Aktiengewinne clever nutzen: In diesen Urlaubsländern bekommen Anleger mehr für ihr Geld

Wer Vermögen an der Börse aufbaut, sollte auch beim Ausgeben auf den Gegenwert achten. Eine aktuelle Studie zeigt, in welchen Urlaubsländern 100 Euro besonders weit reichen.

Viele Anleger beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie sie ihr Vermögen vermehren können. Über die Verwendung des Geldes wird dagegen oft deutlich weniger nachgedacht. Dabei gehört beides zusammen. Denn für den langfristigen Vermögensaufbau ist nicht nur entscheidend, wie hoch die Rendite ausfällt, sondern auch, wie effizient das erwirtschaftete Kapital später eingesetzt wird.

Genau an diesem Punkt wird eine aktuelle Untersuchung der UniCredit Bank Austria interessant. Die Studie analysiert, wie viel Kaufkraft Urlauber in verschiedenen Ländern für ihr Geld erhalten. Die Ergebnisse lassen sich dabei nahezu eins zu eins auch auf deutsche Urlauber übertragen, da Preisniveau, Währung und Reisegewohnheiten sehr ähnlich sind.

Das Fazit fällt überraschend deutlich aus: Im Sommer 2026 erhalten Urlauber im Ausland für 100 Euro Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von durchschnittlich 109 Euro im Vergleich zum Preisniveau in Österreich. Anders formuliert: Wer sein Geld außerhalb des Heimatmarktes ausgibt, bekommt im Durchschnitt rund 9% mehr für sein Budget.

Anleger kennen dieses Prinzip aus der Börse

Im Grunde handelt es sich um eine Form des Preisvergleichs. Anleger suchen an der Börse nach Unternehmen, deren Bewertung attraktiv erscheint. Im Urlaub geht es um denselben Gedanken: Wo bekomme ich für denselben Geldeinsatz den höchsten Gegenwert?

Die Unterschiede sind dabei erheblich. Besonders attraktiv präsentieren sich laut der Studie Portugal, Spanien, Ungarn und die Türkei. In Portugal entsprechen 100 Euro einer Kaufkraft von 134 Euro im Vergleich zu Österreich. In Spanien sind es 128 Euro, in Ungarn und der Türkei jeweils 125 Euro.

Auch Griechenland und Slowenien schneiden mit Werten von 118 beziehungsweise 119 Euro sehr gut ab. Selbst in den bei deutschen Urlaubern besonders beliebten Reiseländern Kroatien und Italien liegt die Kaufkraft leicht über dem Niveau im Heimatmarkt. Dort entsprechen 100 Euro einer Kaufkraft von 109 beziehungsweise 107 Euro.

Wer dagegen in die Schweiz reist, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dort entsprechen 100 Euro lediglich einer Kaufkraft von 69 Euro. Auch die USA liegen mit einem Wert von 91 Euro unter dem österreichischen beziehungsweise deutschen Niveau.

Nicht jedes vermeintliche Schnäppchen bleibt eines

Interessant ist auch der Blick auf die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. Denn günstige Reiseziele bleiben nicht automatisch dauerhaft günstig.

So hat die Studie errechnet, dass der sogenannte UrlaubsEuro im Durchschnitt rund 2 % an Wert verloren hat. Ursache sind vor allem unterschiedliche Inflationsraten. In einigen Ländern sind die Preise deutlich stärker gestiegen als in Österreich beziehungsweise Deutschland.

Besonders sichtbar wird dies in der Türkei und in Ungarn. Beide Länder zählen zwar weiterhin zu den günstigeren Destinationen. Gegenüber dem Vorjahr hat die Kaufkraft dort jedoch spürbar nachgegeben. In der Türkei fiel der Wert des UrlaubsEuros laut Studie um mehr als 15 %, in Ungarn um gut 12 %.

Der Wechselkurs bleibt ein wichtiger Faktor

Ein weiterer Punkt dürfte Anlegern vertraut vorkommen: Währungen können den Gegenwert einer Reise erheblich beeinflussen.

Während viele Marktteilnehmer Wechselkursbewegungen vor allem bei Aktien oder Anleihen verfolgen, wirken sie sich ebenso auf die Urlaubskasse aus. Davon profitierten 2026 insbesondere Reisende nach Kanada, Großbritannien und in die USA. Dort sorgte der stärkere Euro dafür, dass Urlauber mehr Kaufkraft erhielten als noch vor einem Jahr.

Gerade für Anleger mit international ausgerichteten Depots ist dies ein interessanter Nebeneffekt. Wer die Entwicklung von Währungen ohnehin beobachtet, kann dieses Wissen auch bei der Reiseplanung nutzen.

Asien gewinnt an Attraktivität

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in Asien. Dort legte die Kaufkraft des UrlaubsEuros gegenüber dem Vorjahr laut Studie im Durchschnitt um rund 5% zu.

Herausragend ist dabei Japan. Hier stieg der Gegenwert sogar um 13,5%. Verantwortlich sind vor allem die Schwäche des Yen sowie die vergleichsweise moderate Preisentwicklung. Nach Einschätzung der Studienautoren ist der UrlaubsEuro in Japan mittlerweile sogar mehr wert als in Österreich – ein bemerkenswerter Unterschied zu früheren Jahren.

Die entsprechende Übersicht zu den Fernreisezielen liefert hierzu zusätzliche interessante Details und sollte an dieser Stelle eingebunden werden.

Der Vermögensaufbau endet nicht mit dem Aktienkauf

Natürlich sollte niemand sein Urlaubsziel ausschließlich nach Preisunterschieden auswählen. Landschaft, Kultur, Sicherheit, Erholung und persönliche Vorlieben bleiben die entscheidenden Kriterien.

Dennoch zeigt die Untersuchung einen Punkt, den Anleger oft intuitiv verstehen: Vermögensaufbau besteht nicht nur daraus, Renditen zu erzielen. Ebenso wichtig ist die Frage, welchen Gegenwert man später für sein Geld erhält.

Wer über Jahre erfolgreich investiert, muss deshalb nicht nur auf die Entwicklung seines Depots achten. Mitunter lohnt sich auch ein Blick darauf, wo die erwirtschafteten Gewinne im Alltag – oder eben im Urlaub – besonders weit reichen.