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Dax-Paradoxon: Wie lange trägt die Hoffnung ein schrumpfendes Fundament?
30.03.2026 | Money Mail Nr. 025/2026Die Diskrepanz zwischen der realwirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Blue Chips und ihrer Performance auf dem Parkett wird immer eklatanter. Während die Umsätze das dritte Jahr in Folge nachgeben, feiert der Dax im Januar noch Kursrekorde. Doch Vorsicht: Diese Entkopplung ist so in dieser Form vermutlich kein Dauerzustand.
Die nackten Zahlen der jüngsten EY-Studie sind jedenfalls ernüchternd: Der Gesamtumsatz der größten deutschen Börsenkonzerne ist 2025 erneut gesunken – im vierten Quartal beschleunigte sich die Talfahrt sogar auf ein Minus von 3,3 %. Noch deutlicher traf es die operative Ertragskraft, die im Jahresabschluss um 14 % einbrach. In einer klassischen Marktphase wäre dies das Rezept für einen Bärenmarkt. Stattdessen strebte der Dax bis vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs relativ unbeeindruckt nach oben.
Als Stütze erwiesen sich dabei unter anderem diese Faktoren:
- Globale Resilienz: Der Dax ist kein Deutschland-Fonds. Die Erlöse in Nordamerika und Asien puffern die hiesige Wachstumsschwäche ab. Währungseffekte bei einem moderaten Euro tun ihr Übriges.
- Effizienz vor Volumen: Die Konzerne haben gelernt, mit weniger Umsatz mehr Gewinn zu "extrahieren". Kostensenkungsprogramme und Aktienrückkäufe halten den Gewinn pro Aktie künstlich stabil.
- Zukunftswette: Der Markt handelt die Erwartung, dass die Talsohle durchschritten ist, angefeuert durch eine zwischenzeitliche Zinswende der EZB nach unten sowie einem sehr umfangreichen deutschen Konjunkturpaket, was jeweils dazu beigetragen haben dürfte, die Bewertungsmultiplikatoren (KGVs) nach oben zu treiben.
Man muss sich aber natürlich klar darüber sein, dass man Unternehmen nicht unendlich "gesundschrumpfen" kann. Wenn der Umsatz über Jahre hinweg erodiert, versiegt irgendwann die Quelle für Gewinnsteigerungen. Das vierte Quartal 2025 hat bereits gezeigt, dass die Margen unter Druck geraten, wenn das Volumen zu stark wegbricht.
Anleger sollten sich bewusst sein: Der Dax ist derzeit "auf Hoffnung gepreist". Sollte die bis vor kurzem erhoffte konjunkturelle Trendwende auch 2026 ausbleiben, sind eine deutliche Bewertungskorrektur und damit fallende Kurse nicht ausgeschlossen. Die Schere zwischen Kurs und Realität schließt sich am Ende immer – die Frage ist nur, ob durch steigende Umsätze oder durch fallende Kurse. Da wir uns im Umfeld des Iran-Kriegs schwer tun mit der Vorstellung anziehender Umsätze, bestärkt uns das Ergebnis der EY-Studie in unserer zuletzt bereits zurückhaltender gewordenen Markteinschätzung.
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