Das sind die 15 Megatrends unserer Zeit plus die 30-Top-Aktien dazu
Welche Aktien profitieren wirklich von den Megatrends unserer Zeit? Eine neue Metzler-Studie liefert die 30 Top-Werte zu den wichtigsten 15 Megatrends – und entlarvt die gefährlichen Fallen der Themenfonds.
An den Kapitalmärkten jagt ein Hype den nächsten. Doch während kurzfristige Modetrends schnell verpuffen, verändern echte Megatrends unsere Welt über Jahrzehnte hinweg fundamental.
Für Anleger wird es bei der Aktienauswahl deshalb immer wichtiger, über den Tellerrand von Ländern und Branchen hinauszublicken. Die Experten von Metzler Asset Management haben in ihrer aktuellen Studie „Thematisch investieren am Puls der Megatrends“ untersucht, wie stark Unternehmen über ihre Umsatzanteile in den wichtigsten Zukunftsmärkten positioniert sind.
Die Grafik verdeutlicht visuell den Unterschied zwischen einem kurzfristigen Hype und einem echten, langfristigen Megatrend.
Megatrends – Definition und Abgrenzung
Die 15 Trendthemen und ihre wichtigsten Akteure im Überblick
Das Ergebnis ist eine handfeste Selektion von 15 entscheidenden Investmentthemen unserer Zeit und den jeweils zwei wichtigsten Aktien, die als Top-Holdings die Trends abbilden.
Um die spannendsten Investmentideen zu identifizieren, misst das Portfoliomanagement die thematische Exponierung der Unternehmen ganz pragmatisch anhand von harten Umsatzanteilen.
Die nachfolgende Tabelle listet alle 15 Themen von der Alternden Gesellschaft bis zu Verteidigung & Sicherheit inklusive der 30 Top-Aktien wie Eli Lilly, Nvidia oder Palantir auf.
Themenportfolios, Umsatzkategorien zur Unternehmensauswahl und Top-Holdings
Warum die klassische Branchenbrille Anleger in die Irre führt
Wer sein Depot heute noch rein nach den traditionellen Sektoren aufteilt, übersieht oft die wirtschaftliche Realität moderner Geschäftsmodelle. Die gängigen Industrie-Klassifikationen sind schlicht zu träge und eindimensional.
Ein prominentes Beispiel dafür ist Amazon: Das Unternehmen wird in den großen Indizes stur als Einzelhändler geführt, obwohl die Erträge längst maßgeblich durch das Cloud-Computing, digitales Entertainment und Zahlungsdienstleistungen angetrieben werden.
Ähnlich verhält es sich mit Visa oder Mastercard, die seit einer Neuklassifizierung im Finanzsektor landen, obwohl es sich um technologiegetriebene Plattformen handelt, die vom Markt auch wie Technologiewerte bewertet werden.
Ein thematischer Blick auf die Umsätze hilft dabei, verdeckte Risiken aufzudecken. So zeigt die Analyse, dass mittlerweile gut 45% des gesamten MSCI World Index gemessen am Indexgewicht direkt eine Exponierung gegenüber Künstlicher Intelligenz aufweisen – der offizielle IT-Sektor im Index macht hingegen nur rund 28% aus.
Die folgende Grafik zeigt zudem, wie stark sich der MSCI World und der MSCI Europe in ihrer thematischen Ausrichtung unterscheiden.
Thematische Exponierung ausgewählter Investmentuniversen
Die Performance-Falle bei reinen Themenfonds
Auch wenn die Liste der 15 Trends extrem vielversprechend klingt, warnt die Studie vor einem entscheidenden Fehler: dem blinden Kauf von fertigen Themenfonds. Daten von Morningstar zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, mit einem solchen Fonds drei Jahre nach seiner Auflage eine Outperformance gegenüber dem breiten Markt zu erzielen, bei lediglich 20 % liegt. Mit zunehmender Haltedauer schrumpft diese Chance sogar noch weiter, während das Risiko einer Fondsschließung drastisch steigt.
Das nachfolgende Balkendiagramm untermauert die Warnung vor reinen Themenfonds perfekt mit harten Daten.
Überlebens- und Erfolgsraten globaler Themenfonds
Die Gründe für dieses kollektive Scheitern liegen laut Metzler in den oft überdurchschnittlich hohen Gebühren und der Tatsache, dass neue Fonds meistens auf dem Höhepunkt eines Hypes auf den Markt geworfen werden, wenn die Bewertungen der Aktien bereits ausgereizt sind.
Zudem sind die Performance-Unterschiede zwischen den einzelnen Trends gewaltig: In den vergangenen fünf Jahren reichte die annualisierte Wertentwicklung der 15 berechneten Themenportfolios von enttäuschenden -0,1% beim Thema Fintech bis hin zu starken +26,8% bei der KI-Infrastruktur.
Performance von Investmentthemen
Die Grafik veranschaulicht die enorme Bandbreite der Renditen der letzten fünf Jahre im Vergleich zum MSCI World.
Für die Praxis bedeutet das: Die reine Zugehörigkeit eines Unternehmens zu einem Trend ist kein Qualitätsmerkmal. Ein statischer Anlageansatz greift bei schnellem technologischem Wandel und regulatorischen Eingriffen zu kurz. Statt das Geld in unflexible Themenfonds zu stecken, fahren Anleger meist besser, wenn sie die Exponierung gegenüber diesen Megatrends über breit diversifizierte Portfolios und eine gezielte Einzeltitelselektion aktiv steuern.
Der Vorwärtsblick: Wo fundamentale Chancen auf vernünftige Bewertungen treffen
Um aus dieser hervorragenden Bestandsaufnahme der Studie echten Nutzen für die eigene Anlagepraxis zu ziehen, müssen wir den Blick nach vorne richten. Die historische Performance der Vergangenheit verrät uns nämlich noch nicht, ob die 30 Top-Aktien der Megatrends heute ein gutes Investment sind. Für den langfristigen Erfolg ist entscheidend, wie viel zukünftiges Wachstum man sich zu welchem Preis ins Depot holt.
Ein Blick auf das prognostizierte Wachstum beim Gewinn je Aktie für die kommenden Jahre zeigt schnell, wo die Musik spielt. Hierbei trennt sich die Spreu vom Weizen: Während einige der genannten Top-Akteure – wie etwa Nvidia im Bereich der KI-Infrastruktur oder Eli Lilly beim Thema der Alternden Gesellschaft – trotz optisch hoher Bewertungen durch ein extrem dynamisches, erwartetes Gewinnwachstum gestützt werden, sieht das bei anderen Titeln defensiverer Megatrends anders aus. Bei Infrastruktur- oder Rohstoffwerten wie NextEra Energy oder BHP Group ist das zukünftige Gewinnwachstum naturgemäß deutlich flacher, dafür greift man hier zu wesentlich moderateren Bewertungen zu.
Für die konkrete Umsetzung im eigenen Depot empfiehlt sich daher ein zweistufiges Vorgehen. Erstens sollte geprüft werden, ob das erwartete Gewinnwachstum der Aktie in den kommenden drei bis fünf Jahren den aktuellen Bewertungsaufschlag rechtfertigt. Wenn ein Unternehmen rasant wächst, relativiert sich ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis oft sehr schnell.
Zweitens sollten Anleger gezielt prüfen, ob die Gewinnerwartungen des Marktes für ein bestimmtes Thema nicht bereits viel zu optimistisch sind. Wenn die Kurse nur noch von einer perfekten Zukunftserzählung getrieben werden, reicht schon eine kleine Enttäuschung bei den nächsten Quartalszahlen für herbe Rückschläge.
Die Mischung aus wachstumsstarken Trendtreibern und fundamental soliden, defensiven Substanzwerten bleibt daher auch innerhalb der Megatrends der Schlüssel zu einem krisenfesten Portfolio.
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