach.
Unabhängig davon, ob das nun ein Omen ist oder nicht, deutet so eine heftige Bewegung darauf hin, dass am Markt etwas im Busch ist. Und die jüngsten Signale sprechen dafür, dass Gold und im Sog auch Goldminenaktien wieder zurück sind in der Gunst der Anleger.
Der NYSE Arca Gold Miners Index verbuchte jüngst den zweitstärksten Wochenanstieg seit seiner Einführung
Bereits auf dem aktuellen Niveau operieren Goldproduzenten im Schnitt mit hohen operativen Gewinnspannen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass auch alle Branchenvertreter mit wirklich guten Charts überzeugen bzw. mit günstigen Bewertungen aufwarten können.
Beim Durchforsten des Anlageuniversums sind wir aber auf einige Titel gestoßen, die genau das im Duett zu bieten haben. Drei dieser Werte stellen wir nachfolgend etwas näher vor.
Goldaktie mit starkem Chart und moderatem geschätzten KGV, Nr. 1: Dundee Precious Metals (ISIN: CA26139R1091 – 70,15 Kanada-Dollar)
Dundee Precious Metals, inzwischen unter dem Namen DPM Metals firmierend, ist ein kanadischer Edelmetallproduzent mit Minen in Bulgarien und Bosnien-Herzegowina sowie weiteren Entwicklungs- und Explorationsprojekten. Besonders wichtig ist derzeit die Vareš-Mine in Bosnien-Herzegowina. Dort wurde bereits am 10. August die kommerzielle Produktion erreicht, und damit früher als geplant. Bis Ende 2026 soll die Anlage auf einen Durchsatz von 850.000 Tonnen jährlich hochgefahren werden. Für das Gesamtjahr wird bei Vareš inzwischen mit einer Produktion am oberen Ende der bisherigen Spanne von 105.000 bis 130.000 Unzen Goldäquivalent gerechnet.
Auch die jüngsten Zahlen unterstreichen, warum der Aktienkurs so stark gelaufen ist. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Rekord beim freien Mittelzufluss von 227 Mio. Dollar und einen bereinigten Gewinn von 0,95 Dollar je Aktie. Gleichzeitig verfügte DPM Ende Juli über eine Nettoliquidität von 761 Mio. Dollar. Für 2026 wird konzernweit eine Produktion von 305.000 bis 365.000 Unzen Goldäquivalent bei Gesamtkosten von 1.300 bis 1.450 Dollar je Unze Goldäquivalent erwartet.
Das Chartbild passt dazu. Die Aktie hat sich seit 2023 zunächst aus einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung gelöst und ist 2025 und 2026 immer dynamischer gestiegen. Mit 70,15 Kanada-Dollar markiert sie im vorliegenden Chart ein neues Rekordhoch. Nach einem solchen Anstieg ist DPM natürlich kein unentdeckter Nebenwert mehr. Interessant ist aber, dass der Gewinn nach den vorgegebenen Konsensschätzungen weiter zulegen soll.
Das lässt sich auch an der Bewertung ablesen. Die Gewinnschätzung von 3,56 Dollar je Aktie für 2026 entspricht beim aktuellen Kurs einem KGV von rund 14,3. Für 2029 werden bereits 4,41 Dollar erwartet, womit das KGV auf etwa 11,6 sinkt. Der Kursanstieg hat die Bewertung also deutlich weniger stark erhöht, als es auf den ersten Blick angesichts des Chartverlaufs erscheinen könnte.
Goldaktie mit starkem Chart und moderatem geschätzten KGV, Nr. 2: Aurelia Metals (ISIN: AU000000AMI1 – 0,405 Austral-Dollar)
Aurelia Metals ist der etwas speziellere Titel in dieser Auswahl. Das australische Unternehmen konzentriert sich auf den Cobar-Bezirk in New South Wales und fördert dort neben Gold vor allem Kupfer, Zink und Blei. Gold ist damit eher ein wichtiger Bestandteil des Metallmixes als das alleinige Geschäft. Mit der Federation-Mine wurde im Juli 2025 eine neue Mine in die kommerzielle Produktion überführt, die seither schneller als geplant hochgefahren wird. Gleichzeitig arbeitet Aurelia am Ausbau der Verarbeitungskapazität und am Great-Cobar-Projekt, das ab dem Geschäftsjahr 2028 zusätzliches Kupfer liefern soll.
Operativ hat sich die Entwicklung zuletzt spürbar verbessert. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 stieg das bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 41% auf 69,8 Mio. Austral-Dollar, der bereinigte Nettogewinn sogar um 60% auf 24,9 Mio. Austral-Dollar. Im März-Quartal wurde die Goldproduktionsprognose für das Gesamtjahr von 35.000 bis 45.000 auf 45.000 bis 50.000 Unzen angehoben. Zudem wurde im April eine neue Finanzierung über 150 Mio. Austral-Dollar vereinbart, was den finanziellen Spielraum für die geplanten Wachstumsprojekte erhöht.
Beim Chart ist der Abstand zu den beiden anderen Titeln allerdings bemerkenswert. Aurelia notiert noch weit unter den historischen Höchstständen, hat sich aber seit dem Tief im Jahr 2023 deutlich erholt. Besonders interessant ist, dass sich der Aufwärtstrend 2026 fortgesetzt und die Aktie den Bereich um 0,30 bis 0,35 Austral-Dollar hinter sich gelassen hat. Das ist charttechnisch weniger spektakulär als das neue Rekordhoch bei DPM oder Centerra, dafür besteht hier noch wesentlich mehr Abstand zu früheren Höchstständen.
Und auch die Bewertung fällt auffallend niedrig aus. Bei einem Kurs von 0,405 Austral-Dollar und einem USD/AUD-Kurs von rund 1,39 ergibt sich auf Basis der vorgegebenen Gewinnschätzung von 0,05 Dollar je Aktie für 2026 ein KGV von rund 5,8. Für 2029 werden 0,09 Dollar erwartet, was das KGV auf lediglich etwa 3,2 drücken würde. Selbst wenn man wegen des noch laufenden Produktionshochlaufs einen Bewertungsabschlag für die Unsicherheiten ansetzt, ist das eine auffallend niedrige Gewinnbewertung.
Goldaktie mit starkem Chart und moderatem geschätzten KGV, Nr. 3: Centerra Gold (ISIN: CA1520061021 - 32,69 Kanada-Dollar)
Centerra Gold bietet dagegen wieder ein klassischeres Goldaktienprofil. Das kanadische Unternehmen betreibt mit Mount Milligan eine Gold-Kupfer-Mine in British Columbia und mit Öksüt eine Goldmine in der Türkei. Hinzu kommen mehrere Entwicklungsprojekte, darunter Thompson Creek und Goldfield. Gerade bei Öksüt lief es zuletzt besser als erwartet: Die Goldproduktionsprognose für 2026 wurde auf 120.000 bis 135.000 Unzen angehoben, womit auch die konzernweite Prognose auf 260.000 bis 290.000 Unzen stieg.
Das Unternehmen profitiert dabei nicht nur vom hohen Goldpreis, sondern auch von einer soliden finanziellen Ausgangslage. Im zweiten Quartal wurden 70.727 Unzen Gold und 13,1 Mio. Pfund Kupfer produziert. Der bereinigte Gewinn lag bei 0,40 Dollar je Aktie, im ersten Halbjahr waren es 0,84 Dollar. Gleichzeitig hat Centerra das geplante Aktienrückkaufvolumen für 2026 auf bis zu 200 Mio. Dollar ausgeweitet. Mount Milligan soll zudem länger produzieren: Die aktuelle Planung reicht bis 2045, während die Verarbeitungskapazität ab 2028 um 10% steigen soll.
Auch der Chart spricht eine klare Sprache. Nach einer langen Phase ohne nachhaltigen Aufwärtstrend setzte sich ab 2024 eine neue Bewegung nach oben durch, die sich 2026 deutlich beschleunigt hat. Mit 32,69 Kanada-Dollar steht die Aktie im vorliegenden Chart ebenfalls auf einem neuen Rekordhoch. Anders als bei vielen Goldminenwerten ist der Kursanstieg damit nicht nur eine kurze Gegenbewegung aus einem tiefen Tal, sondern Teil eines länger anhaltenden Aufwärtstrends.
Bei der Bewertung wirkt der Kursanstieg ebenfalls weniger problematisch, als zunächst vermutet werden könnte. Ausgehend von rund 23,7 Dollar je Aktie nach Umrechnung des aktuellen Kanada-Dollar-Kurses ergibt sich für die Gewinnschätzung von 1,71 Dollar je Aktie im Jahr 2026 ein KGV von etwa 13,9. Für 2029 werden bereits 2,72 Dollar erwartet, wodurch das KGV auf rund 8,7 sinkt. Damit verbindet Centerra ein charttechnisch sehr starkes Bild mit einer Bewertung, die bei weiter steigenden Gewinnen nicht überzogen wirkt.
Gratis Musterexemplar!
Bestellen Sie jetzt Ihr Musterexemplar - kostenlos und unverbindlich.