Das sind die 10 besten deutschen Aktien für 2026
Welche deutschen Aktien bieten im kommenden Jahr die größten Chancen? Der Börsenwerte Verlags Blog hat die Markteinschätzung der Deutschen Bank analysiert und präsentiert die zehn Top-Favoriten, die 2026 als besonders aussichtsreich gelten. Erfahren Sie, welche Titel jetzt auf Ihrer Watchlist stehen sollten – und warum!
Es geht auf den Jahresultimo zu und das bedeutet neben niedrigeren Temperaturen auch, dass professionelle Marktteilnehmer ihre Einschätzungen für das kommende Jahr abgeben. Die Deutsche Bank hat sich in dieser Sache ebenfalls bereits zu Wort gemeldet. Und zwar mit einem positiven Ausblick. Denn das deutsche Kreditinstitut steht US- und europäischen Aktien konstruktiv gegenüber, wobei taktisch Letztere bevorzugt.
Innerhalb Europas sind die zuständigen Aktienstrategen gegenüber dem Dax etwas konstruktiver eingestellt als gegenüber Europa insgesamt. Innerhalb Deutschlands bevorzugt die Deutsche Bank eindeutig den MDax - angetrieben durch sich erholende Gewinne und steigende Bewertungen.
MDax attraktiver als der Dax
Dem MDax wird gegenüber dem Dax ein höheres Neubewertungspotenzial (da er mit einem Abschlag von 16% gegenüber seinem langfristigen durchschnittlichen KGV gehandelt wird), ein höheres Gewinnwachstumspotenzial und eine höhere Deutschland-Exposure zugebilligt. Das starke Aufwärtspotenzial sowohl bei den Bewertungen als auch bei den Gewinnen lässt DIE Deutsche Bank für das nächste Jahr beim MDax ein geschätztes Aufwärtspotenzial von mehr als 30% erwarten.
Der SDAX (Small Caps) hat zwar eine noch höhere Deutschland-Exposure. Aufgrund der geringen Gesamtmarktkapitalisierung des Index (83 Mrd. EUR) könnte er für Anleger jedoch nicht liquide genug sein, so das Urteil.
MDAX hinkt Dax und Stoxx 600 seit Ende 2020 deutlich hinterher
Was die Ergebnisschätzungen angeht, hält man die Konsensschätzung, die von einem Rückgang der Dax-Gewinne im vierten Quartal um 9 % gegenüber dem Vorjahr ausgeht, für zu pessimistisch, insbesondere angesichts der zu erwartenden positiven Auswirkungen der deutschen Konjunkturmaßnahmen. Für 2026 prognostiziert der Konsens eine Beschleunigung des Gewinnwachstums auf 18 %, die in erster Linie auf eine Erholung im Automobilsektor sowie ein anhaltend starkes Wachstum im Industrie- und Finanzsektor zurückzuführen ist.
Im MDax wird nach drei besonders schwachen Vorquartalen für das vierte Quartal eine leichte Erholung des Gewinnwachstums erwartet. Die wichtigsten Treiber für die Aufwärtsdynamik im MDax im nächsten Jahr sind die Sektoren Nicht-Basiskonsumgüter und Industrie.
Trotz des für 2026 prognostizierten robusten Wachstums bewegen sich die Revisionen in beiden Indizes weiterhin nach unten oder seitwärts, was die anhaltend negative Stimmung hinsichtlich der (deutschen) Unternehmensgewinne widerspiegelt. Die Analysten gehen davon aus, dass sich die negative Stimmung in den kommenden Wochen abschwächen wird, was zu Aufwärtskorrekturen führen, Bewertungsbedenken mindern und deutsche Aktien stützen dürfte.
Divergenz zwischen Wirtschaftstätigkeit & MDax
Trends beeinflussen die Favoritenauswahl
Das zitierte Institut hat in dem Prognosebericht für 2026 auch das TOP10-Deutschland-Aktien-Portfolio aktualisiert. Dieses konzentriert sich auf die folgenden wichtigen Trends:
Bauwesen und Industrie profitieren der Einschätzung zufolge erheblich von deutschen Infrastrukturausgaben, einer breiteren wirtschaftlichen Erholung und niedrigeren Energiekosten. Rohstoffe, insbesondere die deutsche Stahlindustrie, werden von niedrigeren Energiekosten, steigender industrieller Nachfrage und unterstützenden EU-Handelsschutzmaßnahmen begünstigt.
Der Energiesektor profitiert vom Ausbau des deutschen Stromnetzes und den Plänen zur Erhöhung der Kapazitäten von Gaskraftwerken. Die Automobilbranche erfährt Rückenwind von der wirtschaftlichen Erholung, der höheren Transportnachfrage und unterstützenden Maßnahmen wie gelockerten Vorschriften für Verbrennungsmotoren und Anreizen für Elektrofahrzeuge.
Der Reise- und Freizeitsektor dürfte von der Verbesserung des Verbrauchervertrauens und der Senkung der Flugticketsteuern profitieren. Die Technologiebranche wird von den steigenden Ausgaben für Digitalisierung begünstigt, insbesondere gilt das für deutsche IT-Unternehmen, die sich auf den öffentlichen Sektor konzentrieren. Banken erwarten eine höhere Kreditnachfrage, insbesondere von deutschen Firmenkunden.
TOP 10: Diese Aktien dürften am meisten vom „Germany Trade” profitieren.
Auf Einzelaktienbasis bevorzugt man eindeutig Aktien, von denen die hausinternen Analysten erwarten, dass sie am meisten von den geplanten deutschen Konjunkturmaßnahmen profitieren werden.
TOP10 Deutschland Aktienkorb – Die Top-Aktien der Deutschen Bank – sortiert nach Thema/Sektor
Industrie-Favoriten: KION, Palfinger, Vossloh
Der Fertigungssektor dürfte durch niedrigere Energiekosten und Infrastrukturinvestitionen einen deutlichen Aufschwung erleben. Vor allem kleinere Industrieunternehmen dürften davon profitieren, da sie attraktiver bewertet sind.
KION ist ein wichtiger Akteur im Bereich Gabelstapler und Lagerautomatisierung und gilt als Indikator für die Gesundheit der EU-Industrie. Das Unternehmen dürfte indirekt vom deutschen Infrastrukturprogramm und einer möglichen Erholung der Binnenkonjunktur profitieren.
Palfinger ist stark in den Bereichen Hochbau, Infrastruktur, öffentlicher Sektor und Eisenbahnprojekte engagiert und erzielt 15% seines Umsatzes in Deutschland.
Vossloh konzentriert sich ausschließlich auf die Eisenbahninfrastruktur und liefert Hardware, Datenerfassung und Wartungsdienstleistungen. 14% seines Umsatzes erzielt das Unternehmen in Deutschland.
Bauwesen & Materialien-Favoriten: Heidelberg Materials & Voestalpine
Die Deutsche Bank erwartet, dass der Sektor insbesondere von deutschen Infrastrukturausgaben und einer breiteren wirtschaftlichen Erholung mit positiven Spillover-Effekten auf das übrige Europa profitieren wird.
Heidelberg Materials ist Deutschlands führender Zementhersteller mit einem geschätzten Marktanteil von einem Drittel und ist gut positioniert, um von einem Wiederanstieg der deutschen und europäischen Bauvolumina und -preise zu profitieren. Obwohl sich die Erholung der Volumina nur langsam materialisiert hat, wird erwartet, dass Konjunkturmaßnahmen in Deutschland (die 10 % des Konzernumsatzes ausmachen) in Zukunft für einen Schub sorgen werden.
Insbesondere die hoch energieintensive deutsche Stahlindustrie sollte von niedrigeren Energiekosten sowie einer steigenden Industrienachfrage profitieren. Auch die Bemühungen der EU im Hinblick auf handelspolitische Schutzmaßnahmen dürften unterstützend wirken.
Voestalpine verfügt über einen soliden freien Cashflow, selbst inmitten hoher Dekarbonisierungsinvestitionen und erfolgreicher Restrukturierungsbemühungen, was die Aktie zu einer attraktiven Anlage macht. Das Unternehmen bietet ein starkes Aufwärtspotenzial durch eine deutsche Wirtschaftserholung (20–25 % Deutschland-Exposition), verbesserte europäische Stahlpreise und das voraussichtliche EU-Handelsschutzinstrument.
Automobilindustrie-Favorit: Volkswagen
Eine sich verbessernde Wirtschaftstätigkeit und eine erhöhte Transportnachfrage, kombiniert mit unterstützenden politischen Maßnahmen, einschließlich der Bemühungen der Regierung zur Lockerung der ICE-Vorschriften (Verbrennungsmotor) für OEMs, einer 75 %-igen beschleunigten Abschreibungsrate auf E-Fahrzeuge sowie der Wiederbelebung von Kaufanreizen für E-Fahrzeuge, zeichnen ein positives Bild.
Als deutscher OEM mit der höchsten Inlandsexposition ist VW am besten positioniert, um am meisten von der deutschen Wachstumsgeschichte zu profitieren. Die Segmente Lkw und Vans sollten von der gestiegenen Transportnachfrage und den Investitionsanreizen profitieren. Die Pkw-Sparte wird von verschiedenen E-Fahrzeug-Anreizen profitieren. Darüber hinaus profitiert VW von niedrigeren Energiepreisen.
Konsum/Reisen-Favorit: TUI
Sobald sich das Wirtschaftswachstum erholt, dürften die Konsumausgaben folgen. Die geplante Senkung der Flugticketsteuer wird voraussichtlich die Rentabilität steigern und die Nachfrage ankurbeln.
TUI ist ein vollintegrierter Weltmarktführer im Reiseveranstaltergeschäft, der fast 30 % seines Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet und von steigenden Reiseausgaben profitieren sollte, die durch eine Erholung des Wirtschaftswachstums angetrieben werden. Die Aktie ist attraktiv bewertet und wird mit einem Abschlag von 60 % gegenüber historischen Multiplikatoren gehandelt.
Technologie-Favorit: Bechtle
Erhöhte Ausgaben für die Digitalisierung sollten den deutschen IT-Sektor ankurbeln, wovon insbesondere Unternehmen mit einem starken Fokus auf den öffentlichen Sektor profitieren. Bechtle ist ein deutscher Marktführer für IT-Dienstleistungen, der rund 60 % seines Umsatzes im Inland erzielt, wobei beachtliche 40 % aus dem öffentlichen Sektor stammen.
Banken-Favorit: Commerzbank
Deutsche Banken mit Fokus auf inländische Unternehmenskunden werden voraussichtlich von einem Anstieg der Kreditnachfrage profitieren, insbesondere aus Infrastruktur- und Verteidigungsprojekten. Ein starker Fokus auf deutsche Unternehmenskunden soll zu einem starken Nutzen aus erhöhten deutschen Staatsausgaben führen, angetrieben durch Kreditwachstum und die Schaffung zusätzlicher Möglichkeiten für Gebühreneinnahmen.
Die Vorteile der Konjunkturmaßnahmen haben sich noch nicht materialisiert, und die Analysten erwarten eine Erholung der Nachfrage, insbesondere bei deutschen Unternehmen, dem Kerngeschäft der Commerzbank.
Energie-Favorit: Siemens Energy
Deutschlands Netzausbau und die Pläne zur Erhöhung der Gaskraftwerkskapazität sorgen für Rückenwind im Sektor. Siemens Energy ist gut positioniert für den globalen Investitions-Superzyklus im Bereich der elektrischen Stromversorgungssysteme, angetrieben durch Elektrifizierung und Rechenzentrumsnachfrage sowie die gestiegene deutsche Nachfrage nach Gasturbinen. Auch die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur wird eine bedeutende Rolle spielen.
Ergänzender Hinweis zu Verteidigungsaktien: Die Deutsche Bank hat Verteidigungsaktien bewusst aus dem Favoriten-Portfolio für 2026 ausgeschlossen, hauptsächlich aufgrund der unsicheren und binären Natur der laufenden Friedensverhandlungen, die einer der wichtigsten Markttreiber sind.
Der Sektor hat bereits außergewöhnlich gut abgeschnitten. Sollten die Friedensgespräche scheitern, erwartet man eine Erholung dieser vier Verteidigungsaktien, für die jeweils optimistisch gestimmt ist: Rheinmetall, Hensoldt, Renk, TKMS.
Übrigens: Mit Kion, Commerzbank und Siemens Energy zählen drei der Deutsche Bank-Favoriten für 2026 auch zum Kreis der Kaufempfehlungen unserer Verlagspublikation Money Mail (https://www.boersenbrief.at/produkte/money-mail/).
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