Die 15 Top-Aktien der letzten 10 Jahre eint ein Erfolgs-DNA-Baustein – wer ihn kennt, findet auch die Gewinner von morgen

Morningstar hat die 15 US-Unternehmen identifiziert, die seit 2016 für ihre Aktionäre den Gesamtwert am meisten gesteigert haben. Die wichtigste Lehre daraus für die Zukunft: Die Gewinner vereint ein gemeinsamer Erfolgsfaktor.

Performance-Vergleiche sind beliebt bei den Anlegern. Wer in Einzelaktien investiert, ist es dabei meistens gewohnt, Schlagzeilen über die Top-Performer kurzer Zeiträume zu sehen – sei es seit Jahresbeginn oder sogar auf Wochen- oder Tagesbasis. 

Dieser Ansatz hat laut Morningstar zwei Nachteile: Erstens ist es schwierig, langfristigen Wohlstand aufzubauen, wenn man sich auf kurzfristige Performance konzentriert. Zweitens hat selbst eine Aktie mit starker Performance weniger Gewicht, wenn nur wenige Aktionäre vorhanden sind, die davon profitieren.

Um Anlagen zu finden, die den größten Wert in absoluten Dollarbeträgen geschaffen haben, ist die Vermögensbildung (Wealth Creation) der bessere Maßstab. Dazu hat sich der zuvor erwähnte US-Finanzdienstleister jene US-Titel angesehen, die den bedeutendsten Zuwachs basierend auf der Veränderung ihrer Marktkapitalisierung (Aktienkurs multipliziert mit der Gesamtzahl der ausstehenden Aktien) über den Zehnjahres-Zeitraum von 2016 bis Ende 2025 erzielt haben. Um ein vollständiges Bild der Wertschöpfung zu erhalten, wurde zudem der Gesamtwert im selben Zeitraum gezahlten Dividenden hinzugerechnet.

Die folgende Übersicht zeigt die 15 US-Aktien, die basierend auf diesen Kennzahlen den größten Wert für ihre Aktionäre geschaffen haben.

Die 15 US-Aktien des letzten Jahrzehnts mit der besten Wertschöpfung

Quellen: Morningstar Direct und Berechnungen von Amy C. Arnott. Stand: 31. Dezember 2025

Die Aktien auf der Liste haben in den letzten zehn Jahren schätzungsweise 27,0 Billionen Dollar an Aktionärsvermögen geschaffen. Der Besitz von Einzelaktien ist weitaus riskanter als der Besitz eines breit diversifizierten Fonds, und die Wahrscheinlichkeit für Verluste ist deutlich höher. Wenn es einem als Anleger jedoch gelingt, in eine profitable Aktie zu investieren, kann das Aufwärtspotenzial um ein Vielfaches größer sein.

Dies gilt insbesondere deshalb, weil Unternehmen mit herausragenden Finanzergebnissen und Kursentwicklungen ihre Wettbewerber oft über viele Jahre hinweg überflügeln können. Die meisten Unternehmen in der Liste zuvor waren bereits vor zehn Jahren Mega-Cap-Aktien. Nvidia ist eine Ausnahme; das Unternehmen wird zwar seit 1999 börsennotiert, erreichte den Mega-Cap-Status erst im Jahr 2020.

Allgemeiner betrachtet haben auch alle Mitglieder der „Magnificent Seven“-Gruppe (die großen Tech-Werte tragen am Markt den Spitznamen die Glorreichen 7) im letzten Jahrzehnt erhebliches Aktionärsvermögen generiert. Als Gruppe schufen Apple, Amazon.com, Microsoft, Alphabet, Nvidia, Meta Platforms und Tesla rund 20,6 Billionen Dollar an Shareholder Value im Zehnjahres-Zeitraum – das entspricht etwa drei Vierteln des Gesamtwerts der Top 15.

Wettbewerbsvorteile machen den Unterschied

Aus Sektorperspektive dominieren technologiebezogene Aktien die Liste. Das ist keine Überraschung, da Tech-Aktien in den letzten zehn Jahren eine Überrendite von mehr als 8 Prozentpunkten gegenüber dem breiteren Markt erzielt haben. Andere Sektoren wie zyklische Konsumgüter, Finanzdienstleistungen und das Gesundheitswesen sind ebenfalls in den Top 15 vertreten. Auffallend abwesend sind Sektoren der „Old Economy“ wie Versorger, Grundstoffe, Industrie und Immobilien.

Ein weiterer gemeinsamer Nenner der Top 15 Wertschöpfer: ein Economic Moat (Burggraben) bzw. ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil. Ein „Burggraben“ ist ein strukturelles Merkmal, das es einem Unternehmen ermöglicht, über lange Zeiträume hinweg Übergewinne zu erwirtschaften. 

Die Aktienanalysten von Morningstar definieren wirtschaftliche Gewinne als Renditen auf das investierte Kapital, die über den hausinternen Schätzungen der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC - Weighted Average Cost of Capital)) liegen. Nur etwa 25 % der von Morningstar beobachteten Unternehmen haben ein „Wide Moat“-Rating (breiter Burggraben), etwa 43 % einen „Narrow Moat“ (schmaler Burggraben) und die restlichen 32 % gar keinen. 

Bei den Top 15 Wertschöpfern verfügen jedoch 12 von 15 über einen breiten Burggraben, die restlichen drei über einen schmalen. Mit anderen Worten: Wirtschaftliche Burggräben waren der Schlüssel zur Wertschöpfung – ein Ergebnis, das sich bereits in meinen Analysen 2024 und 2025 bestätigte.

Details zu den Burggräben und dem Wachstum bei den 15 Top-Wertschöpfern

Quelle: Morningstar Direct. Stand: 31. Dezember 2025. Das Wachstum von Umsatz und operativem Gewinn bezieht sich auf die letzten zehn Jahre.

Wachstum war ebenfalls ein wichtiges Merkmal. Growth-Aktien hatten im Untersuchungszeitraum einen signifikanten Performancevorteil und übertrafen Value-Titel im Durchschnitt um fast vier Prozentpunkte pro Jahr. Es überrascht daher laut Morningstar nicht, dass die meisten Aktien auf der Liste eher wachstums- als wertorientiert (Value) sind. Wie die obige Tabelle zeigt, generierten die Wertschöpfungs-Gewinner ein deutlich besseres Umsatz- und Betriebsergebniswachstum als der Gesamtmarkt.

Schlussfolgerung der Redaktion: Nicht jede Aktie mit einem Burggraben ist automatisch ein künftiger Performance-Gigant. Doch wer eine Chance haben will, die besten Aktien mit guten Aussichten auf eine starke Wertschöpfung zugunsten der Aktionäre zu finden, der sollte potenzielle Aktieninvestments unbedingt daraufhin abklopfen, ob sie über nachhaltige Wettbewerbsvorteile verfügen. Mehrere Werte aus dieser Liste waren jahrelang Kaufempfehlungen des Börsenwerte Verlags.