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Dax mit einem dicken Wochenminus – Iran-Krieg birgt viele Unsicherheiten und genau das hassen Anleger

23.03.2026 | Money Mail Nr. 023/2026

Die jüngste Abwärtsbewegung an den Börsen hat sich in der Vorwoche beschleunigt. Am deutschen Aktienmarkt bedeutet ein Dax-Schlussstand am vergangenen Freitag von 22.380,19 Punkten ein Wochenminus von 4,55 %. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar beläuft sich der Verlust dadurch auf inzwischen mehr als 11 %. Zum Vergleich: Beim österreichischen ATX belaufen sich die Einbußen auf 8,9 %.

Wer sich als Anleger dafür „bedanken“ will, schreibt am besten Donald Trump. Denn der US-Präsident Donald Trump hat zusammen mit Israel ausgeheckt, den Iran anzugreifen und weil deswegen der Ölpreis in die Höhe geschossen ist und dadurch auch die Versorgung mit etlichen anderen wichtigen Gütern gefährdet ist, reden wir jetzt mittlerweile wieder über die Gefahr einer Rezession oder einer Stagflation. 

Wer diesem Vorschlag folgen will, checkt vielleicht am besten erst mal seine Korrespondenz. Denn vielleicht findet sich darin bereits eine Dankesmail von vor rund einem Jahr. Denn damals sorgte der US Präsident mit seinen Zolleskapaden bekanntlich ebenfalls für weltweit fallende Kurse.

Aber witzeln beiseite, es bleibt zu hoffen, dass der Iran-Krieg nicht auch in so einem Schlamassel endet wie der Zoll-Krieg. Denn dessen Umsetzung war juristisch gesehen so schlampig, dass auf richterliche Anordnung hin alles neu geregelt werden muss. Und im Falle des Iran scheint man sich auch irgendwie verkalkuliert zu haben, denn als aufmerksamer Beobachter wird man den Eindruck nicht los, als ob die US-Regierung nach einem Angriff auf einen schnellen Umsturz durch das Volk gehofft hatte, doch weil es dazu nicht kam, droht dieser Krieg sich jetzt in die Länge zu ziehen.

Die damit verbundene Verunsicherung hat den Dax auf das Niveau von Ende April 2025 zurückgeworfen. Mit diesem Niveau ist der zuletzt gültige mittelfristige Seitwärtstrend nach unten hin verlassen worden. Das heißt, das Chartbild hat sich klar verschlechtert und mahnt momentan zu einem vorsichtigen Vorgehen. 

Ein Umdenken hat übrigens auch bei Raiffeisen Research stattgefunden. In der aktuellen wöchentlichen Marktpublikation schreiben die Experten bei dem österreichischen Institut jedenfalls Folgendes: „Im Irankrieg sowie in der Straße von Hormus ist weiterhin keinerlei Lösung in Sicht. Je länger die Energiepreise auf hohen Niveaus verharren, desto nachhaltiger werden die Spuren in der Realwirtschaft und damit auch für die Aktienmärkte sein. Wir stellen daher unser aktuelles Kapitalmarktszenario in Revision.“ 

Von einem ökonomischen Schock schreibt sogar das Bankhaus Metzler. Als Folge davon dürfte nicht nur die Inflation in den kommenden Monaten merklich steigen, sondern auch das Wirtschaftswachstum einen Schaden erleiden. Wie groß der Schaden werden könnte, werden die Einkaufsmanagerindizes weltweit am Dienstag und der ifo-Index für Deutschland am Mittwoch zeigen. Auch dürfte die Kauflaune der deutschen Konsumenten laut GfK-Vertrauensindex (Donnerstag) einen Rücksetzer erlitten haben, so das Urteil. 

Zudem lohne sich noch ein Blick auf die Geldmengenund Kreditentwicklung in der Eurozone am Mittwoch. Die Geldmengenentwicklung sei nämlich ein Indikator dafür, wie stark der Energiepreisschock auf die Inflation und wie stark er auf das Wirtschaftswachstum wirkt. Aufgrund der schwachen Geldmengenentwicklung in den vergangenen Jahren seien die Wachstumsrisiken heute deutlich höher einzuschätzen als im Jahr 2022. Im Jahr 2021 wuchs die Geldmenge M3 um mehr als 9,0 % aufgrund der umfangreichen Corona-Hilfen. Die Bevölkerung und die Unternehmen konnten sich also ein Jahr später die höheren (Energie-)Preise leisten. 2025 wuchs die Geldmenge M3 nur um 3,3 %. Es steht also dieses Mal deutlich weniger Geld zur Verfügung, um die höheren Preise zu bezahlen. Das heißt, die Wirtschaftsakteure müssen die hohen Preise für Energie bezahlen und bei allen anderen Ausgaben stärker sparen. Das würde laut Metzler eher für eine vorsichtige Leitzinserhöhungspolitik der EZB sprechen. 

Insgesamt ist damit vor allem eines klar: Die Ausgangslage ist in jeder Hinsicht verzwickt. Es gibt zwar auch weiterhin die Chance, dass sich mittelfristig alles doch noch regelt, aber die Risiken sind ebenfalls unübersehbar und sie werden mit jedem Tag größer, den der Iran-Krieg länger dauert. Als Folge davon haben wir bereits zuvor darauf verwiesen, dass eine vorsichtigere Gangart momentan am angemessensten erscheint.

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