10-Jahres-Börsen-Ausblick: Mit welchen Aktienmärkten Sie Ihr Geld am schnellsten verdoppeln
Pictet hat in einer Studie berechnet, wie sich Anlageregionen weltweit bis 2036 entwickeln dürften. Wir berichten und zeigen auf, wo Ihr Geld am besten für Sie zu arbeiten.
Welche Anlage-Regionen und welche Anlage-Assets bieten langfristig die besten Renditechancen? Diesen Fragen geht Pictet Asset Management in einer neuen Studie mit Ausblicks-Charakter nach, da die Prognosen bis in das Jahr 2036 reichen.
Wir haben uns die Publikation des Schweizer Vermögensverwalters angesehen und uns basierend auf den Ergebnissen gefragt, in welchen Aktienregionen sich eingesetztes Kapital bei eintreffenden Pictet-Prognosen am schnellsten verdoppeln würde.
Unsere Berechnungen auf Basis der Daten zeigen dabei beachtliche Unterschiede zwischen den Weltregionen. Den Spitzenplatz belegen asiatische Schwellenländer sowie Indien mit einer erwarteten jährlichen Gesamtrendite von jeweils 8,3 % (berechnet auf US-Dollar-Basis). Bei diesem Tempo verdoppelt sich das Kapital bereits nach rund 8,7 Jahren.
Auch europäische Aktien überraschen positiv: Eine prognostizierte Jahresrendite von 7,9 % führt in der Eurozone nach etwa 9,1 Jahren zur Verdopplung. Breit gestreute Schwellenländer-Titel und der japanische Aktienmarkt verlangen bei erwarteten 7,8 % p. a. eine Wartezeit von knapp 9,2 Jahren.
US-Standardwerte hinken dieser Dynamik spürbar hinterher. Bei einer erwarteten Rendite von 6,9 % p. a. benötigt eine Kapitalverdopplung in den USA etwa 10,4 Jahre – der Meilenstein liegt damit außerhalb des zehnjährigen Betrachtungshorizonts. Dieser Tempoverlust hat System: Der langjährige Sonderstatus des US-Marktes verliert an Strahlkraft, da hohe Bewertungen das Kurspotenzial deckeln und der US-Dollar in der kommenden Dekade voraussichtlich an Boden verliert, so Pictet.
| Markt / Region | Erwartete Rendite p. a. | Exakte Jahre bis zur Verdopplung |
| Aktien asiatische Schwellenlänger | 8,3 % | 8,70 Jahre |
| Aktien Indien | 8,3 % | 8,70 Jahre |
| Aktien Eurozone | 7,9 % | 9,11 Jahre |
| Aktien Schwellenländer | 7,8 % | 9,22 Jahre |
| Aktien Japan | 7,8 % | 9,22 Jahre |
| Aktien China | 7,2 % | 9,97 Jahre |
| Globale Aktien | 7,2 % | 9,97 Jahre |
| Aktien Industrieländer | 7,1 % | 10,10 Jahre |
| Aktien USA | 6,9 % | 10,39 Jahre |
| Globale Small-Caps | 6,7 % | 10,69 Jahre |
| Aktien UK | 6,7 % | 10,69 Jahre |
| Aktien Schweiz | 6,6 % | 10,84 Jahre |
| Aktien Lateinamerika | 6,4 % | 11,17 Jahre |
| Aktien EMEA | 5,4 % | 13,18 Jahre |
Was aus 1.000 Euro und 10.000 Euro nach zehn Jahren wird
Abseits der reinen Verdopplungszeit verdeutlicht die Entwicklung fester Anlagebeträge die Hebelwirkung unterschiedlicher Renditesätze über eine Dekade.
Aus einem Einmalinvestment von 1.000 Euro werden in Indien und den asiatischen Schwellenländern nach zehn Jahren 2.219 Euro. Ein Einsatz von 10.000 Euro wächst in diesen Märkten auf 22.194 Euro an. Das entspricht einem prozentualen Gesamtgewinn von 121,9 %.
Am US-Aktienmarkt führt die prognostizierte Rendite von 6,9 % p. a. bei 1.000 Euro Einsatz zu einem Endstand von 1.949 Euro. Aus 10.000 Euro entstehen 19.488 Euro, was einen Gesamtertrag von 94,9 % bedeutet.
Die Differenz zwischen Asiens Spitzenmärkten und dem US-Markt summiert sich über die zehn Jahre gemäß den Vorhersagen somit auf 27,0 Prozentpunkte – was bei einem Einsatz von 10.000 Euro einem handfesten Mehrertrag von 2.706 Euro entspricht.
| Markt / Region | Rendite p. a. | Endwert bei 1.000 Euro | Endwert bei 10.000 Euro | Gesamtertrag nach 10 Jahren in % |
| Aktien asiatische Schwellenlänger | 8,3 % | 2.219 Euro | 22.194 Euro | +121,9 % |
| Aktien Indien | 8,3 % | 2.219 Euro | 22.194 Euro | +121,9 % |
| Aktien Eurozone | 7,9 % | 2.139 Euro | 21.389 Euro | +113,9 % |
| Aktien Schwellenländer | 7,8 % | 2.119 Euro | 21.192 Euro | +111,9 % |
| Aktien Japan | 7,8 % | 2.119 Euro | 21.192 Euro | +111,9 % |
| Aktien China | 7,2 % | 2.004 Euro | 20.042 Euro | +100,4 % |
| Globale Aktien | 7,2 % | 2.004 Euro | 20.042 Euro | +100,4 % |
| Aktien Industrieländer | 7,1 % | 1.986 Euro | 19.856 Euro | +98,6 % |
| Aktien USA | 6,9 % | 1.949 Euro | 19.488 Euro | +94,9 % |
| Globale Small-Caps | 6,7 % | 1.913 Euro | 19.128 Euro | +91,3 % |
| Aktien UK | 6,7 % | 1.913 Euro | 19.128 Euro | +91,3 % |
| Aktien Schweiz | 6,6 % | 1.895 Euro | 18.949 Euro | +89,5 % |
| Aktien Lateinamerika | 6,4 % | 1.860 Euro | 18.595 Euro | +85,9 % |
| Aktien EMEA | 5,4 % | 1.692 Euro | 16.920 Euro | +69,2 % |
Erforderliche Sparraten für ein Zielkapital von 10.000 Euro nach zehn Jahren
Wer schrittweise über 120 Monate hinweg Vermögen aufbaut, erzielt durch die verschiedenen Renditedynamiken spürbare Unterschiede beim monatlichen Mitteleinsatz.
Um nach genau zehn Jahren ein Zielkapital von 10.000 Euro zu erreichen, reicht in den renditestärksten Märkten Asiens eine monatliche Sparrate von 54,41 Euro aus. In der Eurozone erfordert das gleiche Ziel eine Monatsrate von 55,48 Euro. Am unteren Ende der Skala, bei Aktien aus der EMEA-Region mit prognostizierten 5,4 % p. a., klettert der benötigte Monatsbeitrag auf 62,56 Euro.
| Markt / Region | Erwartete Rendite p. a. | Monatliche Sparrate für 10.000 Euro Zielkapital |
| Aktien asiatische Schwellenlänger | 8,3 % | 54,41 Euro |
| Aktien Indien | 8,3 % | 54,41 Euro |
| Aktien Eurozone | 7,9 % | 55,48 Euro |
| Aktien Schwellenländer | 7,8 % | 55,75 Euro |
| Aktien Japan | 7,8 % | 55,75 Euro |
| Aktien China | 7,2 % | 57,39 Euro |
| Globale Aktien | 7,2 % | 57,39 Euro |
| Aktien Industrieländer | 7,1 % | 57,67 Euro |
| Aktien USA | 6,9 % | 58,23 Euro |
| Globale Small-Caps | 6,7 % | 58,79 Euro |
| Aktien UK | 6,7 % | 58,79 Euro |
| Aktien Schweiz | 6,6 % | 59,07 Euro |
| Aktien Lateinamerika | 6,4 % | 59,64 Euro |
| Aktien EMEA | 5,4 % | 62,56 Euro |
Der Blick in die Studie: Warum die Karten am Aktienmarkt neu gemischt werden
Die zehnjährigen Renditeprognosen von Pictet Asset Management entspringen keinem Zufall, sondern spiegeln einen tiefgreifenden Wandel des globalen Finanzumfelds wider. Die Ära, in der staatliche Konjunkturmaßnahmen die Unternehmensgewinne verlässlich anheizten, ist vorüber. Investoren bewegen sich fortan in einem Umfeld aus anhaltend hoher Staatsverschuldung, hartnäckiger Inflation und erhöhter Marktvolatilität.
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft den US-Dollar: Die Strategen von Pictet erwarten, dass die US-Währung in den kommenden zehn Jahren um etwa 10 bis 15 % nachgibt. Dieser Währungseffekt belastet die Rendite von US-Anlagen aus Sicht internationaler Investoren, während er Lokalwährungen und Aktienmärkten aus Schwellenländern zusätzlichen Rückenwind verleiht. Asiatische Emerging Markets und Indien profitieren dadurch doppelt – aus eigener organischer Wachstumskraft und positiven Wechselkurseffekten.
Gleichzeitig verliert die klassische Portfolio-Aufteilung aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen an Wirkung. Die Gesamtrenditen traditioneller Mischportfolios dürften mäßiger ausfallen als im vergangenen Jahrzehnt.
Um die Ertragschancen zu maximieren und das Gesamtrisiko abzufedern, empfiehlt die Studie eine schrittweise Umschichtung: Weg von einer rein US-zentrierten Allokation, hin zu einer stärkeren Gewichtung der Eurozone sowie alternativer Anlageklassen.
Insbesondere Private Equity sticht mit einer prognostizierten Jahressortiment-Rendite von 9,7 % hervor, gefolgt von Eurozone-Immobilien mit 8,6 % p. a. Auch Schwellenländer-Anleihen – ob in US-Dollar mit 6,8 % p. a. oder in Lokalwährung mit 6,7 % p. a. – bieten attraktivere Ertragsperspektiven als viele klassische Staatsanleihen von Industrieländern.
Abseits von Aktien locken laut Pictet unter anderem Private Equity und Eurozone-Immobilien
Blickt man über den Aktienmarkt hinaus auf das gesamte Spektrum aller von Pictet untersuchten Assetklassen, zeigen sich weitere bemerkenswerte Ertragspfeiler für die kommende Dekade.
Den absoluten Spitzenplatz über alle Anlageformen hinweg belegt Private Equity mit einer prognostizierten Rendite von 9,7 % p. a. Auch Eurozone-Immobilien schneiden mit geschätzten 8,6 % p. a. äußerst stark ab und übertreffen damit sogar die meisten weltweiten Aktienmärkte.
Auf der Festverzinsungsseite bieten Schwellenländer-Anleihen – ob in US-Dollar mit 6,8 % p. a. oder in Lokalwährung mit 6,7 % p. a. – deutlichen Mehrertrag gegenüber klassischen Staatsanleihen aus Industrieländern, die sich meist im Bereich von 4,8 % bis 5,2 % p. a. bewegen. Sachwerte wie Gold werden von den Experten mit 4,0 % p. a. prognostiziert.
Renditen der Anlageklassen, Zehnjahres-Prognose, in %, annualisiert
Fazit aus Anlegersicht
Die Prognosen von Pictet machen deutlich, dass der pausenlose Siegeszug des US-Marktes künftig keineswegs als gesetzt gilt und sich attraktive Ertragsperspektiven zunehmend auch in anderen Regionen bieten könnten. Wer sein Portfolio über reine US-Schwergewichte hinaus breit über den Globus verteilt, stellt sich für die kommenden zehn Jahre flexibler auf, so die Erwartungshaltung laut den Ergebnissen.
Wichtig dabei: Es gibt natürlich keine Garantie dafür, dass Modellrechnungen und Langfrist-Projektionen dieser Art auch tatsächlich aufgehen. Als fundierter Kompass für eigene Überlegungen zur strategischen Ausrichtung und Risikostreuung des persönlichen Depots taugen sie aber allemal.
Gratis Musterexemplar!
Bestellen Sie jetzt Ihr Musterexemplar - kostenlos und unverbindlich.